Hans-Werner Tomalak hört als Vorsitzender des TV Voerde auf

Aus den Vereinen : Hans-Werner Tomalak hat das Feld beim TV Voerde bestellt

Der Vorsitzende des TVV gibt sein Amt am Freitag bei der Jahreshauptversammlung ab. Der 69-Jährige sieht den rund 2000 Mitglieder zählenden Verein gut aufgestellt. „Wir sind auf der Höhe der Zeit“, sagt Hans-Werner Tomalak.

Der Weg ist noch nicht zu Ende, aber es wird Zeit für einen Schritt in die zweite Reihe. Zweimal führte Hans-Werner Tomalak den TV Voerde bereits als Vorsitzender, erst von 1990 bis 2003 und noch einmal seit März 2015. Wenn die Mitglieder auf der Jahreshauptversammlung am kommenden Freitag wieder ihren Vereinschef wählen, wird Tomalak nicht mehr kandidieren. „Ich bin vor vier Jahren angetreten mit der Vorgabe, das Amt nur übergangsweise für zwei Jahre zu übernehmen“, sagt er. „Jetzt möchte ich Verantwortung abgeben“. Er ist überzeugt, dass er seinem designierten Nachfolger und bisherigen Stellvertreter Gerd Hüsken einen Verein in geordneten Verhältnissenhinterlässt.

Völlig zurückziehen wird sich der erfahrene Funktionär nicht aus dem Vorstand. „Ich habe zugesagt, dass ich als Beisitzer zur Verfügung stehe und mich um die kommenden Umbaumaßnahmen kümmere.“ Der Aufwand, den die Aufgaben an vorderster Front eines rund 2000 Mitglieder starken Vereins erfordern, war aber mit seinen übrigen Tätigkeiten wie im Aufsichtsrat des evangelischen Klinikums Duisburg und als Beiratsvorsitzender im Walter-Cordes-Wohnstift in Duisburg-Röttgersbach genauso wenig vereinbar wie mit seinem Wunsch, etwas kürzerzutreten.

Am 3. Mai wird der ehemalige Voerder CDU-Fraktionsvorsitzende 70 Jahre alt – und hätte sich im Prinzip trotzdem bereit erklärt, auch den Vorsitz beim TVV noch für einen gewissen Zeitraum weiterzuführen, bis Gerd Hüsken als Vorstand eines Geldinstituts demnächst in den Ruhestand geht. Doch die Vereinssatzung sprach dagegen. „Darin ist festgelegt, dass ich noch volle zwei Jahre im Amt bleiben müsste“, so Tomalak. Zu lange für ihn.

Im 99. Jahr des Vereinsbestehens sieht der Clubchef den TV Voerde so oder so gut aufgestellt: „Ich habe alles auf den Weg gebracht, was in den nächsten Jahren passieren soll.“ In seiner jüngsten Amtsperiode arbeitete der Vorstand an den organisatorischen Strukturen, Neuordnung der Geschäftsführung, dem Aufbau einer Homepage und weiteren Planungen. Der Bau eines Kunstrasenplatzes anstelle eines Aschenspielfelds für die Fußballer wird zu 90 Prozent mit Fördermitteln aus Bund und Land finanziert. Die restlichen Kosten trägt die Stadt, dazu gehört auch die Sanierung der rund 40 Jahre alten Umkleidekabinen.

Der TV Voerde investiert in den Umbau des Vereinsheims und des Umfelds. Im nächsten Jahr wird das 100-jährige Bestehen mit einer Festwoche im Juni gefeiert. „Wir haben zur Stadtverwaltung ein sehr gutes und vertrauensvolles Verhältnis“, sagt Tomalak, „sämtliche Absprachen werden von beiden Seiten stets eingehalten“.

Auf der Sportanlage an der Rönskenstraße wird bereits fleißig gewerkelt. Vor kurzem wurde eine Zaunanlage installiert, die den Sportplatz umschließt. Der Bauantrag für die Arbeiten am Vereinsheim soll am 1. April eingereicht werden. Rund 180.000 Euro Kosten fallen an – unter anderem für eine neue Küche, größere WC-Anlagen und einen behindertengerechten Zugang.

Die Bauarbeiten sollen außen am 17. Juni beginnen und in den Sommerferien innerhalb des Vereinsheims weitergeführt werden. Rund um die vergrößerte Terrasse sollen Sitzstufen die Sicht auf den Rasenplatz ermöglichen. Baubeginn ist aus Gründen des Naturschutzes voraussichtlich im September, weil dafür Grünflächen weichen müssen.

Am Naturrasen baut die Stadt anstelle der bisherigen Stehränge jeweils drei Stufenreihen auf 60 Meter Länge; zunächst an der Seite nahe des Vereinsheims, danach auf der Seite der Ersatzbänke. Der Club übernimmt die Kosten für eine Stehplatztribüne zwischen dem neuen Kunstrasen und dem zweiten Aschenplatz.

„Wir wollen uns die Möglichkeit offenhalten, diese Stehplätze später zu überdachen“, sagt Hans-Werner Tomalak. Das Nebengebäude, das die Fußballer nutzen, bekommt einen Anschluss an das Vereinsheim. Der Nutzungsvertrag mit der Stadt für den gesamten Gebäudekomplex gilt vorerst bis 2029.

Das schon mehrmals vom Maulwurf verwüstete Rasenspielfeld, das Faustballer und Fußball-Jugend sowie Turner nutzen, will die Stadt nach Ende der Faustball-Saison erneuern. Der Umbau des Vereinsheims soll bis zur Jubiläumsfeier Mitte 2020 abgeschlossen, der Kunstrasen im Jahr darauf fertig sein.

„Wir haben keinen entscheidenden Nachholbedarf im Vereinsablauf. Wir sind auf der Höhe der Zeit“, sagt Hans-Werner Tomalak. Das Feld für seinen Nachfolger ist bestellt.

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