Sportpreis Voerde geht an Lars Wiemer

Sportpreis Voerde : Der erste Bogen war aus Holz gebastelt

Lars Wiemer, Bogenschütze des BSV Friedrichsfeld, wurde Vierter bei der Deutschen Meisterschaft und erhielt nun den Voerder Sportpreis des Monats. Im nächsten Jahr will sich der 18-jährige Hünxer weiter verbessern.

Es war das Wochenende Anfang März, als es für Lars Wiemer in Solingen um die Deutsche Meisterschaft ging – das Highlight seiner bisherigen sportlichen Karriere. Gemeinsam mit Trainer Tom Geilenkirchen erreichte der 18 Jahre alte Bogenschütze des BSV Friedrichsfeld bei der Hallenrunde den vierten Platz mit 563 Ringen mit dem Compound-Bogen. Mit ein Grund dafür, dass er nun im Juli den Voerder Sportpreis des Monats erhielt.

Dass sein Vater Olaf in Solingen eigentlich nicht dabei sein sollte, ist eine Eigenheit seines Sohnes. „Ich bin dann am besten, wenn ich mich alleine auf meinen Sport konzentrieren kann“, sagt die Nachwuchshoffnung des BSV. Auch Coach Geilenkirchen, der Haupttrainer des Gesamtvereins „Alte Emmelsumer“ ist, macht deutlich, dass es bei den wichtigen Wettkämpfen nur selten Augenkontakt gibt. Natürlich ist aber auch klar, dass Olaf Wiemer den bedeutendsten Erfolg seines Sohnes miterleben wollte. Er besorgte sich deshalb extra ein anderes Auto und kam mit Mütze in die Halle, damit Lars ihn nicht erkennt.

Lars Wiemer hatte selber die Idee, mit dem Sport mit Pfeil und Bogen zu beginnen. Schon früh bastelte er sich mit Holz aus dem Wald eigene Bogen und probierte damit zu schießen. 2012 war es soweit, dass man auf den Bürgerschützenverein Friedrichsfeld aufmerksam wurde. Direkt verstanden sich der damals Zwölfjährige und sein Trainer blind und sind heute „ein Herz und eine Seele“. „Tom hat einen riesigen Anteil an meinen bisherigen Leistungen, Wir verstehen uns auch unabhängig vom Sport super.“ Geilenkirchen ist entsprechend stolz auf seinen Schützling: „Es macht einfach Spaß, einen wie Lars zu trainieren. Die Motivation und den Willen hat nicht jeder. Auch die besseren Trainingsbedingungen durch den Bau der Mehrzweckhalle kommen uns entgegen.“ Auch das gegenseitige Pushen in der Trainingsgruppe ist ein entscheidendes Merkmal.

Zwei- bis dreimal pro Woche trainiert der in Hünxe wohnende Schüler mit seinen Freunden Lukas Masuch und Maximilian Ruef. Um sich stetig zu verbessern, nimmt man dann auch trockenere Übungen in Kauf. Mit Blick auf die bisherigen Titel kann er sich sicher sein, dass sich die Arbeit lohnt. Zahlreiche Vereins-, Kreis- und Bezirksmeisterschaften sprechen eine eindeutige Sprache. Die Krönung sind jedoch die Deutschen Meisterschaften, bei denen 2017 ein zehnter Platz zu Buche stand und dieses Jahr eine Verbesserung auf Platz vier. Da kommt es nicht von ungefähr, dass auch eine Nominierung zum Sportpreis der Stadt Voerde erfolgsversprechend ist. Ein Argument liefert auch der Schüler der Gesamtschule Hünxe: „Ich denke, dass die Besonderheit am Bogenschießen die Tatsache ist, dass meinen Sport nicht so viele Jungen und Mädchen machen.“

Nächstes Jahr stehen neben den Abiturprüfungen wieder die Deutschen Meisterschaften an. Hier will der 18-Jährige noch einmal die letzte Platzierung übertreffen. „Ein Platz auf dem Treppchen wäre ein Riesending. Zumal ich deutlich lieber in der Halle bin als im Freien, da brauche ich mir keine Gedanken um die Witterungsbedingungen zu machen.“

Auch schon sicher ist, dass Lars Wiemer nach dem Abitur eine Ausbildung zum Technischen Zeichner machen möchte. Da hofft er, dass er dann seiner Leidenschaft dem Bogenschießen weiter nachgehen kann, obwohl er sich wohl zunächst auf weniger Trainingszeit einstellen muss.

Jetzt geht es für Lars in den Sommerferien in den Urlaub nach Borkum an die Nordsee, wo eine weitere Freizeitbeschäftigung, das Motorbootfahren, auf ihn wartet. Seinen Bogen kann er jedoch nur schwer für längere Zeit aus der Hand legen: „Deswegen nehme ich ihn auf jeden Fall mit, um auch dort ein wenig zu schießen.“

(SG)