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Lokalsport: Schiri-Mangel: Kreis schlägt Alarm

Lokalsport : Schiri-Mangel: Kreis schlägt Alarm

Fußball: Spiele der B-Liga können bald nicht mehr mit Referees besetzt werden.

Mit einem flammenden Appell richtet sich Norbert Brunnstein auf der Internetseite des Fußball-Kreises Rees/Bocholt an die Vereine. Denn der Kreisschiedsrichter-Obmann befürchtet, dass ohne die Hilfe der Clubs bereits in dieser Saison die Partien in der Kreisliga B ohne Referees über die Bühne gehen werden. "Ich hoffe, dass wir die Spiele so lange wie möglich besetzen können, habe da aber ernsthafte Bedenken. Spätestens nach der Winterpause werden wir Probleme bekommen", sagt Brunnstein.

Dafür sieht der Obmann mehrere Gründe. So habe es für die 182 Schiedsrichter des Kreises kaum eine Pause gegeben. "Seit dem 1. Juli haben sie bereits 450 Freundschaftsspiele gepfiffen", sagt er. Die Meisterschaft habe sich nahtlos angeschlossen. Irgendwann sei der Akku der Unparteiischen für die Senioren-Teams aber leer, zumal sich das Verhältnis im Kreis immer mehr in Richtung Jung-Schiedsrichter verschiebe. 35 Prozent der Unparteiischen sind mittlerweile Nachwuchs-Referees, vor einiger Zeit waren es noch lediglich 20 Prozent.

Neue Schiedsrichter rücken auch nicht nach. Für einen am kommenden Montag in Bocholt beginnenden Anwärter-Lehrgang liegen nur sechs Anmeldungen vor. "Eigentlich kann so ein Kursus erst ab etwa zehn Kandidaten abgehalten werden. Ich habe mir schon eine Sondergenehmigung beim Verbandsschiedsrichter-Ausschuss geholt", sagt Brunnstein. Denn die Kosten sollten bei so wenigen Teilnehmern schon übernommen werden. Vor einem Jahr waren noch 30 Anwärter bei dem Lehrgang dabei.

Bei der letzten Arbeitstagung konnte Norbert Brunnstein noch von einer Quote von 95 Prozent der Spiele berichten, die im Herren- und Frauen-Bereich auf Kreisebene sowie in der A-Junioren-Leistungsklasse mit Unparteiischen besetzt werden konnten. Ab der B-Jugend werden Jung-Schiedsrichter eingesetzt. Auf die prekäre Situation hat Brunnstein schon mehrfach bei Arbeitstagungen der Fußballer aufmerksam gemacht. Ergebnis: fast gleich Null. "Dabei sind die Vereine für die Quantität bei Schiedsrichtern und wir für die Qualität verantwortlich", sagt Obmann Brunnstein.

(R.P.)