Handball-Regionalliga: MTV Dinslaken kurz vor Herbstmeisterschaft

Handball : MTV Rheinwacht Dinslaken greift nach der Herbstmeisterschaft

Der Regionalligist kann nach dem 31:27 (14:13)-Heimerfolg über den TV Korschenbroich am Ende der Hinserie Erster werden. Voraussetzung ist ein Sieg am Donnerstag über den Tabellenvierten TSV Bonn.

Die schon fast unheimliche Serie geht weiter. Getragen von der Euphorie auf den Rängen in der Halle an der Douvermannstraße setzte sich der Handball-Regionalligist MTV Rheinwacht Dinslaken am Sonntagmorgen auch gegen den Ex-Drittligisten TV Korschenbroich mit 31:27 (14:13) durch und kann nun am Donnerstag sogar alleiniger Herbstmeister werden. Vorausgesetzt es gibt einen weiteren Heimsieg im Nachholspiel über den TSV Bonn rrh., der über lange Zeit fast unangefochten die Tabelle der Liga angeführt hat.

Das wäre natürlich die Krönung einer großartigen Leistung, die dem Aufsteiger zu Beginn der Saison so niemand zugetraut hätte. Selbst Trainer Harald Jakobs nicht, der schon wenige Minuten nach der nervenaufreibenden Partie gegen Korschenbroich seine Fassung wiedergefunden hatte und nüchtern kommentierte: „Natürlich können wir jetzt sogar Erster werden, doch dabei verlieren wir unser Saisonziel nicht aus den Augen. Und das bleibt weiterhin ein Platz im oberen Drittel. Schließlich hat die ganze erste Serie gezeigt, wie eng es in dieser Liga zugeht, wo praktisch jeder jeden schlagen kann.“

Genau diese Einschätzung bekam Jakobs auch gestern wieder bestätigt, denn der Erfolg seines Teams über Korschenbroich hing lange Zeit am seidenen Faden. In der Anfangsphase sah es zudem überhaupt nicht nach weiteren zwei Punkten aus, denn der Gast dominierte die Partie, während die Dinslakener überhaupt nicht ins Spiel fanden. „Da haben wir ersten zu wenig Druck gemacht, in der Abwehr zu nachlässig gearbeitet und auch noch viele Würfe leichtfertig vergeben“, kritisierte Jakobs seine Spieler.

Während der Anhang der Korschenbroicher die Mannschaft unter ohrenbetäubendem Trommellärm bei jedem Angriff nach vorne peitschte, gab es bei den MTV-Fans erste lange Gesichter. Doch das hielt nicht lange an. Tor um Tor kämpften sich die Dinslakener nach zwischenzeitlichem 5:10 und 6:11 wieder heran, auch weil Jakobs neben dem Ex-Korschenbroicher Dennis Backhaus mit Christoph Enders einen zweiten Kreisläufer aufbot. „Wir haben dann doch noch die Ruhe gehabt und uns vor allem über den kämpferischen Einsatz wieder ins Spiel gebracht“, lobte Jakobs die Einstellung der Mannschaft.

So ging es schon mit einem Tor Vorsprung in die Halbzeit. Und nach dem Wechsel sollten die Dinslakener die Führung nicht mehr hergeben. Ein Grund dafür war wohl auch die personelle Knappheit auf der Korschenbroicher Bank, denn das Spiel hatte schon in Halbzeit eins sehr viel Kraft gekostet. Der MTV dagegen konnte klug wechseln. Jonas Höffner und Philipp Tuda wechselten sich ab, während Nils Kruse in der zweiten Hälfte konsequent Linksaußen spielte.

So wurde es erst in der Schlussphase noch mal eng, als die Gastgeber in doppelter Unterzahl agieren mussten und Korschenbroich wieder bis auf ein Tor (27:26) herankam. „In den entscheidenden Phasen haben wir aber unsere Tore gemacht“, hob Jakobs die Entschlossenheit seiner Akteure und dabei besonders die von Maximilian Reede hervor. Neben Reede, der es auf neun Tore brachte, glänzte der in den vergangenen Wochen eher formschwache Steffen Hahn gestern. Er warf seine sechs Tore nicht nur von außen, sondern einmal aus der zweiten Reihe und in Halbzeit eins bei leerem TV-Gehäuse auch aus der eigenen Hälfte. Nur zweimal durfte Fabian Gorris aufs Feld. Beide Male verwandelte er seine Siebenmeter sicher.

MTV: Banning, Ahlendorf, Spierau – Grasbon, Backhaus (3), Kruse (3), Gorris (2/2), Jakobs, Enders (3), Höffner (2), Hahn (6), Reede (9), Tuda (3/1),

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