Handball: MTV Rheinwacht verliert Aufstiegsspiel beim HSC Bad Neustadt

Handball : Aufstiegsfenster für den MTV Rheinwacht Dinslaken wird enger

Nach dem 23:29 (10:15) am Donnerstag beim HSC Bad Neustadt muss die Mannschaft am heutigen Samstag gegen den TV Kirchzell gewinnen, um doch noch den Sprung in die Dritte Liga zu schaffen.

Chrischa Hannawald hat 19 Länderspiele auf dem Buckel und stand für TuSEM Essen und den TV Großwallstadt in der Bundesliga im Tor. Doch auch dieser routinierte und so abgeklärte Handballer zeigte am Donnerstag noch mal echte Gefühle. Als Trainer des HSC Bad Neustadt hatte der 48-Jährige gerade seine Mannschaft durch den 29:23 (15:10)-Erfolg über den MTV Rheinwacht Dinslaken zurück in die Dritte Liga geführt und sich noch auf dem Spielfeld mit gebrochener Stimme bei seiner Familie und den über 1000 Fans in der ausverkauften Halle bedankt.

Hannawald erwähnte aber auch die großartige Unterstützung der mehr als 100 Dinslakener Fans, die den fast 400 Kilometer langen Weg zur Rhön auf sich genommen und ihre Mannschaft unermüdlich angefeuert hatten. „Doch wir waren nach gutem Beginn nach etwa 20 Minuten nicht mehr stark genug, um dem Druck der Neustädter Stand zu halten“, erkannte MTV-Trainer Harald Jakobs später den verdienten Sieg der auch physisch stärkeren Gastgeber neidlos an.

„Jetzt bleibt uns noch die letzte Chance am Samstag im Spiel gegen den TV Kirchzell“, sagte der MTV-Trainer aber auch gleich kämpferisch und baute seine niedergeschlagenen Spieler noch in der Halle wieder auf.

Unverkennbar war jedoch am Donnerstag, dass der MTV nach der kräftezehrenden Saison immer mehr an seine Grenzen stößt. Kaum ein Spieler, der sich nicht mit irgendeiner Blessur plagt. „Ibuprofen ist seit Wochen bei jedem von uns ständiger Begleiter“, sagte Mittelmann Fabian Gorris nach der Partie, der auch in Bad Neustadt mit sechs Toren wieder bester Werfer der Dinslakener war. Dabei hatte er sich bereits in der ersten Spielminute bei einer Attacke des Amerkaners Gary Hines am Knie verletzt und saß erst mal 25 Minuten auf der Bank.

Schmerzlich vermisst wurde natürlich auch Rechtsaußen Steffen Hahn. Der hatte sich auf Krücken mit seinem Gipsbein in den Fanbus begeben und war vor dem Anpfiff noch trotzig optimistisch: „Wir gewinnen hier mit zwei Toren.“ Seine Worte schienen auch seine Mitspieler zunächst gehört zu haben, denn in den ersten 20 Minuten war der MTV die dominierende Mannschaft. Bei den Neustädtern lief dagegen nicht viel zusammen, während die Gäste trotz einiger zweifelhafter Schiedsrichterentscheidungen gegen sie stets führten oder nur den Gleichstand zuließen. Erstmals geriet der MTV in der 22. Minute (9:8) in Rückstand, nach dem 10:10 zog der Gastgeber dann bis zum Seitenwechsel auf 15:10 davon.

„Wir haben uns schon in den letzten Minuten der ersten Halbzeit zu viele Fehler erlaubt und waren nach der Pause einfach nicht in der Lage diesen Rückstand wett zu machen“, sagte Harald Jakobs, der zusehen musste, wie seine Spieler immer mehr abbauten, während die Mannschaft um den dominierenden Gary Hines stärker und stärker wurde. „Neustadt war in der Spielanlage dynamischer, während wir oft kein Tempo in unser Angriffsspiel bekamen und zu statisch agiert haben“, sagte Jakobs über den weiteren Spielverlauf.

So rückten die Dinslakener in Abschnitt zwei nie mehr als auf drei Treffer heran, und auch einige Zeitstrafen steckten die Neustädter fast problemlos weg. „Heute war neben dem Willen auch der Kopf da“, lobte Chrischa Hannawald seine Spieler und hob besonders seinen Torhüter Felix Schmidl hervor.

Der Schlussmann des Siegers präsentierte sich in bester Verfassung und ließ besonders über die Außen nicht ein einziges Tor zu. Das war am Ende neben der Tatsache, dass auch aus dem Dinslakener Rückraum zu viele Fahrkarten geschossen wurden, der ausschlaggebende Faktor.

MTV Rheinwacht Dinslaken: Banning, Ahlendorf - d’Auria, Backhaus (4), Kruse, Gorris (6/4), Jakobs, Enders (3), Jonas Höffner (3), Reede (3), Ahls (2), Tuda (3).

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