Lokalsport: Freude und Tränen dicht beieinander

Lokalsport : Freude und Tränen dicht beieinander

Die Voerder SportpreisträgerinValentina Schwarz erfuhr bei der Verleihung vom Verkauf ihre Ponys Indigo-Girl.

Freude und Trauer können so dicht beieinander liegen. In Valentina Schwarz' Fall reichte eine Nachricht, die ihr strahlendes Gesicht mit Tränen bedeckte. Soeben hatte die 16-jährige Reiterin des RV Voerde wegen ihrer herausragenden Leistungen den 500-Euro-Sportpreis des Monats erhalten. Bei Kaffee und Kuchen erreichte Schwarz die Kunde, dass ihre neunjährige Ponystute Indigo-Girl einen Käufer gefunden hat. Weil Schwarz und Indigo-Girl ein untrennbares Paar waren, traf die Auszubildende der Verlust schwer.

"Die wusste immer, was ich machen musste", erinnerte sich Schwarz, während noch ein paar letzte Tränen ihre Augen benetzten. Wegen ihrer Gutmütigkeit habe Valentina die Ponystute auch "Frau Lieblich" genannt. Die Trennung war unausweichlich. Mit 16 Jahren wechseln die Nachwuchsreiterinnen auf das Pferd. Im letzten Jahr sahnte Schwarz dafür noch einmal richtig ab.

Der Kreis Wesel zählt 30 Reitvereine in 13 Städten und Gemeinden. Gegen diese Konkurrenz behauptete sich Schwarz bei der Kreismeisterschaft, erreichte Platz eins im Springen und Platz vier in der Dressur und wurde die beste 15-jährige Reiterin des Kreises Wesel. Insgesamt sammelte Schwarz 48 Schleifen in diesem Jahr, die allesamt in ihrem Zimmer ausgehängt sind. Eine davon ist die des Bundeschampionats in Warendorf. Platz sechs im Finale, nachdem Valentina in der Dressur Klasse L beide Qualifikationen gewann. 2014 hatte Valentina zum ersten Mal kein Glück auf dem Pferderücken und zog sich bei einem Abstieg einen Fußbruch zu.

Mit fünf Jahren stellte sich die Hünxerin im Reitkindergarten des RV Voerde vor. Vorab probierte Valentina Schwarz Ballett aus. Doch die Tanzsportart konnte sie nicht überzeugen. Wohingegen Manfred Wefelnberg direkt begeistert war. Der Dressurtrainer sah gleich ihre Anlagen und arbeitet seitdem mit Schwarz zusammen. Jeden Tag feilt sie mit Wefelnberg und Sabine Brzoska an ihrer Dressurtechnik. Frank Bruch schult Schwarz im Bereich Springen.

Wefelnberg betont: "Wichtig ist, dass die Unterstützung der Eltern da ist." Wie im Fall Valentinas. Simone Schwarz, die beim RVV das Amt der zweiten Jugendwartin bekleidet, nahm ihre fünf Jahre alte Tochter mit zum Reitsport und begleitet seitdem jeden ihrer Schritte. Viel Arbeit wartet nun auf die ehrgeizige Tochter und ihren Trainerstab. Ein Sprung ins kalte Wasser wird es wohl nicht, weil Valentina bereits auf Pferden trainierte. "Der fließende Schritt ist besser", sagt Wefelnberg, der seine eigene Erfolgsstory erlebte. Zum fünften Mal war der Trainer schon bei der Preisverleihung. Auch für Valentina war es nicht das erste Mal. Als ihre Dressurmannschaft den Preis gewann, hielt sich die 16-Jährige allerdings auf einem Turnier auf. Jetzt kostete Valentina die Übergabe aus und brachte gleich ihre ganzen Reit-Freundinnen mit. Ein Pferd soll schon gefunden worden sein. Da kommt der 192. Sportpreis der Stadt Voerde genau richtig.

(RP)
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