Knappe Niederlage für MTV Rheinwacht Dinslaken beim TV Jahn Köln-Wahn

Handball : MTV Rheinwacht Dinslaken legt in Köln einen Fehlstart hin

Der Regionalligist fährt als amtierender Meister in die Domstadt und kehrt mit einem unnötigen 26:27 (12:11) zurück. Das arg dezimierte Team gibt einen Vorsprung von vier Toren aus der Hand.

Die Pessimisten hatten schon vorher gewarnt: Das zweite Jahr in der Regionalliga wird ungleich schwerer als die Saison nach dem Aufstieg. Und den Gegenwind als amtierender Meister bekam der MTV Rheinwacht Dinslaken gleich am gestrigen Sonntag im Auftaktspiel beim TV Jahn Köln-Wahn zu spüren. Nach einer beiderseits schwachen Partie gab es eine 26:27 (12:11)-Niederlage, die allerdings selbst verschuldet war. Doch nach gut 40 Spielminuten schienen die Dinslakener die Kräfte und auch der Mut zu verlassen. Zu diesem Zeitpunkt lag die Mannschaft von Trainer Harald Jakobs sicher mit vier Toren (17:13) vorne und schien trotz aller personeller Probleme einem Sieg entgegen zu steuern.

„Als wir diesen Vorsprung dann aus der Hand gegeben haben, war das Spiel wohl zu Gunsten der Kölner entschieden“, erkannte auch Jakobs den Knackpunkt in der Partie.

Dabei hatte sich sein Team trotz der vielen fehlenden Leute noch ganz gut verkauft. Weder Maximilian Reede noch Nils Kruse oder gar Dennis Backhaus waren – wie allerdings vorher eingeplant – wegen ihrer Verletzungen einsatzbereit. Daneben stand auch Torhüter Marco Banning nur beratend zur Seite, während zu allem Überfluss auch noch Mittelmann Marc Tomke wegen eines lange geplanten Urlaubs fehlte.

Wenigstens stand Trainersohn Robert Jakobs wieder als Abwehr-Stabilisator zur Verfügung. Die Deckung war es auch, die vor einem mehrfach gut reagierenden Luca Steffel im Tor in Abschnitt eins dafür sorgte, dass der MTV bis auf die Anfangsphase (2:0 für Köln) stets vorne lag.

Dazu hatte sich Linkshänder Mirko Krogmann vor der Pause zu wohl seiner bisher besten Leistung im MTV-Trikot aufraffen können. Leider gelang ihm nach dem Wechsel nur noch ein Treffer aus dem Rückraum. Eindeutig bester Mann im Dinslakener Team war Philipp Tuda. Er stand nicht nur sicher in der Abwehr, sondern war mit acht Toren, davon vier Siebenmeter, auch am treffsichersten. Auch Kreisläufer Christoph Enders verwertete die meisten seiner Chancen, was weder auf die beiden Außen Steffen Hahn noch auf Marc Pagalies trotz ihrer jeweils drei Tore zutraf.

Enttäuschend war erneut der in der vergangenen Spielzeit noch so treffsichere Fabian Gorris, dem trotz zahlreicher Versuche kein einziges Tor gelang. Schließlich blieb auch Jonas Höffner einmal mehr den Beweis seiner durchaus vorhandenen Klasse schuldig.

„Uns fehlte nach der Halbzeit in der Mitte einfach die Alternative zu Philipp Tuda“, sagte Harald Jakobs, der erleben musste, dass sein Spielmacher von den keinesfalls starken, aber im Torabschluss erfolgreicheren Kölnern im Verlaufe der zweiten Halbzeit immer mehr aus dem Spiel genommen wurde.

So holte die Mannschaft des früheren Nationalspielers Olaf Mast den klaren Rückstand Tor um Tor auf, um in der 45. Minute selbst in Führung zu gehen (20:19). Ganz eng wurde es noch mal in den Schlussminuten. Beim Stand von 27:26 ließen die beiden Schiedsrichter, die übrigens eine sichere Leistung brachten, die Kölner dann weit über eine Minute spielen, so dass dem MTV keine Chance mehr zum Ausgleich blieb.

MTV Rheinwacht Dinslaken: Ahlendorf, Steffel – Jakobs (1), d’Auria, Höffner, Pagalies (3), Ahls, Gorris, Hahn (3), Tuda (8/4), Lösche, Enders (6), Krogmann (5).

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