MTV Rheinwacht Dinslaken steht vor Meistertitel

Handball : MTV Rheinwacht Dinslaken will den ersten Matchball verwerten

Am Sonntag kann der Neuling der Regionalliga die zweite Meisterschaft in Serie perfekt machen. Gewinnt die Mannschaft gegen TuSEM Essen II, wäre der Titel in trockenen Tüchern. Philipp Tuda steht vor seinem Comeback.

An einem herrlichen Sommertag im Juli 2018 stellte der MTV Rheinwacht Dinslaken auf der Trabrennbahn seine Mannschaft für die kommende Regionalliga-Saison vor. Die Handballer selbst nutzten die Gelegenheit, um mit einem frisch gezapften Pils noch einmal auf die Oberliga-Meisterschaft und den damit verbundenen Aufstieg anzustoßen.

Das Bier drohte dem ein oder anderen Akteur damals aber schnell wieder aus der Hand zu fallen, als Obmann Heinz Buteweg verkündete, dass er auch in der vierthöchsten Spielklasse gedenke, ganz oben mitzuspielen. Hinter vorgehaltener Hand wurde der Abteilungsleiter von seinen Spielern sicher ein wenig belächelt. Stand heute, lächelt sicher niemand mehr über die vollmundige Ankündigung des Obmanns. Mit einem Sieg im Heimspiel gegen TuSEM Essen II können die Dinslakener am Sonntag um 11.15 Uhr tatsächlich die zweite Meisterschaft in Serie perfekt machen. Der Rahmen für den Matchball stimmt schon mal. Die Douvermannhalle ist seit Tagen ausverkauft.

„Die Atmosphäre, die wir gegen Opladen hatten, wird mit Sicherheit noch einmal übertroffen. Die Vorfreude in der Mannschaft ist schon riesengroß“, sagt Kapitän Marco Banning. Der Torhüter, der unter der Woche mit Rückenbeschwerden zu kämpfen hatte, will auf jeden Fall auf die Zähne beißen und seinem Team mit einer guten Leistung zwischen den Pfosten helfen. Denn die Aufgabe, die mit der Zweitvertretung des Zweitligisten auf den MTV wartet, ist erneut eine große Herausforderung für den Spitzenreiter.

Marco Banning will seinem Team im Tor wieder ein wichtiger Rückhalt sein. Unter der Woche hatte der MTV-Kapitän allerdings mit Rückenbeschwerden zu kämpfen. Foto: Jochen Emde

Die Essener stellen mit nur drei Minuspunkten das beste Rückrundenteam, haben im Saisonverlauf auch schon bei den Rheinwacht-Verfolgern Ratingen und Opladen gewonnen. „Es wird richtig schwer, aber wir wollen das jetzt unbedingt zu Hause klar machen, und wir können das ganz sicher auch packen“, sagt Banning selbstbewusst.

Der 30-jährige Keeper setzt auf das, was seinem Team beim 27:24-Hinspielsieg eine komfortable Halbzeitführung einbrachte: „Wir müssen wieder eine stabile Deckung stellen und vorne unsere Chancen sicher verwerten.“ In Essen kam Dinslaken erst ins Schwimmen, als der Gegner seine Abwehr auf eine enorm offensive Formation umstellte, aber auch auf eine solche Variante hat sich der Tabellenführer diesmal eingestellt.

Personell sieht es beim MTV richtig gut aus. Die eine Woche Pause, die Trainer Harald Jakobs, seinem Team nach dem Zittersieg bei der HSG Siebengebirge verordnete, scheint Wunder gewirkt zu haben. Die allermeisten Blessuren, von denen es nach einer harten Saison zuletzt doch reichlich im Kader gab, sind auskuriert. Auch Rückraumspieler Max Reede, zuletzt eines der größten Sorgenkinder, ist wieder fit. Dazu hat der MTV wieder eine Alternative mehr. Philipp Tuda, der sich beim Sieg in Ratingen Ende Februar die Mittelhand gebrochen hatte, trainierte unter der Woche voll mit und hat auch von seinem Arzt grünes Licht für einen Einsatz bekommen.

„Wenn wir die starken 25 Minuten, die wir zu Beginn des Hinspiels gezeigt haben, diesmal über einen längeren Zeitraum bieten können, dann haben wir sicher gute Karten“, sagt Jakobs, der wie sein Torwart aber auch höchsten Respekt vor dem Kontrahenten hat: „Das wird wirklich eine ganz große Herausforderung.“

Druck jedenfalls scheint die Überraschungsmannschaft vor dem ersten Matchball gegen Tusem II – es folgt noch die Partie beim TV Korschenbroich – nicht zu verspüren. „Den haben wir nicht“, sagt Kapitän Marco Banning, „da ist nur Vorfreude und positive Anspannung.“

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