MTV Rheinwacht Dinslaken siegt in Handball-Regionalliga

Handball : Nervenstarker Gorris verwandelt Siebenmeter

Der Regionalligist MTV Rheinwacht Dinslaken zittert sich nach einer 18:6-Führung bei TuSEM Essen II zum 27:24-Sieg.

Als es endlich vorbei war, da wischte sich nicht nur Harald Jakobs die schweißnassen Hände ab. Auch die vielen Anhänger hatte der Handball-Regionalligist MTV Rheinwacht neben dem eigenen Trainer am gestrigen Sonntagabend durch ein Wechselbad der Gefühle geschickt. Kaum zu glauben, dass der Erfolg bei der Reserve des Zweitligisten TuSEM Essen noch einmal richtig in Gefahr geriet, als es nach 28 Spielminuten sage und schreibe 18:6 für die Dinslakener hieß.

Doch da schalteten die Essener taktisch völlig um, was dem MTV bis zum Ende der Partie absolut nicht schmeckte. Dass es trotzdem zu einem 27:24 (18:9)-Erfolg bei der jungen TuSEM-Mannschaft reichte, führte Harald Jakobs auf die Tatsache zurück, „dass wir uns in den letzten zehn Minuten viel besser bewegt haben“.

Der Essener Trainer hatte seiner Mannschaft nämlich in einer Auszeit kurz vor der Pause eine aggressive, offene Deckung verordnet, mit der die Dinslakener überhaupt nicht zurecht kamen. So schwand der Vorsprung, den sich die Gäste in der ersten Hälfte mit einer fast tadellosen Leistung erarbeitet hatten, Tor um Tor, so dass es in der Schlussphase noch mal richtig eng wurde.

Mit konzentrierter Deckungsarbeit, einer sehr guten Quote im Angriff und einem ausgezeichneten Marco Banning zwischen den Pfosten hatten die Dinslakener ihren Gegner im ersten Abschnitt praktisch an die Wand gespielt. Ungläubiges Staunen auf der Tribüne, als der MTV seinen schnell erarbeiteten Vorsprung immer weiter ausbaute und dabei auch die Unterzahl der Essener zweimal mit Würfen auf das leere TuSEM-Tor bestraften. „Das war praktisch perfekt“, so Jakobs.

Doch schon die drei Tore der Essener hintereinander bis zum Seitenwechsel hätten ein Warnsignal sein müssen. Denn nach Wiederbeginn leisteten sich die Gastgeber kaum noch leichte Fehler. Immer wieder klappte das Anspiel an den Kreis, was sich dann auch noch in einer Vielzahl von Siebenmetern und Zeitstrafen gegen den MTV ausdrückte. Auf der anderen Seite dagegen wurde die zuvor so souveräne Mannschaft immer nervöser, und auch Pech kam dazu, als Jonas Ahls dreimal hintereinander an Latte oder Pfosten scheiterte.

„Aber Ahls war trotzdem für mich der Matchwinner, weil er sich in den entscheidenden Situationen sehr gut bewegt hat, selbst zwei Tore erzielt und seine Mitspieler klug in Szene gesetzt hat“, hob Jakobs seinen Rechtsaußen später hervor.

Waren Philipp Tuda und später auch der ohne den erkrankten Christoph Enders am Kreis allein auf sich gestellte und wieder in Angriff und Abwehr sehr starke Dennis Backhaus zuvor jeweils einmal mit einem Siebenmeter gescheitert, so bewies Fabian Gorris nach 59 Minuten und 26 Sekunden beim Stande von 24:25 Nervenstärke.

Er versenkte den Strafwurf und die Begegnung war doch noch zugunsten des MTV Rheinwacht Dinslaken entschieden.

MTV Rheinwacht Dinslaken: Banning, Ahlendorf – d’Auria (1), Backhaus (8/2), Kruse (1), Gorris (2/1), Jakobs, Höffner, Hahn (2), Reede (5), Ahls (2), Tuda (6).