SC Wacker Dinslaken feiert 100-jähriges Bestehen

Jubiläum : SC Wacker Dinslaken blickt auf 100 Jahre zurück

Am Samstag feiert der Club sein 100-jähriges Bestehen. Langjährige Mitglieder erinnern sich an erfolgreiche Zeiten. Derzeit erlebt der Verein einen Aufschwung. Unter anderem soll es bald Frauen-Fußball geben.

Fast genau 100 Jahre ist es her, da wurde im Mai 1919 der Verein Union Feldmark gegründet. Vier Jahre später benannte sich der Club dann in Wacker Dinslaken um. Die Namensgebung haben die Mitglieder den belgischen Truppen zu verdanken, die zu Beginn der 1920er-Jahre die Feldmark besetzt hatten. Die Sportler der Union Feldmark trafen sich nach der körperlichen Ertüchtigung regelmäßig in ihrem Vereinslokal Ortmann. Wenn die Sperrstunde überschritten war, kam es vor, dass die Soldaten für Ruhe sorgten.

Eines Abends klopfte eine belgische Patrouille an die Tür. Einer der Soldaten betrat den Raum, deutete mit seinem Gewehr auf die Wanduhr und sagte „Wacker, Wacker“. Frei übersetzt: Jetzt aber ab nach Hause. Dieses Szenario wiederholte sich in diesen Zeiten mehrmals und so wurde es zu einer gängigen Verabschiedung unter Vereinskameraden.

Bis ins Jahr 1934 wurde unter dem Namen Wacker Dinslaken Fußball gespielt, dann wurde der Verein in den SuS 09 Dinslaken überführt. Die Feldmärker spielten ab 1937 unter dem Namen Schwarz-Weiss Dinslaken und taten dies bis zum Einmarsch der alliierten Truppen im Jahr 1943. Im Herbst 1945 ging dann der SC Wacker Dinslaken mit zwei Senioren- und drei Jugendmannschaften wieder an den Start. Glorreiche Zeiten sollten folgen. Den Feldmärkern gelang 1969 der Aufstieg in die Landesliga, die damals zweithöchste Amateurklasse.

Julien Wans (links) gibt seinen Trainerposten bald an Benjamin van de Loo ab und fungiert dann als Sportlicher Leiter des SC Wacker Dinslaken. Foto: Wans

Die Spieler aus diesen Jahren sind bis heute nicht vergessen. Helmut Zaksek kann noch viel von früher erzählen. Auch Klaus Brugger, der wie Zaksek der Landesligamannschaft angehörte, erinnert sich gerne zurück. Der sogenannte Wackergeist beinhaltet die Begeisterung für Sport an der Feldmark und ein familiäres Miteinander, wie Brugger sagt: „Wir waren damals wie eine Familie. Es war bei uns gang und gäbe, nach dem Training oder nach dem Spiel noch zur Kneipe Biefang an der Augustastraße zu gehen.“ Dort feierte Brugger übrigens später seine Hochzeit.

Auch Helmut Zaksek hat viele Erinnerungen an die Zeit. „Wenn ich mit meinem Roller in die Augustastraße abgebogen bin, habe ich immer ein Ziehen auf dem Lenker bekommen.“

Aber nicht nur Abseits des Platzes waren die Spieler von Wacker schon immer eine Einheit. „Elf Freunde müsst ihr sein, haben sie früher immer gesagt“, sagt Zaksek. „Ich war nachher so etwas wie der Opa im Team, aber die Jungs haben immer auf mich gehört.“

Mit großen Augen blättert er in einem Fotoalbum und erzählt von den geschlagenen Schlachten, vor allem auf dem Ascheplatz am ehemaligen Feuerwehrturm. „Wir waren immer die Elf vom Feuerwehrturm“, sagt er. Mit dem Verein wie er heute existiert, haben die Altgedienten aber nichts mehr zu tun. „Ich war ein paar Mal am Platz, aber man kennt einfach keinen mehr“, so Zaksek. Dass es aber nach wie vor noch ein reges Vereinsleben gibt, kann Felix Spitzer, Kapitän der Wacker-Reserve, bestätigen: „Wir haben einen tollen Zusammenhalt zwischen allen Teams. Der Verein erlebt in der jüngsten Zeit wieder einen Aufschwung.“ In der kommenden Spielzeit soll es sogar Frauen-Fußball geben.

Die positive Entwicklung des Vereins könnte am Freitag mit dem Aufstieg der ersten Mannschaft in die Kreisliga A gekrönt werden. Um 19.30 Uhr tritt die Elf beim 1. FC Hagenshof an und dürfte im Falle eines Sieges die Meisterschaft feiern. Die Aufstiegsparty würde dann am Folgetag beim 100-jährigen Jubiläum noch etwas weitergehen.

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