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MTV Rheinwacht Dinslaken: Philipp Tuda in der Zuschauerrolle

Handball : Philipp Tuda verfolgt den Endspurt als Zuschauer

Der Rückraumspieler des Regionalligisten MTV Rheinwacht Dinslaken hat sich die Mittelhand gebrochen. Im Aufstiegskampf wird er wohl nicht mehr zum Einsatz kommen. „Aber die Jungs machen das auch ohne mich“, sagt er.

In der Schlussphase der Partie bei der SG Ratingen bekam Philipp Tuda einen Vorgeschmack auf das, was ihn in den nächsten Wochen erwartet. „Auf der Bank zu sitzen und nicht mehr eingreifen zu können, war viel härter als die 50 Minuten davor auf dem Spielfeld“, sagt der Rückraumspieler des MTV Rheinwacht Dinslaken. Nach der Schlusssirene fiel Tuda in den Jubel über den 23:22-Erfolg im Top-Spiel der Handball-Regionalliga ein, doch zum lachenden gesellte sich auch ein weinendes Auge. Schließlich war dem 27-Jährigen zu diesem Zeitpunkt längst klar, dass er in der alles entscheidenden Saisonphase wohl nicht mehr eingreifen kann.

Die Bestätigung kam schnell. Mit einem Mittelhandbruch fällt Philipp Tuda mindestens zwei Monate aus. Bei optimalem Heilungsverlauf könnte der Dinslakener frühestens in einer eventuellen Aufstiegsrelegation wieder eingreifen.

Gleich nach der Partie gegen die SG Ratingen begab sich der 27-Jährige ins Krankenhaus. Am Donnerstag musste der Handballer noch einmal zum Röntgen. Die Erkenntnis: Eine Operation wird aller Voraussicht nach nicht nötig werden, allerdings soll Tuda nun für einige Wochen eine Gipsschiene tragen, um zu verhindern, dass der Knochen nicht doch noch verrutscht.

Kurz nach dem Wiederanpfiff war es in der Ratinger Halle passiert. Philipp Tuda war im Angriff unglücklich mit einem Gegenspieler zusammengeprallt. „Ich habe gleich gemerkt, dass da etwas passiert sein muss, aber es wurde nicht allzu dick und das Gefühl war zuerst auch noch da. Also habe ich erst einmal weitergespielt. Irgendwann ging es dann aber nicht mehr“, sagt Tuda, der bis dahin in der Abwehr und auch im Angriff ein gutes Spiel gemacht hatte.

Für den MTV-Stammspieler ist es die erste wirklich langwierigere Verletzung seiner Laufbahn und für den Überraschungs-Spitzenreiter der erste längere Spielerausfall in dieser Saison. „Aber die Jungs machen das auch ohne mich“, sagt Tuda überzeugt. Dabei weiß auch er, dass der Weg zur Meisterschaft bei acht ausstehenden Begegnungen noch lang ist: „Die Liga ist einfach ungeheuer ausgeglichen. Wir haben so viele enge Spiele gewonnen, die können auch ganz schnell anders ausgehen. Man kann auf jeden Fall gegen jeden Gegner in dieser Klasse verlieren.“

Philipp Tuda glaubt deshalb auch nicht, dass der MTV Rheinwacht Dinslaken die restlichen acht Partien ausnahmslos für sich entscheiden wird: „Wir werden am Ende aber auf jeden Fall eine sehr gute Saison gespielt haben.“ Vielleicht reicht es ja tatsächlich sogar zum ganz großen Coup. Bis dahin wird der verletzte Rückraumspieler sich jedoch mit der Zuschauerrolle arrangieren müssen – auch wenn es deutlich schwerer fällt, als auf der Platte zu stehen.