RWS Lohberg möchte im VfB-Stadion auflaufen

Fußball : RWS Lohberg möchte im VfB-Stadion auflaufen

Der Bezirksligist muss für die Partie der ersten Runde des Niederrhein-Pokals gegen den Wuppertaler SV ein Sicherheitskonzept erstellen und würde gerne im Stadion des Nachbarn spielen.

Der Aufgabe ist sich Ali Acabuga bewusst. In den vergangenen Wochen beschäftigte den Vorsitzenden des Fußball-Bezirksligisten RWS Lohberg schon zur Genüge die Frage, mit welchem Kader Trainer Thorsten Albustin in die nächste Saison starten kann. Seit Mittwochabend haben die Verantwortlichen eine Baustelle mehr. Denn nicht nur sportlich brachte die Auslosung der ersten Runde im Niederrheinpokal eine Herausforderung: Der Regionalligist Wuppertaler SV als Gegner bedeutet auch organisatorisch eine Menge Arbeit. Acabuga geht sie mit Optimismus an: „Vor Arbeit scheuen wir uns nicht. Sie ist für uns in dem Fall vielmehr ein Ansporn“.

Die ersten Telefonate für die Vorbereitung der vorerst für Mittwoch, 8. August, angesetzten Partie führte der 43-Jährige bereits am Donnerstag. Mit der Polizei muss ein Sicherheitskonzept erarbeitet werden, da der Wuppertaler SV traditionell zu seinen zahlreichen Anhängern sogenannte Problemfans zählt. Unwahrscheinlich, dass die Anforderungen auf dem Aschenplatz am Fischerbusch zu erfüllen wären. Oberligist TV Jahn Hiesfeld hat mit derlei Partien bereits Erfahrungen gesammelt und wich unter anderem für sein Niederrheinpokal-Viertelfinalspiel im November gegen den WSV in die Lohberger Dorotheen-Kampfbahn aus.

Auch für RWS wäre die Dorotheen-Kampfbahn als Austragungsort eine naheliegende Option. Die Spieler müssten von ihrem gewohnten Umfeld nur über die Straße umziehen, logistisch ist das Stadion am ehesten geeignet. Allerdings hat laut Nutzungsvertrag mit der Stadt dort der VfB Lohberg das Hausrecht. Bei bisherigen Gastspielen des TV Jahn in Meisterschaft und Pokal einigten sich die Verantwortlichen beider Vereine unter anderem darauf, dass der VfB die Einnahmen aus Würstchen- und Getränkeverkauf teilweise oder sogar vollständig für sich verbuchen durfte.

Ali Acabuga will mit VfB-Präsidentin Karina Wistuba Kontakt aufnehmen und eruieren, wie die Chancen stehen, für die Partie ins Stadion zu kommen. „Die Anforderungen sind auf jeden Fall stemmbar“, sagt er und freut sich über das Los. „Nur der KFC Uerdingen wäre noch schöner gewesen.“ Er weiß aber auch, dass er bei seiner Wunschlösung vom Wohlwollen des Nachbarn abhängig ist. Ein Aspekt, der angesichts der in der Vergangenheit gepflegten Abneigung der Schwarz-Gelben gegen die Rot-Weißen eine nicht zu verachtende Hürde darstellen könnte.

Karina Wistuba gibt sich nicht nur deshalb skeptisch: Nach dem Hiesfelder Duell mit dem WSV hätten Wuppertaler Fans trotz einer Hundertschaft der Polizei und einer Security-Frma im Einsatz „die Bande kaputt getreten und Sanitäranlagen beschädigt“, sagt die Vorsitzende der „Knappen“. „Damals sind viele Schäden entstanden. Außerdem haben wir zurzeit in der Kabine einen Rohrbruch.“ Sie stellt zudem die These auf, die Sicherheitsbestimmungen seien „auf dem Platz bei RWS viel besser umzusetzen als bei uns im Stadion“.

Auf der anderen Straßenseite hofft Ali Acabuga dennoch auf eine Einigung, zumal in Lohberg nach der Sanierung des Stadions und dem Bau der Kunstrasenplätze im Jahr 2020 in den Planungen der Stadt eine gemeinsame Bezirkssportanlage für mehrere Vereine entstehen soll. „Die Lenkungsgruppe hat bei den Beratungen auch festgelegt, dass das Stadion dann als Austragungsstätte für besondere Spiele, egal von welchem Verein, vorgesehen ist“, sagt Ali Acabuga. Eine Hintertür hält sich der RWS-Vorsitzende trotzdem für den Fall der Fälle offen: „Das Hiesfelder Stadion wäre ja für die Partie geeignet.“ Das Heimrecht zu tauschen hält er dagegen „nicht einmal für Plan B, das wäre höchstens Plan C“.