Fußball: Jetzt im Halbfinale gegen den KFC Uerdingen

Fußball : Jetzt im Halbfinale gegen den KFC Uerdingen

6:5 nach Elfmeterschießen – Oberligist TV Jahn Hiesfeld besiegt den Ligakonkurrenten Wuppertaler SV im Viertelfinale des FVN-Pokal.s.

6:5 nach Elfmeterschießen — Oberligist TV Jahn Hiesfeld besiegt den Ligakonkurrenten Wuppertaler SV im Viertelfinale des FVN-Pokal.s.

Erst nach 14 Elfmetern war das Viertelfinale des Niederrheinpokals zwischen dem TV Jahn Hiesfeld und dem Wuppertaler SV entschieden: Wuppertals Dirk Jasmund lief an und setzte den Ball aus seiner Sicht links am Pfosten vorbei und die "Veilchen" zogen mit einem 6:5 n.E. ins Halbfinale ein. "Das ist unfassbar", meinte Hiesfelds Manager Harald Plank nach der nervenaufreibenden Partie und dem Elfmeterschießen, bei dem er gar nicht hinsehen wollte.

Manager Harald Plank genießt im Hintergrund den Einzug in das Halbfinale des Niederrheinpokals, während die Spieler gemeinsam mit dem Hiesfelder Anhang die "Humba" anstimmen. Das Weiterkommen war jedoch ein hartes Stück Arbeit. Foto: martin büttner

Sichtlich erleichtert schlich Plank über den Rasen, während seine Mannschaft mit der von Alexander Schreier angestimmten "Humba" ausgelassen den Sieg feierte. Dass das Erreichen des Halbfinals schmeichelhaft ausfiel, störte jedoch niemanden im Mühlendorf — nur die rund 600 mitgereisten Fans aus Wuppertal. "Man hat heute sogar Emotionen in Hiesfeld gesehen, was mich besonders freut. Jetzt kommt mit dem KFC Uerdingen — 3:1 in Homberg — der erwartete Gegner, gegen den wir wieder nicht der Favorit sind. Dann geht's auf ein Neues und wenn man in den Pokal will, muss man auch so eine Aufgabe lösen", schaute der Manager gleich auf die nächste Runde voraus, die für Anfang April — anders als zunächst terminiert — jetzt doch beim TV Jahn angesetzt ist.

Rund 600 Fans kamen aus Wuppertal mit nach Hiesfeld und unterstützten ihre Mannschaft über die gesamten 120 Minuten plus Elfmeterschießen. Foto: Büttner, Martin (m-b)

Dass der Sieg glücklich ausfiel, lag hauptsächlich an der zweiten Halbzeit und an der Verlängerung. Im ersten Abschnitt war es noch eine ausgeglichene und auf dem feuchten Rasen eine intensive Begegnung, in der die Gäste zwar schon optisch überlegen waren, aber die Hiesfelder durch Danny Rankl die erste Chance des Spiels besaßen. Die größte Möglichkeit bot sich aber zweifelsfrei den Wuppertalern kurz vor der Pause, als ein abgefälschter Schuss vor den Füßen von Jasmund landete, der — wie beim Elfmeter gut 90 Minuten später — knapp am linken Pfosten vorbei schoss.

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In der zweiten Hälfte tauchte Pascal Spors ein letztes Mal gefährlich für den TV Jahn im Wuppertaler Strafraum auf, als er uneigennützig quer in die Mitte spielte, anstelle den Abschluss selbst zu suchen. Danach begann dann das Zittern, denn der favorisierte WSV, dessen Fans ihn über die gesamte Spielzeit mit ihren Gesängen anfeuerte, bekam mehr und mehr Oberwasser. Dennoch retteten sich die "Veilchen" zunächst in die Verlängerung, in der Davide Leikauf mit einem Schuss aus 25 Metern an die Latte die Wuppertaler Schlussoffensive einläutete. Torwart Sören Stauder, der zumindest für das Pokalspiel gegenüber Kevin Hillebrand den Vorzug erhielt, wäre bei dem Aluminiumtreffer machtlos gewesen, doch dann hatte der Schlussmann noch einen erheblichen Anteil am Weiterkommen.

Die Hiesfelder konnten sich nämlich am Ende häufig nur noch mit Fouls helfen und es ergaben sich einige Standardsituationen. Mit einem Freistoß prüfte der eingewechselte Fatmir Ferati, ein Wuppertaler Aktivposten im zweiten Abschnitt, den Torwart, der mit einer Parade zur Ecke rettete. Auch bei der sollte es noch einmal brenzlig werden, doch auch der Kopfballversuch von Neuzugang Dennis Schmidt landete in Stauders Armen. Damit ging es torlos in das Elfmeterschießen. Als Stauder dort wieder gegen Ferati hielt, hatte der TV Jahn die besseren Karten, doch anschließend zeigte auch Joel Schoof Nerven und verschoss. Alle anderen Schützen verwandelten sicher, bis Jasmund anlief und verzog — Stauder wäre aber auch in der richtigen Ecke gewesen.

Nach dem Erfolg beginnt für die Hiesfelder am nächsten Sonntag zuhause wieder die Meisterschaft gegen die "Zweite" von Rot-Weiß Essen. Manager Plank hofft, dass seine Truppe den Schwung jetzt in die Oberliga transportiert: "Wir haben alle Testspiele in der Vorbereitung gewonnen, hatten ein gutes Trainingslager in Spanien und sind zwar etwas glücklich, aber auch nicht unverdient im Pokal weitergekommen. Wenn es in der Liga so weitergeht, kann es noch eine interessante Rückrunde werden."

(RP)
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