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Starker Einstand des Handballers Dennis Szczesny aus Dinslaken

Handball : Dennis Szczesny setzt ein Ausrufezeichen

Der Dinslakener Handballer, der für den Zweitligisten TuSEM Essen aufläuft, schwärmt von seinem Debüt für die polnische Nationalmannschaft. Nun hofft er, dass er auch bei den EM-Qualifikationsspielen im April dabei ist.

Als wäre Dennis Szczesny nicht schon nervös genug gewesen vor seinem ersten Länderspiel für die polnische Nationalmannschaft, da teilte ihm sein Coach Piotr Przybecki kurz vor dem Spiel auf dem Weg zum Bus mit, dass er sogar in der Startformation stehen würde. „Das war wirklich ein sehr komisches Gefühl. Ich war ja ohnehin schon total aufgeregt und ab diesem Moment dann noch mehr“, sagt der Handballer aus Dinslaken, der für den Zweitligisten TuSEM Essen aktiv ist.

Am 26. Dezember 2018 hatte Szczesny noch mit dem TuSEM in der Meisterschaft gespielt, nur einen Tag später ging sein Flieger ins polnische Opole. Eine erste taktische Trainingseinheit am Morgen des 28. Dezember, und dann war es soweit. Die Nervosität stieg, denn am Abend sollte er sein erstes Länderspiel gegen die japanische Auswahl bestreiten.

Mit der Nervosität war es beim Rückraumspieler aber recht schnell vorbei, denn bis zu seinem ersten Treffer dauerte es nur Sekunden. „Wir haben einen Spielzug eingeleitet, bei dem ich am Ende die Entscheidung treffen musste. Ich habe geworfen und direkt das 1:0 gemacht. Da fällt dann schon eine große Last von einem ab. Das war wirklich ein Gänsehaut-Moment für mich“, sagt Szczesny.

Sein Debüt konnte sich sehen lassen. Der Hüne blieb über die volle Distanz auf dem Feld, erzielte vier Treffer und begeisterte neben seinem Trainer auch die Mannschaftskollegen und Zuschauer. So sagte beispielsweise Teamkamerad Kamil Syprzak vom FC Barcelona im polnischen Fernsehen: „Dennis hat ein gutes Spiel gemacht, er kann unserer Mannschaft auf jeden Fall weiterhelfen.“ Auch sein Trainer Przybecki sprach von einem „gelungenen Debüt.“

Abends im Hotel mit Zimmerpartner Kamil Syprzak angekommen, schalteten die beiden den Fernseher ein. „Da lief eine Zusammenfassung über unser Spiel. Mein Tor wurde gezeigt und die Kommentatoren sprachen von einem guten Debüt“, sagt Szczesny. Am Folgetag bestritt der 25-Jährige sein zweites Länderspiel gegen Rumänien, auch hier gelang ihm ein Treffer.

Auch wenn seine Polnisch-Kenntnisse beschränkt sind, hatte Szczesny mit der Kommunikation auf und neben dem Feld keine Probleme. „Der Trainer spricht auch deutsch. Wenn ich nur mit ihm spreche, ist das kein Problem. Ich verstehe die meisten Sachen auf polnisch, aber wenn nicht, dann übersetzt er das auch für mich. Ohnehin hat mich die Mannschaft sehr gut aufgenommen. Das hat wirklich Spaß gemacht“, sagt Szczesny.

Die große Frage für den Handballer bleibt aber: Wie geht es weiter? Bei der WM in Deutschland und Dänemark hatte er zusehen müssen. Polen war nicht qualifiziert. Sein Trainer hat ihm aber mitgeteilt, ihn weiter zu beobachten und ihn als „echte Option“ bezeichnet.

Anfang März hat die polnische Mannschaft einen Trainingslehrgang. Im April (am 10. in Gleiwitz/Polen und am 13. in Halle/Westfalen) stehen dann zwei EM-Qualifikationsspiele gegen die deutsche Nationalmannschaft an. Da wäre Szczesny natürlich gerne mit dabei. Die Chancen des Dinslakeners scheinen nicht ganz so schlecht zu stehen, wie der Hüne verrät: „Ich habe für meine Familie schon einmal Karten gekauft, für mich aber nicht.“