Handball: MTV Dinslaken mit 29:26-Sieg gegen HSG Siebengebirge

Handball : Ahlendorfs Paraden helfen dem MTV Rheinwacht Dinslaken

Der Regionalligist dreht die Partie gegen die HSG Siebengebirge nach der Pause. Torhüter Nils Ahlendorf glänzt beim schwer erkämpften 29:26 (11:16)-Erfolg gegen den Tabellenletzten.

Fast wäre der MTV Rheinwacht Dinslaken im Abstiegskampf der Handball-Regionalliga angekommen. Nach der Niederlage vor zwei Wochen beim damaligen Tabellenletzten Königshof drohte nun auch gegen das aktuelle Schlusslicht HSG Siebengebirge eine Schlappe. Mit sage und schreibe fünf Toren lag die Mannschaft von Trainer Harald Jakobs zur Pause zurück, um die Partie aber nach einer wahren Willensleistung doch noch zu drehen. Mit hängenden Köpfen verließen die Spieler aus dem Siebengebirge nach dem 29:26 (11:16)-Erfolg des Aufsteigers das Spielfeld, hatten sie doch lange Zeit wie der sichere Sieger ausgesehen.

Ganz selbstkritisch äußerte sich Harald Jakobs nur wenige Minuten nach dem Schlusspfiff, als seine Spieler noch ihren nicht mehr für möglichen gehaltenen Sieg mit den wieder nie aufgebenden Fans feierten. „Vielleicht habe ich gegen Ende der ersten Halbzeit einfach zu viel gewechselt und damit meine Mannschaft wieder aus dem Rhythmus gebracht“, sagte der Coach, der dem bis dahin überaus schwachen Auftritt seiner Schützlinge durch neue Leute frische Impulse verleihen wollte.

Bis dahin war der MTV durch ein tiefes Tal geschritten, was sich im Auslassen klarster Torchancen sowie von zwei vergebenen Siebenmetern durch Philipp Tuda und Fabian Gorris ausdrückte. Die Gäste dagegen nutzten fast jede ihrer Möglichkeiten zu einem Treffer, zumal auch Keeper Marco Banning so gut wie keine Hand an den Ball bekam. Trotzdem schafften die Dinslakener nach klarem Rückstand – 0:4 und 1:5 – bis zum 7:7 den Ausgleich, ehe sie die HSG wieder ziehen lassen musste. Da hatte nämlich in der ersten Halbzeit weder eine 6:0-Deckung noch eine zwischenzeitliche Manndeckung gegen HSG-Spielmacher Bastian Wilke geholfen, um den Gegner in den Griff zu bekommen. Der fand immer wieder Lücken in der MTV-Defensive, wobei sich vor allem der baumlange und kräftige Kreisläufer Andre Kirfel ein ums andere Mal durchsetzen konnte.

„In der zweiten Halbzeit haben wir uns dann aber enorm gesteigert“, war Harald Jakobs am Ende doch noch ein glücklicher Trainer. Seine Mannschaft habe zudem in den entscheidenden Phasen der zweiten Hälfte Nervenstärke bewiesen, was sich am Ende ausgezahlt hätte. Großen Anteil an dieser Steigerung hatte aber vor allen Dingen Nils Ahlendorf. Der Torhüter war schon nach 24 Spielminuten für Marco Banning zwischen die Pfosten gerückt und ließ sich auch von zunächst auch für ihn haltbare Bälle nicht beeindrucken. Mitte der zweiten Halbzeit scheiterten die Gäste mit einigen freien Würfen an Ahlendorf, der Banning nur noch einmal Platz machte. Doch auch das war ein wichtiger Wechsel, denn der MTV-Kapitän entschärfte beim Stand von 23:22 einen Siebenmeter des technisch glänzenden und bis dahin sicheren Schützen Bastian Wilke.

Eine wichtige Maßnahme von Harald Jakobs war wohl auch die Tatsache, dass er die gesamte zweite Halbzeit mit zwei Kreisläufern spielen ließ. Dennis Backhaus und Christoph Enders wurden so mit ihren Toren zu Matchwinnern. Und auch Nils Kruse und Maximilian Reede, die bis dahin nur wenig zustande gebracht hatten, warfen in der Schlussphase wichtige Treffer. Nur wenige Minuten stand Rechtsaußen Steffen Hahn auf der Platte. Nach einem Lattentreffer ließ er sich schon früh auswechseln.

„Steffen hat im Moment den Kopf nicht richtig frei“, sagte Harald Jakobs dazu, „doch Jonas Ahls hat seine Sache für ihn sehr gut gemacht. Trotzdem müssen wir uns insgesamt für das Spiel in Essen am Sonntag steigern.“

MTV Rheinwacht Dinslaken: Banning, Ahlendorf – d’Auria (1), Backhaus (6), Kruse (3/1), Gorris (1), Jakobs, Enders (4), Höffner (3), Hahn (1), Reede (5), Ahls (3), Tuda.

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