Lokalsport: Noch eine Ehrung für Jana Feldkamp

Lokalsport : Noch eine Ehrung für Jana Feldkamp

Die dem STV Hünxe entstammende Fußballerin des Bundesligisten SGS Essen wurde nach der Fritz-Walter-Medaille des DFB jetzt auch noch von ihrem Heimatverein ausgezeichnet. Nach ihrer Verletzung hat sie sich wieder herangekämpft.

"Ich kann dir viel zeigen, ich kann dir den Weg ebnen, aber du musst ihn gehen." Diesen Satz hat Jens Hauviller formuliert. Schon vor einiger Zeit. Adressiert waren diese großen Worte an seine Spielerin Jana Feldkamp, die Fußballerin, die beim STV Hünxe lernte, deren Talent zügig offenbar wurde und der schließlich der Quantensprung in den Profibereich gelang. Feldkamp, die beim Bundesligisten SGS Essen unter Vertrag steht, ist inzwischen viel geehrt. In der vergangenen Woche wurde die 19-Jährige vom Deutschen Fußball Bund ausgezeichnet. Auf großer Bühne mit der Fritz-Walter-Medaille in Gold. Feldkamp ist die stärkste Nachwuchskraft Deutschlands. Von ihrem Stammclub wurde die Hochbefähigte nun ebenfalls gesondert gewürdigt.

Beim "kleinen Dorfverein", wie Ralf Lange, der STV-Vorsitzende, sagt, sind sie vor allem eines: sehr, sehr stolz. Auf "ihre" Spielerin und auf die eigene Jugendarbeit, die vom DFB mit 11.429 Euro belohnt wird. "Natürlich, wir sind sehr glücklich, dass wir ein solches Talent in unseren Reihen hatten und es begleiten konnten", betont Lange. Mit einem lachenden und weinenden Auge habe der STV Feldkamp vor sechs Jahren in Richtung Essen ziehen lassen. Lange: "Wir sind ein kleiner Verein und haben begrenzte Möglichkeiten. Wenn sich Sportlerinnen und Sportlern anderswo neue Möglichkeiten aufmachen, sind wir die Letzten, die ihnen Steine in den Weg räumen." Von der goldenen, bundesweiten Auszeichnung als beste Nachwuchsspielerin war der Vorsitzende, ebenso wie Feldkamp, überrascht. Aber: "Wir wussten natürlich um ihr Talent, ihren Fleiß und die vielen Einsätze in der Bundesliga und den Nationalteams." Feldkamp ist diese Würdigung des DFB eine "riesengroße Ehre". Maren Meinert, die Trainerin der U20-Nationalmannschaft, rühmt die Ausgezeichnete als "absolute Führungspersönlichkeit", die zwar "still und zurückhaltend" wirke, deren Aussage in der Kabine indes Gewicht besitze.

Neben lobender Worte wurde Feldkamp vom STV Hünxe mit gleich drei Präsenten beschenkt: einer Verdienstnadel, einer Urkunde und einem DIN A3 großen Bild der Hünxer Platzanlage. "Damit du ab und an an den Verein denkst, wo du das Fußballspielen gelernt hast", so Lange. Feldkamp freut's: "Eine schöne Anerkennung." Die Jahre im Jugendbereich des STV Hünxe - von 2004 bis 2011 - bezeichnet sie als "total schöne Zeit. Wir waren ein tolles Team." Zumeist war sie Teil der Jungen-Mannschaften, ihr größter Förderer und Forderer hieß Jens Hauviller. Obwohl, eigentlich ist dieser Coach noch immer Teil des Feldkamp-Teams. Eine Patellaluxation hatte Feldkamp zu Beginn des Jahres in den Krankenstand gezwungen. Ihre Kniescheibe sprang nach einem Zweikampf heraus, die innenseitigen Kniehaltebänder rissen. Rund fünf Monate wurde sie von dieser körperlichen Malaise ausgebremst. Mit Hauviller übte die Mittelfeldspielerin zuletzt individuell an ihrer Ausdauer und technischen Feinheiten.

An den Spieltagen eins und zwei der Frauenfußball-Bundesliga wurde sie eingewechselt, beim 0:3 gegen Bayern München sowie dem 5:2 beim 1. FC Köln. Feldkamp hat die nötige Geduld weiß: "Bei 100 Prozent bin ich nach der langen Pause noch nicht. Ich brauche ein wenig Zeit, vielleicht dauert's noch einen Monat."

Zunächst will sie sich ein Startelf-Mandat im Club erkämpfen und sich dann für die 2018 in Frankreich stattfindende U20-WM empfehlen. Schritt für Schritt. Die Vielgeehrte ist überzeugt: "Ich bin auf einem guten Weg."

(RP)
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