Lokalsport: RWS dominiert das Spiel - und verliert

Lokalsport : RWS dominiert das Spiel - und verliert

Fußball-Bezirksliga: Rot-Weiß Selimiyespor war gegen Adler Union Frintrop in allen Belangen die bessere Mannschaft. Doch der Gegner wartete auf seine Chancen und gewann am Ende mit 0:2 (0:0). Beine der Lohberger wurden schwer.

Drei ältere Herren mit Schirmmütze standen am Spielfeldrand und quatschten. Das Spiel ihrer DJK Adler Union Frintrop in der Fußball-Bezirksliga bei RWS Lohberg hatten sie nicht verpassen wollen und deshalb die sonntägliche Auswärtsfahrt angetreten. Über das, was sie da sahen, waren sie aber zunächst nicht begeistert, schienen ihren Ausflug eher zu bereuen. "Was haben die gestern Abend bloß gemacht?", fragte der eine. "Sich wohl vollkommen verausgabt", antwortete der zweite. Der dritte im Bunde kommentierte: "Jede Woche derselbe Mist in grün."

Ihr Meckern, zugegeben, war berechtigt. RWS dominierte den überforderten Gast. Dennoch lagen sich schlussendlich die in grün gekleideten Essener in den Armen. Sie gewannen 2:0 (0:0); "Glück gehabt", meinte einer der drei.

RWS, zuletzt drei Pflichtspiele in Serie erfolgreich, war in fast allen Belangen überlegen: im Positions- und Kombinationsspiel, im Spielaufbau und Umschaltverhalten. Aber die Toranzahl, sprach schlussendlich aber für den Gast. "Bitter", befand RWS-Coach Ahmet Tutal. "Vom Gegner war eigentlich nichts zu sehen. Die konnten überhaupt nichts, haben den Ball nur lang nach vorn gespielt und auf den lieben Gott gehofft." Hätte sein Team in der ersten Halbzeit nur eine der drei sehr guten Einschussmöglichkeiten verwandelt, "dann wäre der Gegner untergegangen", meinte Tutal. Die ließen Yasin Ilgar und Tayfun Kazkondu (19.) sowie Himet Barut (30.) allerdings liegen.

RWS investierte viel in diesem ersten Durchgang. Die von Tutal zuletzt häufig gelobte Spielanlage schnürte den Gast im eigenen Drittel ein; Entfaltung duldeten die im Rückwärtsgang konsequenten Lohberger nicht. Nach dem Schlusspfiff bilanzierte der Trainer: "Wir haben in der ersten Hälfte zu viele Kräfte gelassen, nach der Pause wurden die Beine sehr schwer." Das Pokalspiel gegen Mülheim (5:3) vom Donnerstag habe seinen Akteuren noch in den Knochen gesteckt. Unkonzentriertheiten vorne wie hinten nahmen zu und luden die schwachen Essener zum Toreschießen ein. Yannick Reiners (73.) und Christian Büttner (90.+1) trafen.

Adrian Rakowski, Lohbergs Königstransfer, blieb übrigens blass. Eine Grippe hatte den Stürmer unter der Woche geschwächt. "Das hat man auch gesehen", so Tutal. Dennoch beließ ihn Tutal bis zum Schluss auf dem Feld. Er hoffte auf den einen genialen Moment. Der kam aber nicht. Und so gingen die drei Herren mit Mütze doch noch breit grinsend nach Hause.

RWS: Tekin; Ucar, Marku, Colakovic, K. Aydin (79. Özer), C. Aydin, Rakowski, H. Barut (55. A. Barut), Kazkondu, Ilgar (46. Dema), M. Yildirim.

(RP)
Mehr von RP ONLINE