Lokalsport: OSC Rheinhausen erneut in heftigen Turbulenzen

Lokalsport : OSC Rheinhausen erneut in heftigen Turbulenzen

Handball: Nach Insolvenz der Spielbetriebsgesellschaft versucht der Oberligist, die Saison zu retten. Akteure können gehen.

Ab sofort können sich die Oberliga-Handballer des OSC Wölfe Rheinhausen einen neuen Club suchen. Alle Spielerverträge sind nichtig, da der Verein seine Spielbetriebsgesellschaft Emporica aufgelöst hat. Wegen Zahlungsunfähigkeit musste die Gesellschaft Insolvenz anmelden. Für Torwart Jens Bothe, der erst im Sommer aus Ratingen nach Rheinhausen zurückgekehrt war, stellt sich diese Frage nach einem Wechsel nicht. "Ich bleibe. Ich werde die Saison durchziehen. Ich hoffe, es ist ein Signal für die Mannschaft", sagte Bothe gestern.

Klaus Stephan freut sich über Jens Bothes Bekenntnis zum Verein. Der Sportliche Leiter vermag noch nicht einzuschätzen, wie viele Akteure aus dem aktuellen Team beim Trainingsauftakt am 4. Januar noch erscheinen werden. "Uns ist klar, dass die Spieler nun Angebote von anderen Vereinen erhalten. Trotzdem hoffe ich, dass wir mit einem großen Teil des Teams im Januar in die Rückrunde starten können", so Stephan.

Spieler wie Christian Mergner, der schon für TV Jahn Hiesfeld und den MTV Dinslaken aufgelaufen ist, oder Joel Huesmann dürften bei mehreren Vereinen Interesse geweckt haben. Laut Stephan haben die Zwillinge Yannick und Julian Kamp sowie Rene van Deventer bereits zugesagt, dass sie beim OSC bleiben. Das gilt auch für Trainer Thomas Molsner - Coach HaDe Schmitz habe sich hingegen noch Bedenkzeit erbeten.

Für den OSC Wölfe Rheinhausen ist die neue Entwicklung ein Schlag ins Kontor. Der Drittliga-Absteiger wollte mit seiner neuen Mannschaft ein entwicklungsfähiges Team für die Zukunft aufbauen. Nun müssen die Rheinhauser einmal mehr bei Null anfangen. Geschäftsführer Klaus Schuppert will diesen Weg weiter federführend mitgehen.

Natürlich habe er darüber nachgedacht, die Brocken hinzuwerfen, so Schuppert. "Aber solange Leute wie Klaus Stephan weiter mit im Boot sitzen, mache ich weiter." Der Geschäftsführer zieht aber ein ernüchterndes Fazit: "In dieser Geschichte gibt es nur Verlierer." Wie Schuppert mitteilte, haben alle Spieler mittlerweile ihr zugesagtes Geld erhalten. Zuletzt hatte der Wölfe-Chef Verzögerungen bei den Zahlungen eingeräumt. Denn es gab Unstimmigkeiten zwischen dem Verein und dem Hauptsponsor Hülsemann.

Der OSC Wölfe will und muss sich nun neu aufstellen. Wie die künftige Sponsorenlandschaft des Vereins aussehen wird, ist derzeit noch nicht absehbar. Klaus Stephan kann sich auch vorstellen, sich um einen größeren Verein als Kooperationspartner zu bemühen.

Da es in dieser Saison keinen Absteiger aus der Oberliga geben wird, hat der OSC Wölfe seinen Platz in der künftig fünftklassigen Liga auch sicher. Diesen Platz wollen die Rheinhauser, so Stephan, dann auch wahrnehmen.

(D.R.)
Mehr von RP ONLINE