Handball: Knappe Niederlage für MTV Rheinwacht Dinslaken bei TSV Bonn

Handball : MTV Rheinwacht Dinslaken kassiert unnötige Niederlage in Bonn

Der Regionalligist verliert bei der TSV Bonn knapp mit 34:35 (16:18). Besonders die Schlussphase der Partie ist hektisch. Der Spitzenreiter hat jetzt nur noch zwei Punkte Vorsprung auf den Verfolger SG Ratingen.

Das Rennen um die Meisterschaft in der Handball-Regionalliga Nordrhein spitzt sich vier Spieltage vor dem Saisonende weiter zu. Denn nach der 34:35 (16:18)-Niederlage des Tabellenführers MTV Rheinwacht Dinslaken bei der TSV Bonn und dem gleichzeitigen Sieg des Verfolgers aus Ratingen in Opladen besitzt die Mannschaft von Trainer Harald Jakobs nur noch zwei Punkte Vorsprung. Sie darf sich also aufgrund des gewonnenen direkten Vergleichs mit Ratingen immer noch eine Niederlage leisten, um Platz eins zu behaupten.

Dabei war die Niederlage im Bonner Stadtteil Beuel auf der rechten Rheinseite alles andere als nötig und zum Teil auch den äußeren Umständen geschuldet. Die kleine, gerade mal 150 Zuschauer fassende Halle, bereitete dem MTV ebenso Probleme wie das Schiedsrichtergespann Breuer/Schaaf, was den sonst bei Kritiken in dieser Hinsicht sehr zurückhaltenden Harald Jakobs direkt nach Spielschluss zu der Aussage verleitete: „Einer der beiden wollte von Beginn an nicht, dass wir hier etwas mitnehmen.“ Tatsächlich fassten sich Spieler und Betreuer auf der Dinslakener Bank schon in der ersten Halbzeit bei einigen Entscheidungen gegen sie ungläubig an den Kopf, ehe die Situation in den Schlussminuten völlig aus dem Ruder geriet.

Der MTV agierte bei Ballbesitz und einer Strafe für Steffen Hahn in Unterzahl, als Dinslakens Torwarttrainer Dominik Köller auf den Kampfrichtertisch zulaufend die Tatsache monierte, dass Bonn acht Spieler auf dem Feld hatte. Das aber hatte nur Konsequenzen für den MTV. Es hieß Freiwurf für Bonn und Strafe für Jakobs. Mit vier Feldspielern kamen die Gäste in der letzten Minute beim Stand von 35:34 trotzdem noch mal in Ballbesitz, doch fünf Sekunden vor Schluss scheiterte Nils Kruse am Bonner Keeper Moritz Meissenburg. Die Niederlage war besiegelt.

Harald Jakobs war aber auch so fair, dass er die Schuld für diese Niederlage auch bei seiner Mannschaft suchte. „Wir haben in der Abwehr nicht gut gestanden und erst in der zweiten Halbzeit noch mal eine Chance gehabt, als wir den Rückstand von vier Toren aufgeholt haben.“ Gehörte die Anfangsphase mit einem schon da überaus treffsicheren Fabian Gorris klar dem Tabellenführer, so fanden die Bonner mit dem kaum zu stoppenden Mittelmann Nils Bullerjahn immer besser ins Spiel. Zweimal holte der Gastgeber einen Rückstand von drei Toren auf, um zur Pause mit zwei Treffern vorne zu liegen.

Erst als der MTV nach schwachem Beginn in Hälfte zwei Nils Ahlendorf für Marco Banning ins Tor nahm und die Deckung auf 5:1 umstellte, lief es wieder besser. Weil Fabian Gorris immer wieder die Lücke in der Bonner Deckung fand und auch seine Siebenmeter sicher verwandelte, wurde es wieder ganz eng. Beim Stand von 33:33 war noch gar nichts entschieden, bevor die überforderten Schiedsrichter in den Schlussminuten im Mittelpunkt standen.

Nun darf sich der MTV vorerst keinen Ausrutscher mehr erlauben. Schon gar nicht am kommenden Sonntag gegen Schlusslicht Königshof. Und die Krefelder werden zusätzlich motiviert sein, hatten sie doch schon das Hinspiel gewonnen. Zudem werden sie nun vom Ex-Dinslakener Marius Timofte trainert.

MTV Rheinwacht Dinslaken: Banning, Ahlendorf – d’Auria (2), Backhaus (4), Kruse (1), Gorris (13/3), Jakobs, Enders, Jonas Höffner (4), Hahn (5), Reede (5), Ahls, Niklas Höffner.

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