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Lokalsport: RWS stürzt Spitzenreiter BW Mintard

Lokalsport : RWS stürzt Spitzenreiter BW Mintard

Lohberger Fußball-Bezirksligist setzt sich mit 2:1 (0:1) gegen den Tabellenführer aus Mülheim durch und macht seinem Trainer Ahmet Tutal damit ein großes Geschenk. Adrian Rakowski erzielt das Siegtor für die Rot-Weißen.

Adrian Rakowski ist ein kleiner Mann. Der Angreifer von RWS Lohberg misst 1,72 Meter. Diese Präsenz, die langaufgeschossene Keilstürmer besitzen, kann er nicht verkörpern. Dennoch beauftragte ihn Trainer Tutal, ganz vorne im Zentrum zu stürmen. Und Rakowski war präsent. Aber eben auf seine Art. Das goldene Tor zum 2:1 (0:1)-Sieg gegen die vor diesem Spieltag in der Fußball-Bezirksliga auf Platz eins gelistete DJK Blau-Weiß Mintard gelang dem flinken Rakowski, der seinen Bewachern im Epizentrum einmal entwischte und dann clever einschob (54.).

Das Gesamtwerk veredelte Rakowski. Möglich gemacht hatte es indes die gesamte RWS-Belegschaft. Nur der Schwarm zählt. Das betont Tutal fortwährend. "Große Namen brauche ich nicht, ich brauche eine Gemeinschaft, ein Team." Wie ein Schwarm Putzerfische wirkte seine Mannschaft gegen Mintard. Vor allem in der zweiten Halbzeit.

Davor hatten die Lohberger noch zu fehlerhaft agiert. Beim 0:1 durch Jannis Grube etwa, als die Defensivreihe das eigene Tor arg behäbig verteidigte (7.). Auch Torwart Kerem Yildiz sah da nicht gut aus. Und in der Offensive war RWS entweder zu zögerlich (Enis Capris Versuch wurde geblockt, 4.), zu ungenau (Rakowski legte unsauber quer, 42.) oder die Lohberger scheiterten am Mintard-Keeper Dominic Haas (Murat Yildirim, 45.). "In der zweiten Hälfte hat sich meine Mannschaft aber hochgerappelt. Von Mintard habe ich, bis auf die Schlussoffensive, sehr wenig gesehen", befand Tutal.

Und Lohbergs Fußballchef analysierte richtig. Fabjon Marku traf zum Ausgleich, nachdem Torwart Haas einen wuchtigen Freistoß von Murat Yildirim nicht festhalten konnte (48.). Den Schlusspunkt setzte Rakowski. Da Yildiz, der den voraussichtlich zwei Wochen fehlenden Baris Tekin (Muskelzerrung im Unterarm) im Tor vertrat, die wenigen Abschlüsse Mintards sichern konnte und die Mannschaft vollumfänglich engagiert verteidigte, gewann RWS.

"Wir haben den Sieg am Ende souverän verwaltet", meinte Tutal. "Das Ergebnis geht so in Ordnung." Und es katapultiert die Rot-Weißen auf Tabellenplatz fünf, gleich hinter die um drei Plätze abgerutschte DJK Blau-Weiß Mintard. "Diese Liga", sagt Tutal, "ist wahnsinnig ausgeglichen. Den jetzigen Stand bewerten wir nicht über. Hat man mal einen schlechten Tag, geht man in dieser Gruppe baden. Mein Team ist jung und muss sich weiter stabilisieren."

Weiterhin peilt RWS einen einstelligen Tabellenplatz an. An der Zielsetzung ändert sich nichts. Ali Acabuga, der Vorsitzende, sagt: "Es gibt keine Übermannschaft mehr, so wie letztes Jahr Hamborn 07. Man darf nach oben schielen, muss aber auch immer nach unten schauen."

Übungsleiter Ahmet Tutal blickt dieser Tage vor allem in die Türkei. Dort, in seinem Heimatland, liegt seine Mutter im Sterben. Psychisch, aber auch physisch sei es derzeit schwierig für ihn. "Ich fliege andauernd hin und her." Erst sehr spät am Samstagabend kam Tutal wieder in Deutschland an. Aber, so der 47-Jährige, so sei es eben, das Leben. "Man fällt, und dann muss man wieder aufstehen und weiterlaufen. Der Sieg meiner Mannschaft heute war daher ein sehr schönes Geschenk."

RWS: Yildiz; Marku, Colakovic, Kubilay Aydin, Cem Aydin, Rakowski, Himet Barut (88. Rafet Yildirim), Murat Yildirim, Tayfun Kazkondu (46. Özer), Abdullah Barut, Capri (75. Ilgar).

(RP)