Lokalsport: Im Lohberger Derby soll es ruhig bleiben

Lokalsport : Im Lohberger Derby soll es ruhig bleiben

Fußball-Bezirksliga: Wenn RWS morgen auf den VfB trifft, dann soll möglichst alles friedlich ablaufen. Das war vor zweieinhalb Jahren noch anders. Siggi Sonntag soll es für die abstiegsgefährdeten Schwarz-Gelben als Trainer richten.

Vor zweieinhalb Jahren trafen RWS und der direkte Nachbar VfB Lohberg letztmals in einem Pflichtspiel aufeinander. Damals noch in der Kreisliga A. Die Partie endete mit 1:1 - und einer wüsten Schlägerei. Thomas Grefen, der damalige VfB-Coach, wurde niedergeschlagen, zuvor soll er RWS-Spieler provoziert haben. Die Polizei rückte an. Grefen bestritt alle Vorwürfe.

Zu solch hässlichen Szenen soll es freilich nie wieder kommen. Ali Acabuga, damals schon Vorsitzender von RWS Lohberg, betonte bereits vor Wochen: "Ich will nur, dass es friedlich bleibt." Am morgigen Sonntag (14.30 Uhr) kommt es zum ersten Aufeinandertreffen seit jenen Vorfällen. Diesmal in der Bezirksliga. Ein Derby mit komplett unterschiedlichen Vorzeichen.

Beim VfB Lohberg herrscht derzeit große Unruhe. Am vergangenen Mittwoch erst entmachtete der Vorstand Trainer Patrick Frosch und installierte Siegfried Sonntag. Der 62-Jährige trat seine zweite Amtszeit beim VfB an; von 1998 bis 2002 dauerte seine erste. Sonntags Problem: Ihm blieben lediglich zwei Trainingseinheiten, um sich einen ersten Eindruck zu verschaffen von seinem neuen Team, das seit Wochen als Tabellenletzter gen Abstieg schlingert.

2001 gelang Sonntag der Aufstieg in die Landesliga. Dieser Fußballlehrer weiß indes: "Jetzt finde ich hier eine völlig andere Situation vor. Um da unten rauzukommen, brauchen wir Punkte." Und zwar dringend. Magere sieben Zähler hat der VfB unter der Leitung von Grefen (vier Spiele) und Frosch (elf) bislang gesammelt. Zuletzt wirkte dieser Verein absolut ratlos ob der anhaltenden Erfolglosigkeit. Mit dem erfahrenen Sonntag zieht der VfB wohl den letzten Joker. Sonntag ist optimistisch. In den ersten Einheiten habe die Mannschaft "sehr gut gearbeitet" und einen "guten, motivierten Eindruck gemacht", sagt er, der bislang nur Kapitän Tim Brut, Manuel Viltuznik und Hasan Dogen aus seiner ersten Amtsperiode kennt.

Um Dogen hatte es zuletzt einigen Wirbel gegeben. Er soll Frosch beleidigt und seinen Einsatz in der zweiten Mannschaft verweigert haben. "Ich will nicht mehr an Vergangenes denken", sagt Sonntag. Er stellt die Uhren auf Anfang. Dogen wird wieder im Kader stehen. Ob er gar von Beginn an spielen darf, ließ Sonntag offen. Seine sonntägliche Marschroute erklärt der Coach wie folgt: "Wir wollen früh angreifen, früh stören. Wir brauchen Punkte, also müssen wir mutig sein." Ein Mauerwerk will er nicht errichten.

Ebenfalls mit offenem Visier wird EWS in dieses Derby starten. Coach Ahmet Total fordert drei Punkte, unmissverständlich. "Entschuldigungen brauchen wir nicht zu suchen. Dieses Spiel ist eine Pflichtaufgabe."

Im Derby, das laut Tutal rund 400 Zuschauer anlocken wird, kann RWS wieder auf Offensivmann Enis Capri setzen, der zuletzt für die Bundeswehr im Ausland weilte. "Auf ihn freue ich mich Besonderes", sagt Total. Er kündigt an: "Enis wird auf jeden Fall spielen. Ob in der Startelf oder als Einwechselspieler ist noch unklar." Nur Ridvan Acar fehlt im rot-weißen Aufgebot. Der Verteidiger laboriert noch immer an Adduktorenproblemen.

Über das derzeitige Durcheinander beim VfB sagt Total: "Die kämpfen ums sportliche Überleben. Der Warnschuss ist bei denen schon gefallen." Dagegen steht seine Mannschaft unter keinem speziellen Druck. Im Gegenteil: "Uns kann nicht viel passieren." Als Tabellensechster hat RWS keine ernsthaften Sorgen. Mit einem Dreier "wollen wir uns weiter oben festbeißen." Tutal fordert Seriosität und erinnert an seine bislang blütenweiße Weste: "Gegen den VfB habe ich noch nie verloren. Das soll so bleiben."

Achtmal haben diese beiden Vereine in der Liga bislang um Punkte gestritten. Mit meist gutem Ende für die "Knappen". Sechs Partien blieben sie siegreich; RWS gewann lediglich ein Aufeinandertreffen. Diese Delle wollen sie aufpolieren. In einem hitzigen, aber hoffentlich fairen Derby. Anders als im April 2015.

(RP)
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