SV 08/29 Friedrichsfeld startet neues Inklusions- und Integrationsprojekt

Neues Projekt : Bei der SV 08/29 Friedrichsfeld wird Inklusion sportlich gelebt

Die Klasse 6a des Gymnasiums Voerde hat als erste Gruppe beim neuen Programm des Clubs mitgemacht. Weitere Klassen werden nach den Sommerferien teilnehmen.

Bei der Essenspause wollen alle Kinder, dass Stephan Schulz, Lehrer am Gymnasium Voerde, mit auf das Trainingsgelände geht. „Mir bleibt ja dann wohl nichts anderes übrig“, sagt er und so joggt er mit einer Gruppe zum Rasenplatz der SV 08/29 Friedrichsfeld. Trainerin Sarah Schlottmann hat auch für Schulz einige Leichtathletikübungen parat. Eine andere Gruppe übt die Ballbehandlung mit Fußballtrainer Baran Yilmaz. Dass unter den Kindern einige mit Lernschwäche sind, erkennt man nicht.

„Die Unterschiede heben sich auf. Hier bekommt der Klassenbeste vielleicht etwas vom Sonderschüler beigebracht“, sagt Lehrerin Silke Schepp. Was sich vielleicht so anhört wie Schulsport, der nach draußen verlegt wurde, ist ein neues Programm, das die SV 08/29 als „Sport und Inklusion“ anbietet.

„Wir haben jetzt nach und nach alle Inklusionsklassen des Gymnasiums Voerde hier zu Gast“, sagt Andrea Schluchtmann, die bei der SV 08/29 als Integrations- und Inklusionsbeauftragte tätig ist.

Die 6 a macht den Anfang, nach den Sommerferien sollen die anderen Klassen folgen. Beteiligt sind alle sieben Sportabteilungen der SV 08/29. Auch die Stadt Voerde ist mit im Boot und stellt den Bus für die Anreise zu Verfügung. Zwei Stunden lang bekommen die Schüler an diesem Tag die Grundlagen in den Sportarten vermittelt und messen sich spielerisch. „Sicher kann als Nebeneffekt auch ein Kind vielleicht durch diesen Tag hier für den Vereinssport begeistert werden, aber der Schwerpunkt liegt klar dabei, dass die Klassen gemeinsam hier sportlich etwas erleben“, sagt Schluchtmann. Silke Schepp sieht ebenfalls viele Vorteile: „Ich sehe das auch ein wenig als Belohnung, sich hier mal gemeinsam auszupowern. Im normalen Schulalltag bleibt dafür nicht immer Zeit und man muss sagen, dass die Klasse unheimlich gut zusammen hält.“

Die Trainer werden für ihre ehrenamtliche Betreuung der Inklusionsklassen bei einem Workshop gesondert geschult. „Wenn ich in die Gesichter sehe, würde ich sagen, die haben sich alle reingehängt und hatten Spaß“, sagt Baran Yilmaz. Auch Sarah Schlottmann ist zufrieden mit der ersten Einheit. „Sie haben gelacht, das habe ich gesehen. Von daher würde ich sagen, es hat sich gelohnt“, sagt Schlottmann.

Auch für Andrea Schluchtmann bleibt ein Kinderlachen die größte Motivation. „Das war hier erst der Anfang. Wir machen weiter und werden noch stärker auf die Bedürfnisse der Kinder eingehen. Das ist sicher nicht immer leicht, aber wenn hier die Augen strahlen, weiß man wofür man es macht“, sagt die Integrations- und Inklusionsbeauftragte.

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