Fußball: Gerd Ott legt Amt beim TV Jahn Hiesfeld nieder

Fußball : Gerd Ott tritt als Abteilungsleiter beim TV Jahn Hiesfeld zurück

Gerd Ott legt sein Amt mit sofortiger Wirkung nieder. Als Grund führt er die jüngsten Ereignisse rund um Thomas Drotboom an. Am morgigen Sonntag ist die Oberliga-Mannschaft beim SC Düsseldorf-West zu Gast.

Der TV Jahn Hiesfeld kommt im Abstiegskampf der Fußball-Oberliga einfach nicht zur Ruhe. Nach dem Theater um einen möglichen Wechsel von Teamchef Thomas Drotboom zum Viertligisten SV Straelen hat nun der Vorsitzende der Fußballabteilung seine Konsequenzen gezogen. „Ich habe mein Amt mit sofortiger Wirkung aufgegeben“, sagte Gerd Ott zwei Tage vor der wichtigen Partie am Sonntag um 15.30 Uhr beim SC Düsseldorf-West.

Hintergrund des Rücktritts sind die verschiedenen Auffassungen, die Ott und Jahn-Präsident Dietrich Hülsemann bei der Frage haben, wie der Fall des abwanderungswilligen Drotboom zu behandeln ist. Für den bisherigen Abteilungsleiter ist die Sache klar: „Reisende darf man nicht aufhalten. Mit welcher Motivation soll der Trainer denn jetzt noch am Spielfeldrand stehen?“, fragt Ott, der Markus Kay und Kevin Corvers, die Drotboom ohnehin im Sommer beerben sollen, ohne Weiteres zugetraut hätte, die Mannschaft auch jetzt schon in die Spur zu bringen.

Obendrein bemängelt Ott, der nichts davon wusste, dass am Montag eine Trainingseinheit angesetzt war und dort auch der Präsident erscheinen würde, fehlende Kommunikation: „Ich schätze Herrn Hülsemann wirklich sehr, aber diese Art von Alleingang samt Kuschelkurs hat das Fass zum Überlaufen gebracht.“ Abgesprochen sei etwas ganz anderes gewesen, nämlich Drotboom sofort ziehen zu lassen und dafür im besten Fall noch eine Ablöse aus Straelen zu erwirken.

Vom „turbulenten Drumherum“ lasse sich die Mannschaft, so sagt es Markus Kay jedenfalls, nicht beeindrucken: „Die Jungs wollen einfach nur den Klassenerhalt schaffen. Mich persönlich kümmert das alles auch nicht. Es ist nichts, was wir beeinflussen könnten.“

Für den Noch-Assistenten waren Ergebnis und Leistung beim 2:5 am vergangenen Sonntag gegen TuRU Düsseldorf zwar „unterirdisch“, doch verloren ist für Kay noch lange nichts: „Wir sind immer noch im Plan. Um nicht abzusteigen, muss man nicht jedes Spiel gewinnen. Aber jetzt im April kommen die entscheidenden Partien.“

Der SC Düsseldorf-West hat als Tabellenfünfzehnter aktuell drei Punkte Vorsprung auf den Vorletzten TV Jahn Hiesfeld. Mit einem Auswärtssieg könnten die „Veilchen“ gleichziehen. „Es wird ein Ritt auf der Rasierklinge. Für Düsseldorf ist das Spiel genauso wichtig wie für uns. Die werden auch alles reinlegen“, sagt Kay. Personell ist beim TV Jahn leichte Entspannung angesagt: Ekin Yolasan kehrt in den Kader zurück.

Mehr von RP ONLINE