Lokalsport: "Rote Teufel" spielen Portugiesen an die Wand

Lokalsport : "Rote Teufel" spielen Portugiesen an die Wand

Rollhockey: Die RESG Walsum verfehlt durch das 5:2 gegen den HC Turquel nur knapp die Verlängerung im CERS-Cup.

Glücklich dreinblickende Walsumer rollen zur Tribüne und klatschen mit ihren Fans ab, völlig niedergeschlagene Gästespieler sitzen in einer Ecke der Halle Beckersloh und können nicht glauben, was ihnen gerade passiert ist - und Günther Szalek, Trainer der RESG, muss seinen Kollegen Joao Simones fast schon tröstend in den Arm nehmen. Es waren schon sehr skurrile Szenen, die sich am Samstagabend nach dem Achtelfinal-Rückspiel im CERS-Cup zwischen dem deutschen Rollhockey-Rekordmeister und dem portugiesischen Erstligisten abspielten - jedenfalls gemessen am reinen Gesamtergebnis, denn durch den 5:2 (2:1)-Sieg hat die RESG nach dem 0:4 in Portugal denkbar knapp den Einzug ins Viertelfinale verpasst.

Auch wenn sich verständlicherweise ein guter Schuss Traurigkeit in die Siegesfreude mischte: Am Ende überwog wohl eindeutig der Stolz über das in dieser Form kaum erwartete Resultat. "Gehofft hatte ich schon, dass es so läuft", sagte Trainer Günther Szalek nachher. Mit einem Blitzstart, wie ihn seine Mannschaft in beiden Halbzeiten hinlegte, hatte er aber nicht ernsthaft rechnen können - und die perplex dreinblickenden Portugiesen taten das wohl noch viel weniger.

Der Schock saß tief, nachdem Felipe Sturla bereits nach 17 Sekunden einen Abspielfehler des HCT genutzt und das 1:0 erzielt hatte. Für den Vizekapitän selbst war dies auch der Auftakt zu einem glorreichen Abend. "Felipe hat heute zum ersten Mal die Leistung gezeigt, die ich von ihm erwarte. Genau so stelle ich mir das bei ihm vor", meinte Günther Szalek nach dem Spiel gewohnt nüchtern. Zweiter herausragender Feldspieler war Miquel Vila, der in der vierten Minute das 2:0 nachschob. "Man hat gesehen, was er kann, wenn er seine Nervosität ablegt", sagte der RESG-Trainer über den Spanier.

Der gefeiertste Mann des Abends war allerdings Tobias Wahlen. Der Kapitän hockte trotz leichter Erkrankung zwischen den Pfosten - Ehrensache, denn er hatte bei seinem Eishockey-Hobbyteam aus Krefeld die Werbetrommel gerührt. Seine Kollegen unterstützten den Keeper lautstark - besonders, als er in einer zweiminütigen Unterzahl nach Blauer Karte gegen Vila die Führung festhielt. Kurz zuvor hatte Alexandre Duarte für Turquel verkürzt.

Auch nach der Pause legte Walsum wieder los wie die Feuerwehr: Pass von Xevi Berruezo auf Vila - das 3:1 nach 38 Sekunden. Als Felipe Sturla dann zum 4:1 traf, war der Traum greifbar. Vila ließ beim Direkten nach dem zehnten HCT-Teamfoul die große Chance liegen, den Gleichstand herzustellen, der die Verlängerung gebracht hätte. Das machten die Portugiesen in der 44. Minute durch Vasco Luis umgekehrt besser. Weil Turquel sich auch noch das 15. Foul erlaubte, trat Sturla eine Minute vor dem Ende zu einem weiteren Strafstoß an, der das 5:2 brachte.

(T.K.)