Fußball: TV Jahn Hiesfeld sucht weiterhin nach einem neuen Trainer

Fußball : TV Jahn Hiesfeld hat offenbar die Qual der Wahl

Präsident Dietrich Hülsemann, der das derzeitige Trainerteam zum Saisonende per WhatsApp entlassen hat, sagt, dass er mehr als zwanzig Anfragen für den Job auf der Bank des Noch-Oberligisten hat. Der Kunstrasen-Streit ist beendet.

Auf die sportliche Enttäuschung folgte der große Knall. Nach der 1:2-Niederlage gegen den SC Velbert am vergangenen Sonntag, die den Abstieg des TV Jahn Hiesfeld aus der Fußball-Oberliga so gut wie unumgänglich gemacht hat, hatte Vereinspräsident Dietrich Hülsemann dem aktuellen und angedachten Trainerpersonal für die kommende Saison per WhatsApp eine Absage erteilt. Teammanager Thomas Drotboom und Coach Markus Kay müssen nach der Spielzeit gehen, Kapitän Kevin Corvers wird auch nicht Co-Trainer.

„Nach der jüngsten Entwicklung mussten Entscheidungen getroffen werden, nun müssen Lösungen für die Trainerfrage her“, sagt Hülsemann, der sich am Dienstag mit einem potenziellen Nachfolger für die Trainerbank der „Veilchen“ getroffen hat, der scheinbar auch sein Wunschkandidat für den Posten ist. „So lange die Angelegenheit mit seinem aktuellen Verein aber nicht geklärt ist, werde ich den Namen auch nicht nennen“, sagt Hülsemann, dem es an Auswahl nicht mangelt. „Ich hatte schon am Sonntagabend bereits weit über 20 Anfragen.“

Ein neuer Coach und auch ein neuer Assistent müssen gefunden werden, „aus dem Bereich Ober- und Landesliga“, wie Hülsemann über die Herkunft der Kandidaten wenig überraschend verrät.

Der Kunstrasenplatz des TV Jahn Hiesfeld wird nach der Saison erneuert. Die Kosten belaufen sich auf rund 250.000 Euro. Foto: Heiko Kempken

Alles andere als ein normales Training war es für Thomas Drotboom, Markus Kay und die Mannschaft am Dienstag. „Es gab viele Fragezeichen in den Gesichtern, und wir haben viel gesprochen“, sagt Thomas Drotboom, der die Art und Weise der Entscheidung nicht nachvollziehen kann. „Es ist schade, dass es so zu Ende geht. Meiner Meinung nach habe ich so ein Ende in Hiesfeld nicht verdient. Die Mannschaft sieht das ähnlich. Aber deshalb bricht für mich keine Welt zusammen“, sagt Thomas Drotboom. „Ich habe Ratschläge von einigen Kollegen bekommen, mich in so einer Situation krank zu melden oder sofort in den Sack zu hauen, aber so einer bin ich nicht.“

Drotboom möchte sich vernünftig verabschieden. „Wir ziehen die letzten drei Spiele gemeinsam durch, wollen uns dabei nichts zu schulden kommen lassen, und danach kann man mich in Hiesfeld von mir aus auch mit einem Blumenstraußbild per WhatsApp verabschieden.“

Einen Sieg zwar nicht auf, sondern im Streit um seinen Kunstrasenplatz hat der TV Jahn Hiesfeld nun im abschließenden Vergleich vor dem Landgericht Bonn errungen.

Wie angestrebt, werden die Kosten für die Neuverlegung zwischen der Firma und der Fußball-Abteilung geteilt, wobei die Stadt Dinslaken dem TV Jahn finanziell zur Seite springen wird. „Nach Abschluss dieser Saison werden die Arbeiten beginnen“, sagt Präsident Dietrich Hülsemann.

Rund fünf Jahre hatte sich der Streit darüber hingezogen, wer für den bereits vier Jahre nach der Errichtung im Jahr 2010 maroden Zustand des Kunstrasenplatzes verantwortlich sei. Die Kosten für die Erneuerung belaufen sich insgesamt auf rund 250.000 Euro.

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