Lokalsport: MTV II hält in Schermbeck dagegen

Lokalsport : MTV II hält in Schermbeck dagegen

Handball-Landesliga: Nach klarem Rückstand führen die die Dinslakener beim Tabellendritten und kassieren erst sieben Sekunden vor Schluss den Treffer zum 21:21-Endstand. TV Aldenrade unterliegt VfB Homberg II mit 21:23.

Turbulenter hätten die letzten 90 Sekunden im Duell zwischen dem MTV Rheinwacht Dinslaken II und dem SV Schermbeck in der Handball-Landesliga kaum sein können. Eine Rote Karte, eine Zeitstrafe und der Ausgleichstreffer zum 21:21 (12:11) der Schermbecker sieben Sekunden vor Schluss per Siebenmeter.

Aber der Reihe nach. Die Sterne standen nicht gut für den MTV. Personell ohnehin nur dünn besetzt, hatten sich die Dinslakener beim Tabellendritten in Schermbeck nicht viel ausgerechnet. Als dann auch noch mit Marc Tomke der letzte verbliebene Rückraumspieler nach einer Viertelstunde mit einer Daumenprellung verletzt ausschied und die Schermbecker kurz darauf auch schon eine 10:4-Führung (18.) bejubelten, da hätte wohl niemand mehr wirklich einen Pfifferling auf Jan Mittelsdorfs Team gegeben. "Wir haben im Rückraum nur noch mit Außen gespielt. Aber wir sind über eine starke Abwehr wieder ran gekommen", erzählte Mittelsdorf stolz.

Zur Pause sah es schon wieder rosiger aus und kaum zurück auf dem Feld gingen die Gäste durch Niklas de Lede erstmals kurzzeitig in Führung (13:12). Es waren keine zehn Minuten mehr zu spielen, als der MTV das Ruder an sich riss. Plötzlich führten die Gäste mit 19:17 (52.). "Wir haben die zweite Halbzeit souverän runtergespielt, waren sehr aktiv, haben gut gedeckt und immer früh attackiert. Taktisch haben wir das gut gemacht", lobte Mittelsdorf sein Team. "Es war aber auch klar, dass Schermbeck noch einmal Druck machen wird."

So kam es. Die Hausherren schalteten noch einmal einen Gang hoch und kamen schließlich durch Pierre Weber Sekunden vor dem Schluss aus der Siebenmeter-Distanz noch zum glücklichen Ausgleich.

Jan Mittelsdorf nahm es am Ende gelassen, dem knapp verpassten Sieg trauerte der MTV-Coach nicht lange hinterher. "Ich hätte mich vielleicht mehr geärgert, wenn unsere personelle Situation nicht so gewesen wäre, wie sie war. Klar ist es einerseits ein bisschen schade, andererseits sind wir aber voll zufrieden. Das hat man auch gesehen. Wir haben uns richtig gefreut."

MTV II: Sprehn, Grah; Schulz (1), de Lede (6), Tomke (2/1), Käfer (4), Grasbon (1), Reimann, Scholten (7), Nahlmann.

Der TV Aldenrade musste sich der Reserve des VfB Homberg mit 21:23 (9:16) geschlagen geben. "Wir sind gut ins Spiel gekommen, haben uns dann aber viele technische Fehler und eine eklatante Abschlussschwäche erlaubt, was die Homberger zu vielen Tempogegenstößen eingeladen und uns mit 5:13 in Rückstand gebracht hat", hatte TVA-Coach Jörg Schnier in seinem zweiten Spiel als Trainer mehrfach das Gefühl, dass seine Mannschaft plötzlich vergessen hatte, wie man Handball spielt. In der Pause gab es von ihm nur eines mit auf den Weg: kämpfen, kämpfen, kämpfen. Das wurde beherzigt und so gelang es, noch einmal auf 21:22 heranzukommen. Doch beim anschließenden Siebenmeter scheiterten die Hausherren am bärenstarken Gästetorwart Julian Seemann, der die beiden Strafwürfe der Walsumer ebenso vereitelte, wie noch einige andere Chancen.

TV Aldenrade: Bouten, Krüger; Fischer (4), Hussmann (4), Metzner (1), Strehl (5/1), Brock (1), Jüngling, Kratky (2), Sondram (3), Wilden, Roskosch (1).

(RP)
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