MTV Rheinwacht Dinslaken erkämpft sich ein 28:28 gegen TV Plochingen

Handball : MTV Rheinwacht Dinslaken feiert das 28:28 wie einen Sieg

Der Regionalligist erkämpft sich im ersten Relegations-Duell mit dem TV Plochingen ein Unentschieden. Am kommenden Samstag steigt das Rückspiel. Der Aufstieg ist für die Dinslakener nach wie vor in Reichweite.

Harald Jakobs hat in dieser Saison schon so manche leidvolle Erfahrung mit Schiedsrichtern gemacht. Und so quittierte der Trainer des Handball-Regionalligisten MTV Rheinwacht Dinslaken die Frage nach den Unparteiischen am Samstag kurz nach dem 28:28 (14:12) gegen den TV Plochingen nur mit einem müden Lächeln. Mit toller Moral hatte sich sein Team zuvor gegen den starken Gast in der Schlussphase des ersten Relegationsspiels noch ein Unentschieden erkämpft, das alle Chancen für das Rückspiel am kommenden Samstag offen lässt. Dann würde dem MTV ein Sieg oder ein Unentschieden mit mehr als 28 selbst erzielten Toren zum Aufstieg in die 3. Liga reichen. Sollte das nicht klappen, bleibt immer noch die Chance über die dann anstehende Runde der Verlierer (siehe Infobox). Die Saison kann also noch lang werden.

Proppevolle Halle, Riesenstimmung, auch durch die mitgereisten Plochinger Fans, und ein Spiel auf hohem Niveau: Letzteres erreichten die aus Bayern angereisten Schiedsrichter allerdings nicht. Schon nach 14 Minuten zogen sich die Unparteiischen den Zorn der MTV-Fans zu. Die ersten „Schieber-Rufe“, die bis zum Spielende nicht aufhören wollten, klangen durch die Halle, als Abwehrspieler Robert Jakobs nach einem Foul gleich die Rote Karte sah. Eine zweiminütige Hinausstellung hätte es auch getan.

MTV-Torhüter Marco Banning parierte drei Siebenmeter in Folge. Foto: Heiko Kempken

Zudem endeten die dynamischen Angriffe der Gäste ständig in Siebenmeter-Entscheidungen, weil die Schiedsrichter die Schritte-Regel bei den Plochingern mehr als großzügig ausgelegt hatten. Gleich acht Mal sah sich Marco Banning einem Strafwurfschützen gegenüber. Nur gut, dass der MTV-Keeper mal wieder einen glänzenden Tag erwischt hatte und gleich vier davon abwehrte. Auf der Gegenseite gab es bis zur Pause ein mageres Siebenmetertor durch Fabian Gorris. Wenigstens bei den Strafzeiten hielt man sich die Waage. Jeweils sieben Mal agierte eines der beiden Teams in Unterzahl. Bitter jedoch für den MTV war, dass Dennis Backhaus kurz vor der Pause bereits seine zweite Strafe kassiert hatte und so in der Abwehr fast völlig ausfiel. „Durch die Strafen gegen Robert und Dennis mussten wir im Mittelblock in der Deckung improvisieren, was uns lange ganz gut gelungen ist“, sagte Jakobs. Ihm blieb jedoch auch nicht verborgen, dass die Plochinger in Abschnitt zwei besonders durch ihren starken Mittelmann Lukas Fischer mächtig zugelegt hatten und immer wieder Löcher in der Dinslakener Abwehr fanden.

So bestimmte zwar der Gastgeber trotz der vielen strittigen Entscheidungen gegen ihn die erste Halbzeit. „Da hätten wir zwischenzeitlich mit mehr als vier Toren vorne liegen können“, sagte Jakobs über die Tatsache, dass auch gute Chancen vergeben wurden. „Doch ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen, zumal der Rückstand in der zweiten Hälfte auch noch hätte höher werden können“, so der Coach. Da lag der MTV nämlich zweimal mit vier Toren hinten – 22:26 und 23:27. Doch genau in dieser Phase griff die große Moral des Teams, das einfach nicht aufgeben wollte. Maximilian Reede und auch Fabian Gorris, der nach einem verworfenen Siebenmeter beim Stand von 24:27 am Ende zweimal eiskalt vom Punkt aus traf, rissen das Steuer noch mal herum.

„Mit dieser geilen Moral haben wir uns am Ende doch noch belohnt“, sagte Reede. Mannschaftskapitän Marco Banning pflichtete ihm bei: „Gefühlt war das ein moralischer Sieg. Jetzt ist im Rückspiel alles möglich.“ Das sah auch ein am Sonntagmorgen schon wieder ganz entspannter MTV-Abteilungsleiter Heinz Buteweg so: „Natürlich waren die Schiedsrichter nicht auf unserer Seite, doch am Ende ging das Unentschieden schon in Ordnung. Jetzt freuen wir uns auf das Rückspiel.“

Bereits am kommenden Freitag wird der größte Teil der Mannschaft die Reise nach Plochingen antreten. Die Fans kommen am Samstag nach. Für sie stehen übrigens gerade mal 60 Eintrittskarten zur Verfügung.

MTV Rheinwacht Dinslaken: Banning, Ahlendorf – d’Auria (6), Hahn (3), Ahls, Kruse, Reede (5), Tuda (1), Backhaus (5), Jonas Höffner, Enders (1), Niklas Höffner, Gorris (7/3), Jakobs.

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