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Nur für „unbescholtene Männer“

Nur für „unbescholtene Männer“

Der TV Jahn Hiesfeld feiert sein hundertjähriges Bestehen. Der in seiner Anfangszeit reine Männer-Turnverein wuchs von 39 Gründungsmitgliedern auf heute über 2700 Männer und Frauen, Erwachsene und Kinder, die in sieben Abteilungen des größten Dinslakener Sportvereins aktiv sind.

Der Gastwirt des Restaurants „Germania“ staunte nicht schlecht am 14. Oktober 1906. Da hatten sich 39 junge Männer in seinen Räumlichkeiten zusammengefunden, um einen eigenen Turnverein zu gründen. Als Vorsitzender des neu geborenen Turnverein „Jahn“ Hiesfeld stellte sich Adolf vom Wege zur Verfügung, ihm zur Seite stand Adolf Bangert als Turnwart. Eine Woche später drückte auch der damalige Bürgermeister der Landgemeinde Hiesfeld auf der Ordentlichen Generalversammlung seine Glückwünsche für die Zukunft des Vereins aus.

Der zählt heute mehr als 2700 Mitglieder, die in sieben Abteilungen aktiv Sport treiben – und den TV Jahn zum größten Sportverein Dinslakens machen. Die Anfänge sahen bescheiden aus. Laut Satzung gehörten dem Verein „Turner und Turnfreunde“ an; die Mitgliedschaft konnte allerdings nur erhalten „jeder unbescholtene Mann, der das 17. Lebensjahr vollendet hat“. Turner zahlten 40 Pfennig monatlich als Beitrag, die sogenannten Turnfreunde mussten immerhin drei Mark jährlich berappen.

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Rasanter Aufstieg nach dem Krieg

Trotz einer Spende des Dinslakener Walzwerkes in Höhe von 200 Goldmark reichte es erst zwei Jahre nach der Gründung zu einer eigenen Vereinsfahne. Die musste bald wieder im Keller verstaut werden: Der Erste Weltkrieg brachte den sportlichen Betrieb vollständig zum Erliegen, neun Mitglieder fielen im Kampf, das Vereinsvermögen wurde dem Vaterland geopfert.

Der Aufstieg des TV Jahn nahm erst in den 1920er-Jahren seinen Lauf. Ab 1921 durften auch Frauen im Verein Sport treiben. Zwei Jahre darauf wurden Ballspiele – Handball, Faustball und Schlagball – aufgenommen. Die Fußball-Abteilung kam erst nach dem Zweiten Weltkrieg, der erneut vielen Mitgliedern das Leben kostete, dazu.

Erster Vorsitzender nach Kriegsende wurde 1946 Heinrich Lehr, noch Mitbegründer des Vereins. Vier Jahre später, die Bundesrepublik Deutschland wurde gegründet, erlebte das Stadion in Hiesfeld seine Grundsteinlegung, 1972 setzte der damalige Dinslakener Bürgermeister Wilhelm Lantermann den ersten Spatenstich zur Erweiterung um Tennisplätze und das Vereinshaus. Der TV Jahn zählte inzwischen schon 1500 Mitglieder im Verein.

Auf Heinrich Lehr folgten bis heute acht weitere Vorsitzende, darunter Heinrich Köppen, Kornelius Benninghoff und Hans Maas, die das Wachstum des Vereins maßgeblich vorantrieben. Im März diesen Jahres hat Dietrich Hülsemann den Vorsitz von Klaus Keuser übernommen. Er feiert mit dem TV Jahn Geburtstag.

(RP)