Lokalsport: RWS Lohberg liegt voll im Soll

Lokalsport : RWS Lohberg liegt voll im Soll

Der Fußball-Bezirksligist, der in der vergangenen Spielzeit erst in der Relegation den Klassenerhalt schaffte, steht auf dem fünften Platz. Der neue Coach Trainer Ahmet Tutal und einige Neuzugänge haben entscheidenden Anteil daran.

Das Zwischenzeugnis fällt sehr positiv aus. RWS Lohberg belegt in der Fußball-Bezirksliga nach zwölf Partien Platz fünf, wobei das Spiel beim Mülheimer SV bekanntlich abgebrochen wurde und die Wertung noch aussteht. RWS könnte also noch näher an die Spitzengruppe heranrücken. "Es läuft gut", sagt Ali Acabuga, der Vorsitzende. "Zum jetzigen Zeitpunkt haben wir schon viele Punkte gesammelt." Es sind 22. Und: "Unser Kader ist deutlich besser aufgestellt als in der vergangenen Saison."

Zehn Neuverpflichtungen genehmigte sich RWS im Sommer, das in der vergangenen Spielzeit erst in der Relegation den Klassenerhalt perfekt gemacht hat. Ende September stieß noch Adrian Rakowski, zuletzt beim Oberligisten TV Jahn Hiesfeld am Ball, hinzu. Nicht nur er verstärkte die Rot-Weißen auf Anhieb. Auch Innenverteidiger Vedad Colakovic und die Angreifer Hasip Özer, Enis Capri und Yasin Ilgar erwiesen sich bislang als qualitativer Zugewinn.

Acabuga registriert nicht nur das zufrieden. "Die vielen jungen, talentierten Spieler, die wir schon besaßen, werden auch immer besser." Etwa Hikmet Barut (21 Jahre), der sich einen Stammplatz erarbeitet hat. Oder Torwart Baris Tekin (21), der zwar aktuell verletzt fehlt, seinen Platz in der Startelf aber sicher hat. Tekin, der in der Vergangenheit teils hektisch agierte, strahlt immer mehr Sicherheit aus. Seine Reflexe waren schon in der Spielzeit zuvor ein großes Plus.

Ein gewichtiger Faktor, weshalb sich die Neuen so gut integriert und einige Spieler einen bemerkbaren Entwicklungsschritt vollzogen haben, ist Trainer Ahmet Tutal, ebenfalls erst seit diesem Sommer Angestellter bei RWS. Der Coach versteht sich dabei auch als Erzieher. "Bei Hikmet Barut beispielsweise halte ich die Zügel sehr straff. Das hat nichts mit seiner Leistung zu tun, sondern weil er auf dem Boden bleiben soll." Mittelfeldspieler Barut neige dazu, schnell abzuheben. Deshalb spornt Tutal den jungen Spieler immer wieder an, von dem er sagt: "Was er in dem Alter schon umsetzt, ist klasse."

Gemeinsam mit Fabjon Marku, ebenfalls 21 Jahre jung, und Murat Yildirim (28) bildet Hikmet Barut derzeit die RWS-Schaltzentrale. Zur vollsten Zufriedenheit Tutals. Yildirim, der durchaus höherklassig spielen könnte, wäre er mit mehr Begeisterung dabei, nimmt in dem Trio die Führungsrolle ein. Fabjon Marku, schon unter den vorherigen Trainern Thorsten Albustin und Torsten Klump eine feste Größe, begeistert auch Ahmet Tutal: "Seine Zweikampfstärke und Laufbereitschaft sind stark. Er ist unheimlich ehrgeizig und stellt sich immer in den Dienst der Mannschaft." Aber, so der Coach, auch Marku habe noch seine "individuellen Macken", an denen es zu arbeiten gelte.

Auch das ist Ahmet Tutal. Er lobt gern und verwehrt sich nicht der positiven Einzelbewertung. Aber Tutal äußert sich extern eben auch gern kritisch. Tayfun Kazkondu wurde gegen Mintard (2:1) nach 45 Minuten ausgewechselt. Tutals Kommentar: "Mit seiner Spielweise und Einsatzbereitschaft war ich nicht einverstanden."

Die Feiertagsstimmung muss schnell wieder einer nüchternen Arbeitsweise weichen. Darauf weist Tutal immer wieder hin. Und eben das hatte sich Acabuga auch erhofft, als er dem 47-jährigen Türken das Traineramt anbot. "Ahmet Tutal war unsere Wunschlösung. Zuvor hatte ich zu ihm noch keinen Kontakt. Er galt aber immer als ein Coach, der auf Disziplin pocht und ein Team formen kann."

Das gelingt Tutal aktuell überzeugend. Der Trainer weiß indes. "Unser Reifeprozess muss weitergehen." Schon am kommenden Sonntag wartet der nächste harte Prüfstein. Auswärts trifft RWS auf den Tabellenführer FC Blau-Gelb Überruhr. "Das wird sehr, sehr kompliziert", sagt Acabuga. Er kann sich jedoch recht entspannt zurücklegen. Denn egal, wie diese Partie ausgeht: RWS Lohberg ist zurzeit voll im Soll.

(RP)
Mehr von RP ONLINE