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Handball: MTV Rheinwacht Dinslaken verpatzt Saisonstart gegen OSC Rheinhausen

Handball : MTV Rheinwacht Dinslaken wie ein wilder Hühnerhaufen

Der Regionalligist präsentiert sich beim Saisonauftakt gegen den OSC Rheinhausen schwach. Der Gastgeber kassiert eine 25:31-Niederlage. Erst im letzten Drittel holt die Mannschaft von Trainer Boris Lietz etwas auf.

Der MTV Rheinwacht Dinslaken hat da begonnen, wo er in der vergangenen Saison aufgehört hat – mit einer Niederlage. Beim 25:31 (11:18) gegen den hoch motivierten Aufsteiger OSC Rheinhausen trauten die trotz Corona-Einschränkungen zahlreich erschienenen Fans des Handball-Regionalligisten zumindest über zwei Drittel des Spiels ihren Augen nicht. Wie ein Absteiger präsentierte sich die Mannschaft, die nach dem Abbruch der vergangenen Spielzeit als Tabellenschlusslicht in der Liga bleiben durfte.

Keine Ordnung, kein geregelter Spielaufbau, ein Rückraum, der keiner war und technische Fehler in einer Häufigkeit wie in der Kreisliga. Kein Wunder, dass die Gäste nach 41 Minuten mit 24:12 führten. Da spielte es schon keine Rolle mehr, dass dem OSC in der ersten Halbzeit ein Treffer zu viel angerechnet worden war. Denn außer dem Sekretär am Kampfrichtertisch und den beiden jungen Schiedsrichtern hatten wohl alle in der Halle lediglich 17 Tore für die Rheinhausener in Hälfte eins registriert.

„Wir waren in der ersten Halbzeit völlig mutlos, wollten unser Spiel aufziehen und haben uns bei einer Vielzahl von Fehlern von Rheinhausen den Schneid abkaufen lassen“, sagte MTV-Coach Boris Lietz nach der Partie am Mikrofon bei Hallensprecher Gerd Steinbring. Und Marc Pagalies, der am Sonntag wohl als einziger über die vollen 60 Minuten eine gute Form auf die Platte gebracht hatte, erkannte, „dass wir in der ersten Halbzeit praktisch ohne Rückraum gespielt haben und den Gegner immer wieder zu Kontern eingeladen haben“. So war die Begegnung praktisch schon zur Pause entschieden, obwohl es eigentlich recht gut für die Dinslakener begonnen hatte.

Der MTV hatte durch Pagalies das erste Tor der Saison erzielt, danach ein 1:3 aufgeholt und war mit 7:5 in Führung gegangen. Anschließend aber lief so gut wie nichts mehr zusammen. Dazu kam, dass von der Bank aus beim ständig anwachsenden Rückstand ein Experiment nach dem anderen gestartet wurde.

So versuchte es der MTV Rheinwacht zwischendurch mit sieben Feldspielern oder zwei Kreisläufern. Zudem wechselte Boris Lietz seinen gesamten Kader durch, was auch nicht gerade zur Beruhigung des Spiels beitrug.

Die Rheinhausener dagegen standen mit gesunder Härte sicher in der Deckung, bauten ihre Angriffe mit Geduld auf und kamen immer wieder über die rechte Seite mit dem überragenden Patrick Ranftler zum Erfolg. Zwischendurch hatte Dean Christmann schon der Verzweiflung nahe sein Tor verlassen, doch auch Luca Steffel brachte in der Folgezeit keine Hand an den Ball.

Als in Abschnitt zwei alles nach einer katastrophal hohen Niederlage aussah, ging auf einmal ein Ruck durch das MTV-Team. Nach dem 12:24 ließ der Gastgeber fast acht Minuten kein Gegentor mehr zu und kam selbst bis auf fünf Treffer heran. „Da haben wir dann auch unsere Tore erzwungen“, sagte Lietz, der wenigstens noch einen Lichtblick im Spiel seiner Schützlinge gesehen hatte.

Ruhig ging es auf dem Spielfeld im letzten Drittel beileibe nicht zu, wozu auch die beiden Schiedsrichter mit einigen merkwürdigen Entscheidungen beitrugen. So schickten sie MTV-Neuzugang Wael Ben Youssef gleich dreimal und damit auch endgültig vom Feld, wobei zumindest zwei seiner Zeitstrafen fragwürdig waren. „Wir müssen uns in der Defensive festigen und dann mit Mut am Sonntag gegen Korschenbroich ein besseres Spiel machen“, sagte Boris Lietz.

MTV Rheinwacht Dinslaken: Christmann, Steffel – Backhaus (2), Gorris (2), Hoffmann, Enders, Höffner (1), Ben Youssef (4), Ahls, Kruse, Tuda (3/2), Reede (3), Pagalies (9/1), Feld.