Handball: Erstes Aufstiegsspiel für den MTV Rheinwacht Dinslaken

Handball : MTV Rheinwacht Dinslaken will sich nur auf sich fokussieren

Der Regionalligist hat am Samstag den TV Plochingen zum ersten Aufstiegsspiel zu Gast. Trainer Harald Jakobs vertraut auf die kollektive Stärke seines Teams. Die Douvermannhalle ist ausverkauft.

Heinz Buteweg hat mit dem Fahrrad die Vorverkaufsstellen für das erste Aufstiegsspiel zur 3. Handball-Liga gegen den TV Plochingen am Samstag, 14 Uhr, abgefahren. „Wir haben genau 474 Karten verkauft. Mehr gehen nicht rein in unsere Halle“, sagt der Obmann des MTV Rheinwacht Dinslaken, der zum Spiel auch Sicherheitspersonal organisiert hat.

Für die Dinslakener sind die vergangenen Wochen und eigentlich die ganze Saison schwer in Worte zu fassen. „Man glaubt das gar nicht so richtig. Jetzt übernachtet eine Mannschaft aus Baden-Württemberg in Ratingen, um dann in die Douvermannhalle zu fahren, um gegen uns zu spielen“, fasst Buteweg den Ablauf vor dem ersten Relegationsspiel zusammen. Die Schiedsrichter reisen aus Bayern an. „Das Ganze wird immer professioneller, aber natürlich auch kostspieliger. So etwas erlebe ich selbst auch das erste Mal“, sagt Buteweg.

Es ist ein besonderes Spiel. Fast kaum einer hätte sich vorstellen können, dass so ein Szenario für den MTV als Aufsteiger Realität werden würde. Nur Buteweg sprach bei der Mannschafts- und Meisterschaftsfeier in der vergangenen Saison am georderten Bierwagen von einer Mannschaft, die in der Regionalliga vielleicht oben mitspielen könnte. „Gewusst habe ich das damals natürlich nicht, aber ich hatte ein gutes Gefühl“, sagt nun.

Sportlich gesehen ist der MTV der Außenseiter, zumindest nach der Meinung von Trainer Harald Jakobs: „Wir haben noch nicht viel Videomaterial gesehen, aber alleine die Einzelspieler mit Bundesligaerfahrung haben natürlich eine Masse Qualität.“ Davon einschüchtern lässt sich beim MTV aber keiner. „Wir wollen spielen. Ich will, dass die Mannschaft wieder das zeigt, was sie ganze Saison ausgezeichnet hat. Das ist vor allem Mentalität und ein unglaublicher Wille“, sagt Jakobs.

Diese Eigenschaften rückten zuletzt immer weiter in den Hintergrund. „Sicher hat man Nervosität in den letzten beiden Spielen gespürt. Auch wenn es keiner gesagt hat: Wir wollten Meister werden“, beschreibt Jakobs die Einstellung seines Teams. Im Heimspiel gegen Tusem Essen II war auch Pech dabei. Beim TV Korschenbroich war der MTV dann chancenlos. „Da hätten wir noch eine Stunde spielen können, gewonnen hätten wir dort nicht“, sagt Jakobs.

Zur Meisterschaft kam dann sicher das Quäntchen Glück dazu, das sich eine Mannschaft, die oft über ihre Verhältnissen spielt, vielleicht verdient hat. Gegen den TV Plochingen soll sich der MTV aber wieder auf das Handballspielen fokussieren. „Die Nervosität soll schön zu Hause bleiben. Wir machen das alle, weil wir den Handball lieben, und das wollen wir dann auch unseren Fans in der Halle zeigen“, sagt Jakobs.

Nach den Meisterschaftsfeierlichkeiten schoben die MTV-Spieler Sonderschichten in der Halle. „Es geht jetzt nicht darum, völlig zu übertreiben. Die Ruhe wieder zu bekommen, ist das oberste Gebot“, beschreibt Jakobs seinen Ansatz für die Vorbereitung auf das erste Aufeinandertreffen mit Plochingen. Heute sind alle Spieler einsatzbereit.

Auch MTV-Obmann Heinz Buteweg gibt sich zurückhaltend. „Egal, wie die Sache ausgeht, die Spieler haben Unglaubliches geleistet. Ich sehe das vor allem als Bonus und eine Chance für diese Mannschaft. Ich bin fest davon überzeugt, dass diese Spieler einen Kampf abliefern werden. Mehr kann man nicht verlangen“, sagt Buteweg.

Die Dinslakener bleiben trotz der Meisterschaft also bodenständig und verlassen sich auch in der Relegation auf die wichtigste Stärke, die sie während der Saison hatten: im Kollektiv zu überzeugen. „Das macht diesen Verein aus. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass es jemals anders gewesen ist“, sagt Heinz Buteweg, der wohl auch im Falle eines Aufstiegs in die 3. Liga die Vorverkaufsstellen mit seinem Fahrrad abfahren wird.

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