Triathlon: Mareen Hufe bleibt vom Pech verfolgt

Triathlon : Mareen Hufe bleibt vom Pech verfolgt

Voerder Triathletin, die zuletzt beim Wettkampf auf Hawaii mit körperlichen Problemen zu kämpfen hatte, erreicht ihr Ziel auch beim Ironman in Australien nicht. Ein Sturz, bei dem sie sich Verletzungen zuzieht, verhindert ein besseres Resultat.

Der Griff zur Wasserflasche ist für Mareen Hufe Routine. Auch auf dem Rad bei hohen Geschwindigkeiten. Doch im australischen Mandurah zählt Erfahrung mal rein gar nichts. Die Profi-Triathletin aus Wesel kommt etwa bei Kilometer 65 ins Trudeln, hält ihre Wasserflasche aber eisern fest. Ihr neues Rad bekommt Hufe nicht mehr unter Kontrolle und stürzt. Schürfwunden an Hüfte und Schulter, Prellungen am Knie, kleinere Blessuren an Händen und Ellenbogen sowie eine Beule am Kopf sind das Ergebnis des unfreiwilligen Kontakts mit dem Asphalt. Die 37-Jährige sammelt sich, bringt die Halbdistanz des Ironmans (1,9 Kilometer Schwimmen/90 Kilometer Radfahren/ 21,1 Kilometer Laufen) trotzdem zu Ende. "Aufgeben ist irgendwie immer blöd, das Laufen ging dann ja auch ohne Schmerzen", sagt sie. Als Siebte und Letzte der Profi-Frauen beendet sie den Wettbewerb nach 4:44,25 Stunden.

Das Ergebnis schmerzt - Hufe wollte etliche Punkte für die Hawaii-Qualifikation 2016 sammeln, nur rund 200 von den in fünf gewerteten Wettbewerben benötigten 5000 Zählern sind es geworden. Und auch die nähere Zukunft bereitet ihr Sorgen. Seit dem letzten Donnerstag hat die für die Voerder Triminators startende Profi-Sportlerin ihre Zelte in Australien aufgeschlagen, bis Anfang Dezember will sie eigentlich bleiben. Denn am 6. Dezember steht in Busselton der Ironman Western Australia an. Inzwischen hat sie sich schon mal auf den Weg in die rund 21.000 Einwohner zählende Kleinstadt etwa 220 Kilometer südlich von Perth gemacht. An das gewohnte Training ist derzeit allerdings nicht zu denken.

"Ich muss abwarten, wie es sich entwickelt. Schwimmen ist wegen der offenen Wunden nicht möglich und Prellungen dauern nun einmal bis sie verheilen", sagt Mareen Hufe. Dabei gibt sie sich "verhalten optimistisch", da die erste Nacht nach dem Sturz nicht noch mehr Schmerzen gebracht hat. "Wenn ich aber nächste Woche nicht voll trainieren kann, dann beende ich die Saison und mache Urlaub", so Hufe. Doch eigentlich geht sie von diesem Negativ-Fall nicht aus.

Dabei hatte sie bei der halben Ironman-Distanz in Mandurah gut im Rennen gelegen. Auf dem Rad war sie als Schnellste der Profi-Triathletinnen unterwegs, von Platz sieben nach dem Schwimmen hatte sie sich auf Rang vier vorgeschoben. Die Drittplatzierte lag schon in Sichtweite, als das Malheur passierte. "Das neue Rad reagiert viel sensibler auf meine Bewegungen, aber der Sturz war allein mein Fehler", sagt Mareen Hufe. Mindestens zehn Minuten hat sie der Sturz gekostet, nicht mitgerechnet die anschließenden Krämpfe in der Wade und die langsamere Laufzeit. Aber sie habe aus dem Sturz gelernt. Wenn es mal wieder bedrohlich wackelt, fliegt die Wasserflasche weg. Denn beide Hände am Lenker sind einfach sicherer - bei aller Routine.

(RP)