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Fußball: In der Breite ist kaum einer besser

Fußball : In der Breite ist kaum einer besser

Mit dem Spiel des ETB Schwarz-Weiß Essen gegen die U 23 des MSV Duisburg beginnt heute die neue Saison der Oberliga. Vorab sprach der Manager des TV Jahn Hiesfeld über die Aussichten seines Vereins.

Wie viel Energie hat die vergangene Saison bei Ihnen selbst gekostet? Haben Sie zwischenzeitlich die Lust verloren, als es nicht so gut lief?

plank Es war die schwierigste Saison der vergangenen Jahre — allerdings für uns auch die erste in der Oberliga. Die Lust am Fußball war bei mir nicht weg, aber die Tatsache, im Amateurbereich einen Trainer mit Christoph Schlebach zu beurlauben, hat mich nachdenklicher gemacht. Christian Schreier hat mir danach geholfen und mich aufs Neue motiviert. Ihm hab ich es zu verdanken, dass die Lust nie verloren ging und er überzeugte mich auch, dass wir die Saison gut überstehen würden und dass die getroffenen Entscheidungen richtig und notwendig waren.

Mit Jörg Vollack holten Sie einen Trainer, der sich anders als viele andere nicht selbst bewarb, sondern von Ihnen angesprochen wurde? Was sprach für Vollack?

plank Jörg Vollack ist ein absoluter Kenner der Szene Oberliga. Ein Trainer, der eine Herausforderung sucht. Ich schätze seine Arbeit insbesondere in Baumberg und Viersen, weil er dort das Optimale aus Mannschaften herausholte, die aus meiner Sicht etwas schlechter personell gestellt waren.

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Wie würden Sie ihn nach den ersten Wochen beschreiben? Passt er nach Hiesfeld?

plank Von seiner Persönlichkeit passt er hervorragend zum TV Jahn Hiesfeld. Er ist ein offenherziger, positiv denkender Mensch mit teilweise lustigen Kommentaren. Durchaus aber auch streng, wenn es von Nöten ist.

Was unterscheidet Jörg Vollack zu seinen Vorgängern?

plank Ich sehe bisher keine ganz großen Unterschiede zu Christian Schreier. Sein Training ist ähnlich, vielleicht ist er etwas kommunikativer. Zur Mannschaft hin versteht er das Wechselspiel zwischen "Bremse und Gas" ausgezeichnet. Beim Vergleich zu Christoph Schlebach fällt auf, dass die Disziplin und Einsatzbereitschaft beim neuen Trainer Jörg Vollack deutlich mehr im Vordergrund stehen.

Ist mit dem neuen Trainer die Zeit der Ausreden für die Mannschaft vorbei?

plank Definitiv gab es die auch in der Vergangenheit nicht. Jetzt allerdings, durch die noch höhere Qualität in der Breite, würde ich sie auch nicht zulassen. Wer hier nicht teamfähig ist, wäre dann raus.

Die Mannschaft wurde sehr gut verstärkt und absolvierte eine fast perfekte Vorbereitung. Wenn Sie jetzt sagen, dass ein einstelliger Tabellenplatz das Saisonziel ist, wäre dies doch zu tief gestapelt. Ist nicht ein Platz unter den ersten Drei vom Potenzial Pflicht?

plank Das würde ich so nicht stehenlassen. Die Mannschaft wurde sicherlich nochmals deutlich verstärkt und mir ist auch klar, dass uns einige Trainer als Mitfavoriten sehen. Ich gehe aber davon aus, dass es eine spannende Saison wird. Mannschaften wie Kray, Wuppertal, TuRU Düsseldorf, die zweiten Mannschaften von RWO, des MSV und von RWE plus die eine oder andere Überraschung wie zum Beispiel Schwarz-Weiß Essen werden uns nichts schenken.

Welche Mannschaften der Liga schätzen Sie denn stärker als die eigene ein?

plank Hier muss ich eingestehen, dass ich nicht glaube, dass es viele Mannschaften gibt, die in der Breite einen besseren Kader haben.

Was erwarten Sie von den Neuzugängen und was verlangen Sie von den Stammspielern der vergangenen Saison, die sich womöglich jetzt erst einmal auf der Bank wiederfinden?

plank Man hat bereits in der Vorbereitung gesehen, dass wir an den Neuverpflichtungen viel Freude haben werden. Ich gehe davon aus, dass Spieler wie Borutzki, Najdi, Rankl und Hecht den Sprung direkt schaffen. Dass es einige Spieler aus dem alten Kader treffen wird, war geplant — da erwarte ich Teamfähigkeit. Wer die nicht hat, wird es bei uns schwer haben.

Sie statten die neuen Spieler mit langfristigen Verträgen aus. Heißt dies auch, dass Sie sich genauso lange beim TV Jahn engagieren und ihr Hobby "Fußball" fortsetzen?

plank Die Verträge haben nichts mit meiner persönlichen Planung zu tun. Es geht im Wesentlichen um Absicherungen beim Kader. Danny Rankl und Dennis Hecht waren noch lange, eigentlich bis jetzt umworben. Das wollte ich einfach verhindern. Wenn jetzt ein Verein kommt, dann bestimmen wir das Szenario. Das ist ein gutes Gefühl und für die Jungs halt planbar. Ich mache das Ganze solange es meiner Familie und mir Spaß macht — und zurzeit macht es viel Spaß.

Schauen wir ein halbes Jahr voraus. Wie viele Punkte sollten in der Winterpause auf dem Konto sein und wird es wieder ein Trainingslager in der Türkei geben?

plank Ich habe hier keine Zahl vorgegeben. Wir wollen einfach so viele Spiele wie möglich gewinnen, am besten einen schönen Start mit vielen Fans bei uns im Stadion erleben, und danach können wir sehen, was auf der Uhr steht. Eine Tour in die Türkei wird es in dieser Saison wohl nicht geben, da der Trainer lieber ein Trainingslager mit gleichen klimatischen Verhältnissen machen möchte, um die Mannschaft so optimal vorzubereiten.

Wo sehen Sie den TV Jahn in einem Jahr? Was würden Sie machen, wenn es der erste Platz wird?

plank Ich würde mich freuen, wenn die Mannschaft über eine komplette Saison an Ihre Leistungsgrenze geht. Dann sollte auch eine sehr gute Platzierung möglich sein. Sollte Platz eins das Ergebnis sein, so denke ich, würden wir das so ähnlich machen wie der FC Kray: Bewerbung abgeben und auf die Zulassung warten — uns fehlt ja noch ein Teil der Infrastruktur. Die Mannschaft sollte aber dann auch den Erfolg genießen dürfen und die Liga spielen, aber soweit ist es halt nicht. Für uns geht es darum, uns stetig zu verbessern und das machen wir auch. Wenn ich sehe, wie sich das Marketing oder auch unser Club 100 entwickelten, ist das sicherlich tauglich für die Regionalliga. Aber es hakt halt noch in einigen Bereichen, wenn ich sehe, dass wir kein Vorbereitungsspiel zu Hause auf Rasen machen konnten. Da haben wir Nachteile und es scheint noch nicht angekommen zu sein, dass wir nicht mehr in der Bezirksliga kicken.

HENDRIK GAASTERLAND FÜHRTE DAS GESPRÄCH.

(gaa)