Lokalsport: MTV bringt sich selbst um den Erfolg

Lokalsport: MTV bringt sich selbst um den Erfolg

Handball: Der Dinslakener Spitzenreiter der Oberliga unterliegt dem starken TV Angermund mit 25:26 (13:12), weil er in der zweiten Halbzeit zu viele Chancen liegen lässt. Bei den Gästen glänzt besonders Torhüter Joscha Peltz.

Das Meisterschaftsrennen in der Handball-Oberliga wird wieder spannender. Nachdem alle Spitzenmannschaften der Liga ihre Aufgaben an diesem Wochenende lösten, patzte nur der Tabellenführer MTV Rheinwacht Dinslaken. Gegen den TV Angermund, der in der Hinserie auswärts noch sicher besiegt werden konnte, leistete sich die Mannschaft von Trainer Harald Jakobs eine durchaus vermeidbare 25:26 (13:12)-Niederlage. Vermeidbar deshalb, weil die Dinslakener das Spiel zunächst sicher im Griff hatten und auch schnell in Führung ging (5:1).

Doch die Düsseldorfer Vorstädter blieben ruhig und konnten sich dabei besonders auf drei Leute verlassen. Torhüter Josch Peltz wurde im Laufe der Partie immer sicherer, was zwangsläufig zur Verunsicherung der Angreifer auf der Gegenseite führte. Dazu trafen Florian Hasselbach und Routinier Martin Gensch aus der zweiten Reihe, ließen Marco Banning und Dominik Köller im MTV-Kasten nur wenig Chancen. Besonders Gensch war in entscheidenden Momenten der Mann, auf den sich die Gäste verlassen konnten. Der Ex-Hiesfelder nahm sich immer dann den Wurf, wenn es nötig war - und er traf, auch wenn er in Manndeckung genommen wurde.

"Wir haben sehr gut begonnen und einen schnellen Ball gespielt, doch dann den Torwart warm geworfen", meinte MTV-Übungsleiter Jakobs später. Doch er kritisierte auch die Schiedsrichter, die besonders bei der Schritteregel immer wieder daneben lagen. "Doch daran hat es nicht ausschließlich gelegen, dass wir dieses Spiel verloren haben", zollte Jakobs auch dem Gegner Respekt. Er beklagte aber auch, dass seine Spieler bei Fouls mit Zeitstrafen bestraft wurden, was auf der Gegenseite in ähnlichen Situation einige Male ausblieb.

Zunächst schien beim MTV alles nach Plan zu laufen. Zwar war der zunächst herausgeworfene Vorsprung nicht zu halten, doch bis zur Pause hatte die Stammsieben ein knappes 13:12 gehalten, wobei aber auch in dieser Phase schon viele Gelegenheiten - so ein Siebenmeter von Niels Kruse - nicht genutzt wurden. Das setzte sich nach der Pause fort. Nun schien Maximilian Reede mit seinen Kräften bereits am Ende, Florian Körner konnte ihn nicht entsprechend ersetzen.

So übernahm Angermund immer mehr das Kommando, ging in der 39. Minute (16:17) erstmals in Führung und gab diese bis zum Ende nicht mehr ab. Zudem schwächten sich die Dinslakener durch einige Zeitstrafen (Körner, Fischer) auch selbst. In der Schlussphase, bei zweimal drei Toren Rückstand (21:24 und 22:25), versuchten besonders Philipp Tuda und Dennis Backhaus noch mal alles. Doch es reichte nicht.

MTV: Banning, Köller; d'Auria (2), Fischer, Backhaus (4), Kruse (3), Niehoff, Jakobs, Hahn (3), Reede (5), Lösche, Niklas Höffner, Körner, Tuda (8/1).

(RP)