MTV Rheinwacht Dinslaken muss weiter auf möglichen Aufstieg warten

Handball : MTV Rheinwacht Dinslaken vergibt seinen ersten Matchball

Der Regionalligist muss sich nach dem 29:34 im zweiten Aufstiegsspiel beim TV Plochingen noch gedulden. Mit einem Sieg hätten die Dinslakener schon feiern können. In zwei Wochen wird es aber eine zweite Chance geben.

Auf der rechten Seite der Schafhausäckerhalle in Plochingen knallen die Konfetti-Kanonen. Blau-goldener Glitter rieselt auf die glückstrunkenen Spieler, Fans und Verantwortlichen des TV Plochingen. Auf der anderen Seite geht es etwas weniger glamourös zu – gefeiert wird trotzdem.

Es ist ein bemerkenswertes Bild und so typisch für den Handball-Regionalligisten MTV Rheinwacht Dinslaken. Den ersten Matchball im Kampf um den Aufstieg in die Dritte Liga hat die Mannschaft zwar mit der verdienten 29:34 (11:16)-Niederlage im zweiten Aufstiegsspiel gegen den TV Plochingen vergeben, der Party tut dies aber kaum Abbruch. MTV-Fans und Mannschaft feiern sich gegenseitig und stimmen sich somit auch schon auf das ein, was nun auf die Dinslakener zukommen wird.

Das Duell mit dem TV Plochingen war schließlich nicht die einzige Chance, um den Aufstieg in die dritthöchste Spielklasse zu schaffen. In zwei Wochen geht es weiter. Am Donnerstag, 30. Mai, treten die Dinslakener um 17 Uhr beim HSC Bad Neustadt in Unterfranken an.

Die Fans des MTV Rheinwacht Dinslaken auf dem Weg in die Halle. Sogar Bengalos wurden angezündet. Foto: Sandra Goldmann

Zwei Tage später kommt der TV Kirchzell aus dem Odenwald in die Douvermannhalle. Die zwei besten Mannschaften der Dreiergruppe steigen auf. Bange ist der zuletzt etwas schwächelnde Nordrheinmeister nicht. „Ich bin fest davon überzeugt, dass wir das mit diesen Fans schaffen“, sagte Philipp Tuda und zeigte in Richtung der nimmermüden Anhänger, die mit einem imposanten Fanmarsch vor dem Spiel in Plochingen mächtig für Furore gesorgt hatten.

Klar ist aber, der MTV Rheinwacht wird sich steigern müssen. Gegen Plochingen legten die Gäste zwar bärenstark los, bauten dann aber schnell auch beinahe ebenso stark ab. Von 5:5 (10.) eilte der Gastgeber auf 9:5 (16.) davon. Für Fabian Gorris, mit neun Toren bester Werfer der Dinslakener am Samstagabend, war diese Tatsache die frühe Vorentscheidung: „Da haben wir das Spiel verloren“, sagte er.

Vor allem im Angriff lief es bei den Dinslakenern nicht rund. Die zahllosen Fehler bestrafte der Gegner zumeist gnadenlos. „Wir haben viele falsche Entscheidungen getroffen, daran müssen wir arbeiten“, sagte Tuda. Sein Teamkamerad Fabian Gorris vermisste indes die „Cleverness und Coolness“. Der Spielmacher sagte: „Wir müssen einen kühlen Kopf bewahren. In diesen Spielen auf Augenhöhe entscheiden letztlich nur Kleinigkeiten.“

So wie in Plochingen, als die Dinslakener in der zweiten Halbzeit mal wieder in den berüchtigten Kampfmodus umschalteten und sich nach einem zwischenzeitlichen Sieben-Tore-Rückstand (15:22) bis auf drei Treffer heran gearbeitet hatten. „Dann hatten wir die Chance, weiter zu verkürzen, haben aber wieder einen Fehler gemacht und den ball verloren. Das war dann der Genickbruch“, sagte Philipp Tuda.

Auch MTV-Trainer Harald Jakobs sah das größte Problem in der hohen Fehlerquote seiner Mannschaft. „Wir haben uns blöd angestellt und wurden dann durch viele Tempogegenstöße gnadenlos bestraft. Irgendwie hat uns der Biss gefehlt. Selbst die erfahrenen Spieler sind nervös geworden“, sagte der Coach.

Ein weiteres Problem: Die sieben Zeitstrafen, die das gute Schiedsrichtergespann Kauth/Kolb gegen den MTV verhängt hatte, sorgten zusätzlich für Unruhe im Spiel. „Wenn man ständig in Unterzahl spielt, dann wird es schwierig“, sagte MTV-Torhüter Marco Banning.

Dass die Plochinger unter anderem mit Lukas Fischer (Gorris: „Der beste Spieler, gegen den ich je gespielt habe.“) und Christopher Weiß – der Außen, häufig nur zweite Wahl im Team von Trainer Daniel Brack, machte sein bestes Saisonspiel – einige sehr gut aufgelegte Akteure in ihren Reihen hatten, kann den MTV nun zumindest etwas trösten.

„Plochingen hat unfassbar gute Spieler. Es macht unheimlich viel Spaß, gegen so eine Mannschaft zu spielen“, sagte Fabian Gorris, und auch Marco Banning sah es ganz ähnlich: „Plochingen hat verdient gewonnen, das ist eine sehr gute Mannschaft. Wir müssen cleverer sein und weniger Fehler machen. Dann schaffen wir den Aufstieg. Da bin ich sicher.“

MTV Rheinwacht Dinslaken: Banning, Ahlendorf – Gorris (9/2), Reede, Backhaus (je 4), Hahn, Tuda (je 3), d’Auria, Enders (je 2), Jonas Höffner, Kruse (je 1), Ahls, Jakobs.

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