Lokalsport: Lars Baron auf Jagd in Pyeongchang

Lokalsport: Lars Baron auf Jagd in Pyeongchang

Der Dinslakener Sportfotograf ist in Südkorea schon bei seinen dritten Olympischen Winterspielen im Einsatz. In der Vergangenheit gab es viele hohe Auszeichnungen für seine Bilder. Auf die Kälte im Olympiaort gut vorbereitet.

Der Tag vor der Abreise hat es in sich. Lars Baron muss das Mittagessen vorbereiten, Sohn Caspar aus der Schule und später noch Tochter Martha aus dem Kindergarten abholen. Vor allem aber eins: Koffer packen. Wieder einmal wird der Fotograf, der gestern seinen 43. Geburtstag feierte, Dinslaken für einige Wochen verlassen, um bei einem sportlichen Großereignis seine Arbeit zu verrichten. Baron ist zum dritten Mal bei Olympischen Winterspielen dabei, in Südkorea täglich für seine weltweit operierende Fotoagentur "Getty Images" im Einsatz.

Bei aller Routine, die sich der Dinslakener in den letzten 15 Jahren, die er knipsend in der Weltgeschichte umherreist, angeeignet hat, ist die Auswahl des Gepäcks diesmal besonders knifflig. Kollegen, die schon länger vor Ort sind, haben ihm berichtet, wie kalt es in den Bergen um Pyeongchang aktuell ist. Und da die Fotografen ganze Tage draußen unterwegs sind und häufig auf ihren Positionen verharren müssen, sollte es an geeigneten Kleidungsstücken nicht mangeln.

Für Baron, der häufig bei Wintersportevents eingesetzt wird, ist das alles natürlich auch nichts Neues. "Nur in Sotchi vor vier Jahren sind wir teilweise sogar im T-Shirt herumgerannt", lacht der Familienvater. In Südkorea ist der mehrfach ausgezeichnete Fotograf vor allem für Skispringen, Biathlon und Skilanglauf eingeteilt. Disziplinen, die ihm durchaus Spaß machen, nicht nur, weil hier doch einige deutsche Erfolge möglich sein sollten, sondern auch, weil er hier mit der Kamera auch besonders kreativ sein kann - vor allem an der Loipe. "Es gibt zwar Fotopositionen, aber man kann sich an der Strecke auch durchaus bewegen, mal mit Sonne und Licht spielen", sagt der frühere Handballer, der gerne im Wintersportbereich arbeitet: "Es ist eine abwechslungsreiche Fotografie, die mir viel Spaß macht. Außerdem sind die Sportler alle total nett und entspannt", sagt Baron. Er gewann im vergangenen Jahr für sein Bild vom Abschied Bastian Schweinsteigers den Sven-Simon-Preis für das Sportfoto des Jahres und wurde jüngst mit dem ebenso angesehenen und vom Sportmagazin Kicker präsentierten VDS-Preis in der Kategorie Reportage ausgezeichnet. Der Dinslakener hatte die Crossfit-DM in Mainz mit der Kamera begleitet.

In den Bergen von Pyeongchang ist Barons Fotoagentur mit über 80 Leuten vertreten. Viele Arbeiten sind bereits in den letzten Wochen erledigt worden. Zu den geplanten Fotopositionen wurden unter anderem Kabel verlegt, die Barons Bilder in Sekundenschnelle zu den dafür eingesetzten Editoren bringen. "Die werden dann nur kurz bearbeitet und sind dann ruckzuck beim Kunden. Heutzutage kommt es vor allem auch auf die Schnelligkeit an", erklärt Baron, dem so zumindest ein aufwendiges Sichten und Bearbeiten erspart bleibt.

Mit etwas Ruhe wird sich Baron, der seine ersten Bilder als Sportfotograf in Dinslaken schoss, im Nachhinein aber sicherlich noch einmal anschauen, was er in Südkorea so alles abgelichtet hat. Und möglicherweise ist dann auch wieder das eine oder andere Motiv dabei, das eine Auszeichnung verdient hat. Es wäre schließlich nicht das erste Mal.

(RP)