Lokalsport: Hohe Auszeichnung für Jana Feldkamp

Lokalsport : Hohe Auszeichnung für Jana Feldkamp

Hünxerin wird am 4. September in Stuttgart als beste deutsche Nachwuchsfußballerin mit der Fritz-Walter-Medaille in Gold ausgezeichnet. Auf einer Ebene mit Mario Götze, Toni Kroos, Svenja Huth oder Anja Mittag. Viel Geld für den STV.

Weltmeister wie Mario Götze, Toni Kroos oder Benedikt Höwedes haben sie bekommen. Genau wie die Olympiasiegerinnen Babett Peter, Sara Däbritz, Svenja Huth und Anja Mittag. Es ist schon ein ziemlich illustrer Kreis, in den Jana Feldkamp da am 4. September in Stuttgart aufgenommen wird. Im Rahmen des WM-Qualifikationsspiels gegen Norwegen darf die Hünxerin die Fritz-Walter-Medaille in Gold entgegennehmen, wird damit als beste Nachwuchsfußballerin Deutschlands ausgezeichnet. "Das ist schon eine große Ehre und wirklich cool. Ich wusste zwar, dass es diese Auszeichnung gibt, habe aber nie einen Gedanken daran verschwendet, dass ich sie gewinnen könnte", erzählt die 19-jährige Bundesliga-Spielerin der SGS Essen.

Erfahren hat sie von der Ernennung auf recht kuriose Art und Weise. Ihr Essener Vereinsmanager hatte angerufen, um zu gratulieren. "Ich wusste gar nicht, wozu", schmunzelt die frühere Schülerin des Gymnasiums Voerde. Mit der Fritz-Walter-Medaille prämiert der Deutsche Fußball-Bund auch die Ausbildervereine der Gewinner. Somit dürfen sich der STV Hünxe und die SGS Essen, zu der Jana in der U 15 wechselte, ganze 20. 000 Euro teilen. Einen Jugendtrainer darf die Junioren-Nationalspielerin außerdem zur Verleihung nach Stuttgart mitbringen. Lange nachdenken musste sie da nicht. Die Maschinenbau-Studentin hat Jens Hauviller eingeladen. Dem Übungsleiter, der in der vergangenen Saison noch die erste Herrenmannschaft im "Golddorf" trainierte und Jana in der Jugend über viele Jahre als Coach begleitete, habe sie einiges zu verdanken: "Jens hat wirklich großen Anteil an meiner Entwicklung, vor allem im technischen Bereich haben wir bei ihm viel gelernt", sagt die defensive Mittelfeldspielerin, der es ohnehin ein großes Anliegen ist, die Arbeit der Trainer an der Basis mehr zu würdigen: "Man spricht ja fast immer nur von den Bundesliga- oder Nationalmannschaftstrainern."

Dass Jana Feldkamp in knapp zwei Wochen aus den Händen von Steffi Jones die hohe Auszeichnung erhalten darf, ist vor allem auch deshalb überraschend, weil die vergangene Saison für sie schon sehr früh beendet war. In einem Testspiel mit der deutschen U 19 gegen die USA im spanischen La Manga erlitt die Hünxerin nach einem Foul ihrer Gegenspielerin eine Patellaluxation. Die Kniescheibe sprang heraus, das Reißen der innenseitigen Kniehaltebänder war die Folge. Zurück in Deutschland wurde die Nachwuchsfußballerin erfolgreich operiert. Es folgten mühselige Wochen und Monate der Rehabilitation. Die erste große Verletzung ihrer Karriere machten der Anhängerin von Bayern München schwer zu schaffen. "Man sucht sich natürlich Ablenkung und die Freunde freuen sich natürlich auch in gewisser Weise, dass man auf einmal mehr Zeit für sie hat, aber dann auf der Tribüne zu sitzen und nicht eingreifen zu können, ist trotzdem richtig schlimm", blickt sie auf die schwere Zeit zurück. Trost fand die junge Kickerin aber auch in den zahlreichen aufmunternden Bekundungen von Vereins- und Nationalmannschaftskameradinnen: "Das hilft wirklich sehr, und deshalb bin ich auch sehr froh, dass ich Mannschaftssport mache."

Jana Feldkamp (Mitte, rechts) im Trainingslager der SGS Essen. Foto: Gohl

Ganz langsam hat sich Jana Feldkamp mittlerweile an ihr altes Niveau herangepirscht, ist kurz nach dem Beginn der Vorbereitung auf die neue Bundesliga-Saison wieder bei der SGS ins Training eingestiegen. "Wenn du nach fünf Monaten zum ersten Mal wieder einen Ball am Fuß hast, bist du der glücklichste Mensch der Welt", schwärmt sie. Am Sonntag stand sie beim 4:1-Testspielsieg über Bayer Leverkusen erstmals für eine Halbzeit wieder auf dem Platz. "Es lief schon ganz gut", freut sich die ehemalige STV-Spielerin über den nächsten erfolgreichen Schritt zurück.

(RP)