Hohe Hürde für MTV Rheinwacht Dinslaken bei der HSG Siebengebirge

Handball : MTV Rheinwacht Dinslaken geht auf dem Zahnfleisch

Der Spitzenreiter der Regionalliga hat in den vergangenen Wochen viel Kraft aufwenden müssen. Am heutigen Samstag wartet im Spiel bei der HSG Siebengebirge eine hohe Hürde auf die Mannschaft.

Seine linke Hand soll Philipp Tuda auch weiterhin schonen. Vor allem schwer tragen soll er nicht. Das haben die Ärzte dem Rückraumspieler des Handball-Regionalligisten MTV Rheinwacht Dinslaken nach seinem Mittelhandbruch geraten. Also Finger weg vom Bierkasten? „Nein. Das geht ja auch mit rechts“, sagt Tuda. Diese Info könnte am Wochenende noch wichtig werden. Dann nämlich, wenn es dem MTV am heutigen Samstag, 18 Uhr, gelingen sollte, zwei Punkte bei der HSG Siebengebirge einzustreichen. Zur Feier des Tages würde ein Fläschchen Bier sicher gut bekommen.

Doch damit es soweit kommt, müssen die Dinslakener erst einmal die hohe Hürde HSG Siebengebirge überwinden. Wie schwer das werden könnte, zeigt der Blick zurück auf das Hinspiel. Da hatte sich das Team von Trainer Harald Jakobs fast 45 Minuten extrem schwer getan und erst mit einem Kraftakt auf der Zielgeraden noch einen 29:26 (11:16)-Heimsieg gefeiert.

„Zuhause ist die HSG noch einmal eine Ecke stärker“, sagt Jakobs, der dem ersten Aufeinandertreffen ansonsten nur noch wenig Bedeutung beimisst. „Das Hinspielergebnis zählt für mich nicht mehr. Wir müssen zusehen, dass wir unsere Angriffe ruhig vortragen, nicht hektisch werden und uns möglichst wenig Fehler leisten“, sagt der Coach, der vor allem vor den gefährlichen Tempogegenstößen des Gastgebers warnt.

Das größte Pfund, mit dem die HSG wuchert, ist aber die Kulisse in der heimischen Sunshine-Arena zu Königswinter-Oberpleis. Auf der eigenen Internetseite rief der Club in den vergangenen Tagen dazu auf, zahlreich zu erscheinen, um so den mitreisenden Dinslakener Fans in Sachen Lautstärke den Schneid abzukaufen.

Philipp Tuda, der zwar locker wieder mittrainiert, weiterhin aber zum Zuschauen verdammt ist, macht sich wenig Sorgen darüber, dass die Atmosphäre ein Nachteil für den MTV sein könnte. „Wir bringen ja selbst genug Fans mit. Wir schaffen das auf jeden Fall. Da bin ich mir sicher“, sagt Tuda, der hofft, vielleicht zum Heimspiel gegen TuSEM Essen II am 28. April wieder einsatzbereit zu sein. „Bisher ist alles gut verheilt, aber die Hand ist im Moment noch etwas steif, und da wollen wir lieber nichts riskieren. Arzt und Physio sagen, dass ein Einsatz noch zu früh käme – leider.“

Das Zuschauen fiel dem Leistungsträger in den vergangenen Wochen manches Mal schwer. „Es ist natürlich nicht immer einfach, wenn man von außen zuguckt und nicht mitspielen kann. Aber die Mannschaft macht das ja gut. So Ausrutscher passieren halt mal. Wenn man sich dann solch ein Spiel wie gegen Opladen von außen ansieht, fällt es nicht ganz so schwer, dass man nur Zuschauer ist“, sagt Tuda.

Damit es ihm auch heute Abend als Besucher nicht in den Fingern juckt, müssen sich seine Teamkollegen im Vergleich zu den Vorwochen vor allem in Sachen Defensive steigern. „Die Abwehr war gegen Bonn und Königshof nicht so gut. Da müssen wir uns auf jeden Fall verbessern“, sagt Trainer Harald Jakobs. Ihm bereitet aber weiterhin ein ganz anderes Thema Kopfschmerzen.

Die Mannschaft schleppt sich auf der Saisonzielgeraden nur noch so durch. „Wir müssen mit Bedacht arbeiten. Alle gehen auf dem Zahnfleisch“, sagt Harald Jakobs. So war Max Reede unter der Woche ebenso angeschlagen wie Dennis Backhaus. Der Kreisläufer wurde außerdem von einer Erkältung außer Gefecht gesetzt. Harald Jakobs bleibt aber optimistisch. „Die Jungs kommen auch mit dem Kopf unterm Arm“, sagt er.

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