Hockey: DM-Sieg für Nathalie Kubalski und Pia Lhotak aus Dinslaken

Hallen-Hockey : Nathalie Kubalski und Pia Lhotak jubeln über DM-Titel

Die Dinslakenerinnen siegen mit dem Düsseldorfer HC im Finale der Deutschen Meisterschaft gegen den Club an der Alster mit 7:6 nach Penaltyschießen. Pia Lhotak erzielt erst das 7:6, dann hält Torhüterin Nathalie Kubalski den letzten Penalty.

Der Schlussakt in diesem finalen Drama war zwei Hauptdarstellerinnen aus Dinslaken vorbehalten. Pia Lhotak verwandelte ihren Penalty sicher, dann parierte ihre Mannschaftskollegin Nathalie Kubalski stark gegen Viktoria Huse, was die Entscheidung bedeutete. Nach 2015 sind die Damen des Düsseldorfer HC zum zweiten Mal Deutscher Hallen-Hockey-Meister. Vor vier Jahren waren die beiden früheren Jugendspielerinnen des TV Jahn Hiesfeld auch schon dabei. Der Titel, den sie am Sonntag mit dem Team aus der Landeshauptstadt durch den 7:6 (5:5, 4:4)-Erfolg über den Club an der Alster perfekt machten, wird von den beiden Dinslakenerinnen aber noch höher bewertet.

„Es war irgendwie noch besser als damals in Berlin, was mit Sicherheit auch daran liegt, dass wir nicht mehr ganz so jung sind und das alles viel besser einordnen können. Man realisiert mehr, wie viel für einen solchen Erfolg eigentlich nötig ist: das ganze Training, aber auch die Unterstützung durch die Familie oder die Arbeit“, sagt Pia Lhotak.

Für Nathalie Kubalski wurde die Freude noch gesteigert, „weil das Finale einfach so eng war“. Aber auch vor allem, weil der Gegner Club an der Alster hieß. Gegen die Hamburgerinnen hatte der DHC das Vorjahresfinale in Stuttgart, ebenfalls nach Penaltyschießen, verloren. Auch bei der DM-Endrunde auf dem Feld kam im Sommer im Halbfinale gegen eben diesen Gegner nach Penaltyschießen das Aus. „Wir waren jetzt einfach auch dran“, sagt die Nationaltorhüterin und amtierende Hallen-Europameisterin Nathalie Kubalski. Ganz souverän und ohne Niederlage waren die Düsseldorferinnen in der Bundesliga West durch die Hallen-Saison marschiert. Im Play-Off-Viertelfinale war der Harvestehuder HTC beim 12:4 kein Gegner. Auch das 5:1 gegen den Mannheimer HC im Halbfinale der Endrunde war letztlich eine klare Sache.

Nathalie Kubalski und Pia Lhotak (von links) hatten großen Anteil am Erfolg der Mannschaft. Foto: KN. Foto: KN

Am Sonntag wartete dann das Endspiel, und das begann für die Mannschaft der beiden Ex-Hiesfelderinnen katastrophal. Schon nach sechs Minuten schien der Traum vom Titel fast geplatzt. „Ich hatte noch keinen Ball berührt, aber wir lagen schon mit 0:3 hinten“, so Kubalski. Doch im Hallen-Hockey geht es manchmal schnell. Obwohl die Düsseldorferinnen keine ihrer sechs Ecken nutzten konnten, fanden sie zurück ins Spiel und hatten Sekunden vor dem Ende sogar noch die Chance auf den Siegtreffer. Es folgte der „Shootout“. Nachdem die jeweils erste Schützin getroffen hatte, scheiterte Hamburgs Hanna Valentin. „Ich kann gar nicht sagen, ob ich den Ball berührt habe. Wenn nicht, dann habe ich ihn halt rausgeguckt“, sagt Torhüterin Kubalski.

Dann kam Pia Lhotak. Die Bankkauffrau, die bei der Nispa in Friedrichsfeld tätig ist, verwandelte sicher, auch wenn sie im nächsten Moment schon gar nicht mehr wusste, wie. „Da ist so viel Adrenalin im Spiel, ich hatte wirklich keine Ahnung und musste mir das erst nochmal im Video anschauen“, sagt die 24-Jährige, die eine gute Minute später endgültig in Jubel ausbrechen konnte, weil ihre Torhüterin auch den Versuch ihrer Nationalmannschaftskollegin Viktoria Huse sehenswert abwehrt hatte. „Das war das geilste Gefühl“, sagt Lhotak über den Moment.

Nach dem anschließenden Herren-Finale wurde es bei der Wimpelübergabe noch einmal turbulent, am Abend wurde dann im Vereinsheim weiter gefeiert. Allzu spät wurde es aber nicht mehr, dafür war der Tag schon viel zu lang.

Anfang März nimmt der DHC wieder die Vorbereitung auf dem Feld auf. Die Endrunde können Kubalski und Lhotak schon fest buchen, denn nach einer erfolgreichen Hinrunde ist der Spitzenreiter aus Düsseldorf nicht mehr aus den Top Vier zu verdrängen. Beim „Final Four“ können die beiden Dinslakenerinnen so auf jeden Fall auf die Jagd nach dem nächsten Wimpel gehen.