Boxen: Franjo Tatai: Boxer kommen jetzt zu uns

Boxen : Franjo Tatai: Boxer kommen jetzt zu uns

Der BuS Dinslaken hat eine Staffel für die Internationale Oberliga gemeldet. Der erste Kampf steigt am Karnevalssamstag beim Team Westfalen. Erster Auftritt in der Glückauf-Halle am 5. April.

Im April verteidigt der IBF-und IBO-Schwergewichtsweltmeister Wladimir Klitschko in der Oberhausener Arena gegen den Australier Alex Leapai seinen Titel. Eine volle Halle und ein Millionenpublikum vor den Fersehgeräten sind dabei garantiert, nur Kristian Knauff kann sich nicht gänzlich für solche Kämpfe begeistern: "Ich würde jede Amateurveranstaltung den Profis vorziehen", sagt der Trainer des Box- und Sportverein Dinslaken.

Der Verein aus Lohberg strebt im Jugendbereich dank der intensiven Arbeit der Coaches um Franjo Tatai in den vergangenen Monaten nach oben und jetzt möchte der BuS auch im Seniorenbereich für Furore sorgen. Gemeinsam mit dem Team Westfalen, einer Rhein/Ruhr/Wupper-Auswahl sowie dem niederländischen Mannschaft Windmil starten die Dinslakener ab dem 1. März in der internationalen Oberliga. Sieben attraktive Gewichtsklassen und Kämpfe versprechen guten Boxsport der dritten Liga, der sich in der Stadt wie früher unter Heinrich Mühmert etablieren möchte. "Ich denke, dass Boxen in Dinslaken wieder gut angenommen werden könnte. Unsere Kämpfe zuhause in der Glückauf-Halle in Lohberg sollen einen Eventcharakter am Samstagabend bekommen", sagt Knauff.

Mit der internationalen Oberliga soll nicht nur der Sport wieder in die Öffentlichkeit der Stadt gerückt werden, sondern auch den Talenten die Plattform gegeben werden, sich auch außerhalb der Meisterschaften mit den besten Athleten zu messen. Vom BuS zählen die jungen Boxer Mücahit Ögdü und Arthur Menzel zum Kader, die vor allem Erfahrungen sammeln sollen. "Abgezocktheit lernt man, wenn man gegen Männer boxt", meint Tatai, dessen außergewöhnlich gute Kontakte in der Szene dafür sorgen, dass der Verein seine Mannschaft mit Leuten aus Mülheim, Duisburg, Leverkusen oder Köln vervollständigt. Aus den Namen macht er vor dem Saisonstart noch ein Geheimnis, doch es ist ihm der Stolz anzumerken, talentierte Boxer nach Dinslaken holen zu können: "Früher haben wir für andere geboxt, jetzt kommen sie zu uns."

Ein eigenes Team zu stellen, scheiterte in der Vergangenheit noch an den finanziellen Möglichkeiten. "Ohne Geld geht es nicht. Es sind schon Spitzenboxer, die teilweise sieben Mal in der Woche trainieren und umsonst nicht kommen würden. Es sind aber 70 Prozent aus der Mannschaft Studenten, bei denen es mich freut, ihnen gerne etwas zustecken zu können", berichtet Tatai, der dank der Unterstützung von Brigitte und Werner Gerlitzki mit seinem Team in der Oberliga boxen kann. Das Ehepaar, mit dem er über viele Jahre befreundet ist, sponsort als Privatpersonen 10 000 Euro in das Projekt. "Das machen wir wegen der langjährigen Wertschätzung gegenüber der Familie Tatai. Wenn man sieht, was sie alles mit dem Boxen gemäß nach dem Motto ,Wer Sport macht, kann keinen Unsinn machen" für die Jugend und Lohberg getan hat, kann man das nur unterstützen, um jungen Leuten die Chance zu ermöglichen, einmal Karriere zu machen."

Bei diesen lobenden Worten fühlt sich Franjo Tatai sehr geschmeichelt, und er verfolgt mit dem Projekt noch ein weiteres Ziel — die Verbesserung des Images des Boxsports. "Wir wollen den Sport bodenständig machen und zeigen, dass er nicht brutal ist. Es kommt viel auf Technik und Taktik an, denn wer nicht beim Boxen denkt, der hat schon verloren. Und die Disziplin, die man für den Sport mitbringen muss, kann für den Beruf auch nur nützlich sein."

(gaa)
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