Gustav Hensel über seine Arbeit als Vorsitzender des Kreissportbundes Wesel

Zweite Hälfte der Amtsperiode hat begonnen : „Der Kreissportbund muss noch sichtbarer werden“

Die Arbeit als Vorsitzender des KSB Wesel ist vielfältig. Der Voerder Gustav Hensel hat einige seiner persönlichen Ziele erreicht, andere noch nicht. Über allem steht, dass der Verband von den Vereinen als Vermittler wahrgenommen wird.

Für die Überschrift seines Weihnachtsgrußes bediente sich Gustav Hensel bei einem chinesischen Philosophen. „Nur wer sein Ziel kennt, findet den Weg“, soll Laozi mal gesagt haben. Der Vorsitzende des Kreissportbund (KSB) Wesel fand das Zitat passend, da er auch in der zweiten Hälfte seiner Amtsperiode viel anpacken und bewegen will.


Kinder- und Jugendförderung „Da haben wir schon vieles bewegt“, sagt Hensel. So vertritt der KSB in einer Steuerungsgruppe die Jugendverbände im Kreishaus im entsprechenden Ausschuss. So kann auch für Fördermittel für Projekte geworben werden, „die wir dringend benötigen“. Hensel: „Zu Beginn meiner Amtszeit haben ich mehr Skepsis in den Sitzungen in der Kreis-Runde gespürt. Mittlerweile gibt’s viel Lob für unsere Arbeit.“ Irgendwie sei Kinder- und Jugendarbeit doch auch immer mit Sport verbunden.


Förderprogramm „Moderne Sportstätten 2022“ Hensel spricht von einem sehr komplexen Thema. Es gebe einige Vorgaben, die zu erfüllen sind. Auf dem Weg zu den Landesmitteln gab der KSB schon viele Tipps. Hensel zeigte bei Besuchen vor Ort auf, wie man auch das Hintertürchen finden kann. Manchmal ist es komplizierter, um an die finanzielle Unterstützung zu kommen. „Wenn eine Anlage der Kommune gehört, muss der Verein Kontakt zur Verwaltung aufnehmen und einen langfristig festgesetzten Pachtvertrag über mindestens zehn Jahre aushandeln.“ Nur dann ist eine Förderung möglich.


Integration durch Sport „Play together – live together“ lautet das Motto aus dem Bereich dieser Kampagne des Landessportbund. Hensel möchte diesen Leitspruch in alle Bereiche des KSB übertragen. „Über das gemeinsame Spielen und Sporttreiben kann ein gemeinsames soziales Leben ermöglicht werden“, so Hensel. Der KSB möchte nicht nur Geflüchtete integrieren, sondern gleichzeitig durch den Sport den Mitarbeitern und Mitgliedern der Vereine Vorurteile nehmen. „Da sind wir auf einem guten Weg.“ So sei ein gemeinsamer Sportabzeichen-Tag mit Geflüchteten und Einheimischen in Friedrichsfeld sehr gut angenommen worden.


Aktionsplan Schwimmen Die Landesregierung hat sich vorgenommen, die Schwimmfähigkeit der Kinder und Jugendlichen deutlich zu verbessern. „Wir wollen Schwimmvereine vor Ort dazu bewegen, Kooperationen mit Schulen einzugehen“, sagt der KSB-Chef. Die Woche des Schulschwimmens im vergangenen Jahr in Wesel soll auch in anderen Kommunen stattfinden.


Landesgartenschau 2020 Erstmals wird in Kamp-Lintfort der Sport einbezogen. Eine Arbeitsgruppe schaut, wo es Berührungspunkte gibt und legt ein Konzept vor. Die Vereine aus der Region können von Mitte April bis Mitte Oktober ihre Breitensport-Angebote präsentieren. Hensel spricht von einer Win-Win-Situation: „Der KSB muss noch sichtbarer werden. Die Klubs sollen nach der Landesgartenschau sagen: Das hat sich gelohnt.“


Deutsches Sportabzeichen Um den KSB-Wettbewerb zum Fitnessorden mit Belohnungen für die Vereine hatte es 2019 Diskussionen gegeben. Er wurde schließlich eingestellt. Ihn soll es aber wieder geben – in überarbeiteter Form. Ob’s in diesem Jahr klappt, ist nicht sicher. Es gebe noch Aufklärungsarbeit bei den Clubvertretern sowie Stadt- und Gemeindesportverbänden, so Hensel. Es seien schon einige Vorschläge eingegangen. „Ein Wettbewerb ist halt nur ein Wettbewerb, wenn gewährleistet ist, dass alle Teilnehmer mitmachen können.“ Zudem sollen die Sportabzeichen-Prüfer weiter ausgebildet werden, um gleiche Voraussetzungen für alle zu schaffen. Ein offenes Treffen mit einem Dozenten des LSB oder DOSB sei angedacht.


Persönliches Fazit Anfang Mai 2018 hat Hensel den Posten übernommen. „Nach anfänglichen kleinen Schwierigkeiten bin ich angekommen“, sagt er. Den KSB Wesel sieht er als Vermittler. Es geht unter anderem darum, aufzuzeigen, welche Fortbildungsmöglichkeiten oder Geldquellen der LSB ermöglicht. Rund 420 Sportklubs sind Mitglied im KSB, „aber erst rund 100 werden von uns intensiv betreut“. Da ist also noch Luft nach oben. Mit etwa 80 Sportvereinen gibt es keinen Austausch, weil sie nicht dem KSB angeschlossen sind. Hensel will durch Überzeugungsarbeit versuchen, sie zu integrieren. Ein großes Lob verteilt er an seine Mitarbeiter: „Ich stecke mir schon mal zu hohe Ziele, sie holen mich dann auf den Boden zurück.“