Knapper Auswärtssieg für MTV Rheinwacht Dinslaken bei HSG Siebengebirge

Handball : MTV Rheinwacht Dinslaken fehlt noch ein Schritt bis zur Meisterschaft

Der Tabellenführer der Regionalliga gewinnt bei der HSG Siebengebirge mit 32:31 (15:14) und könnte gegen TuSEM Essen II alles klar machen.

Jonas Ahls gehört sportlich gesehen eher zu den Leuten im Kader des Handball-Regionalligisten MTV Rheinwacht Dinslaken, die nur eine Nebenrolle spielen. Der kleine Rechtsaußen, der laut Insider sehr viel für den Zusammenhalt in der Mannschaft tut, sitzt fast immer auf der Bank, und das oft für 60 Minuten. Das sah auch am Samstag beim Gastspiel des Tabellenführers bei der HSG Siebengebirge mehr als 55 Minuten nicht anders aus.

Doch dann wurde Ahls praktisch zum Held des MTV. Erst kassierte Steffen Hahn seine dritte Zeitstrafe. Und als der wieder sehr starke Hahn längst bei den Fans auf der Tribüne saß, schlug die große Stunde des Jonas Ahls.

Auf der rechten Angriffsseite bekam er beim Stand von 30:30 in der 58. Minute seine einzige Chance. Und die nutzte er. Zwar gelang dem Gastgeber noch einmal der Ausgleich, doch 46 Sekunden vor Schluss tankte sich Maximilian Reede durch die Abwehr der HSG und markierte mit seinem sechsten Tor den Siegtreffer zum 32:31 (15:14)-Erfolg der Dinslakener. Der MTV hat nun nach dem Ratinger 36:32-Sieg in Königshof weiter zwei Punkte Vorsprung. Ein Sieg aus den beiden letzten Begegnungen gegen TuSEM Essen II oder den TV Korschenbroich reicht dem Aufsteiger also bei dem gewonnenen direkten Vergleich mit Ratingen zum Titel. In knapp zwei Wochen, am 28. April, könnte die Halle an der Douvermannstraße nach dem Spiel gegen Essen also bereits Kopf stehen.

Doch bis dahin ist beim MTV erst einmal Ruhe angesagt. Nicht nur Trainer Harald Jakobs war nach der Partie in Oberpleis völlig geschafft. Vor allem waren es seine Spieler. Sie waren fast ausnahmslos mit einige Blessuren in die Partie gegangen. „Unter diesen Voraussetzungen war das schon eine immense Willensleistung, die meine Mannschaft hier heute abgeliefert hat“, sagte Jakobs und verordnete gleich eine einwöchige Trainingspause, ehe es in der zweiten Ferienwoche mit dosiertem Übungsbetrieb weitergeht. Bis in die letzten Sekunden stand die Partie am Mittelrhein auf des Messers Schneide. Zwar hatten sich die Dinslakener nach zunächst drei Treffern Rückstand auch mal einen Vorsprung von bis zu vier Toren (9:13) erkämpft, doch dieser Vorteil wurde – wie auch in Halbzeit zwei – oft viel zu leichtfertig wieder aus der Hand gegeben.

Der immer noch abstiegsbedrohte Gastgeber ließ sich aber nie entmutigen. Mit viel Druck, dabei aber viel zu oft mit nicht geahndetem Schrittfehler, gingen Timo Stöcker oder Bastian Willcke ohne Rücksicht in die Deckung der Dinslakener und wurden dabei mit Tor oder Siebenmeter belohnt. So lag die HSG in den Schlussminuten stets mit einem Treffer vorne. Doch der MTV glich durch Fabian Gorris per Siebenmeter zum 30:30 aus. Dann wurde es nach den Toren von Ahls und Reede noch mal dramatisch, weil Bjarne Steinhaus zwei Sekunden vor der Sirene nach einem Freiwurf noch die Chance zum Ausgleich hatte, aber scheiterte. „Das war ein reines Nervenspiel. Ein Unentschieden wäre vielleicht das gerechtere Ergebnis gewesen“, sagte MTV-Trainer Harald Jakobs später heilfroh.

MTV Rheinwacht Dinslaken: Banning, Ahlendorf – d’Auria (2), Backhaus (4), Kruse, Gorris (8/3), Jakobs, Enders, Jonas Höffner (4), Hahn (7), Reede (6), Ahls (1), Niklas Höffner.

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