Stadtsportverband Voerde: Vorsitzender Dieter Ellerbrock wird 80 Jahre alt

Aus den Vereinen : Dieter Ellerbrock engagiert sich seit Jahrzehnten für den Sport

Der Vorsitzende des Stadtsportverbandes Voerde feiert am heutigen Dienstag seinen 80. Geburtstag. In wenigen Wochen wird er den Posten abgeben.

Noch immer verbringt Dieter Ellerbrock täglich mehrere Stunden in seinem Büro. Sein Schreibtisch ist gefüllt mit Papieren, Anträgen und Reden. Die Wände sind geschmückt mit zahlreichen Auszeichnungen. „Jeden Tag ein paar Stunden für den Sport“, sagt der umtriebige Rentner. Seit 1974 engagiert er sich so. In Kürze soll die Arbeit weniger werden. Am 27. Juni übergibt er den Vorsitz des Stadtsportverbandes Voerde an seinen Nachfolger.

„Irgendwann muss Schluss sein. Es braucht dann auch mal neue Ideen, und das ist bei alten Männern ja nicht immer so einfach“, sagt er. In wenigen Wochen dürfte es also ruhiger werden im Hause Ellerbrock. Am heutigen Dienstag jedoch wird der Trubel bestimmt noch einmal besonders groß sein. Dann feiert Dieter Ellerbrock seinen 80. Geburtstag.

Angefangen hatte für Dieter Ellerbrock alles als Knirps. Ein Jahr spielte er Fußball für die SV 08/29 Friedrichsfeld, dann entdeckte er das Interesse an der Leichtathletik. Deshalb ging er 1953 zum SV Spellen, wo er beide Sportarten ausüben konnte. Viele schöne Erinnerungen hat Ellerbrock, der es in der Fußball-Bundesliga mit Borussia Dortmund, „aber auch der anderen Borussia“, hält, als Sportler gesammelt. Die beste Zeit? „Das war in der Altherren-Mannschaft. Wir sind viel rumgekommen, waren in Ungarn, Österreich, England, Holland und Belgien. Noch heute treffen wir uns hin und wieder auf dem Sportplatz“, sagt Ellerbrock.

Eine noch größere Rolle als der Sport spielt die Familie im Leben von Dieter Ellerbrock. 1957 hat er seine Frau Maria kennengelernt, 1963 wurde geheiratet. Für sie siedelte der Konstrukteur für Brückenzubehör sogar zeitweilig nach Wien um. „Meine Frau kommt aus Österreich. Wir kannten uns schon eine Weile, dann haben ich zwei Jahre in Wien gearbeitet, im Kolpinghaus mit 30 anderen jungen Männer gewohnt.“

Auch dort spielte er Fußball – in der Kreisliga für den SV Dross. Ellerbrock verliebte sich damals nicht nur in seine Frau, sondern auch in deren Heimat. „Wir wollten eigentlich in Wien bleiben. Doch als Deutscher bekam man nur schwer eine Wohnung, deshalb sind wir zunächst in mein Elternhaus nach Voerde gezogen. Geplant war, dass wir nach ein paar Jahren zurückgehen. Aber dann sind wir doch geblieben“, sagt Ellerbrock. Österreich und die Berge trägt das Paar, das zwei Töchter und vier Enkelkinder hat, aber noch immer im Herzen.

„Die Arbeit ist mir nie langweilig geworden“, sagt er mit voller Überzeugung für das Ehrenamt. Seit fast 66 Jahren hält er seinem Klub die Treue. Bis ins hohe Alter spielte er Fußball für den Verein, in dem er seit mehr als vier Jahrzehnten als Funktionär tätig ist. Von 1974 bis 1984 war er stellvertretender, von 1984 bis 1994 Vorsitzender. Seit 25 Jahren ist er Ehrenvorsitzender des SVS. Seit 1980 wirkt er im Stadtsportverband mit – erst als Schatzmeister, seit 1993 als Vorsitzender. Er war von 2001 bis 2015 stellvertretender Vorsitzender im Kreisportbund und ist seit 2004 Beisitzer im Voerder Stadtmarketing.

1984 erhielt Ellerbrock die Silberne Ehrennadel des Fußball-Verbandes Niederrhein, 1987 gab es die Ehrennadel in Gold. Die Sportehrenplakette des KSB Wesel wurde ihm 1994 verliehen. Eine hohe Auszeichnung bekam er 2005: die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

„Es gibt leider immer weniger Leute, die ein offizielles Ehrenamt übernehmen wollen“, sagt Eller­brock. „Den meisten fehlt einfach die Zeit. Auch ich merke ja, wie schnell die Zeit vergeht. Auf einmal sind schon wieder zehn Jahre um.“

(Ott)
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