Lokalsport: Faustballer gehen auf dem Zahnfleisch

Lokalsport : Faustballer gehen auf dem Zahnfleisch

Zweitligist TV Voerde hat große Personalprobleme und kassiert Niederlagen gegen Kredenbach-Lohe und Coesfeld.

Die Faustballer des TV Voerde pfeifen aktuell in der Hallensaison der 2. Bundesliga aus dem letzten Loch. Nachdem im Vorfeld des Spieltages schon die beiden Offensivkräfte Philip Hofmann und Jannik Wolff ausgefallen waren, verletzte sich auch noch Kevin Schmalbach beim Aufwärmen. Zudem musste Youngster Luca Rother im zweiten Spiel verletzt vom Platz. Voerdes Trainer Sebastian Pynappel war im Hinblick auf die dünne Personaldecke ratlos: "Ich kann momentan froh sein, wenn ich fünf Spieler auf der Platte habe."

Die Gastgeber verloren das erste Spiel gegen das Schlusslicht TV Kredenbach-Lohe mit 0:3 (8:11, 9:11, 12:14). Auch im zweiten Spiel sollte der TVV nicht erfolgreich sein, gegen die SG Coesfeld war beim 1:3 (6:11, 9:11, 11:9, 8:11) ein Satzgewinn das Höchste der Gefühle.

Schon die erste Begegnung begann nicht gut für die Gastgeber. Beim Stand von 6:10 im ersten Satz versuchte Spielertrainer Pynappel seine Mannschaft mit einer Auszeit wieder in die Spur zu bringen. Doch auch das sollte nicht helfen. Im zweiten Satz hatten die Voerder beim 9:7 alles in der eigenen Hand, gaben aber auch diesen Durchgang wieder aus der Hand. Der junge Luca Rother musste in der Offensive viel Verantwortung tragen und scheiterte meist in den entscheidenden Momenten. So auch beim 9:10-Rückstand, als er mit einem Aufschlagfehler die 2:0-Satzführung der Gäste besorgte.

Nachdem der TVV auch im dritten Durchgang mit 6:8 im Hintertreffen war, bat Pynappel seine Mannschaft erneut zusammen. Seine Worte fanden Gehör und die Voerder drehten das Spiel auf 10:8. Doch sämtliche Chancen auf einen Satzgewinn blieben ungenutzt. Die Gäste nutzten dies geschickt und fuhren ihren ersten Sieg in der laufenden Saison ein.

"Die Niederlage haben wir uns selbst zuzuschreiben. Wir haben zu viele individuelle Fehler gemacht. Luca Rother mache ich da keinen Vorwurf, er ist noch jung und lernt aus solchen Spielen. Die Niederlage an sich ist nicht das Problem, sondern die Art und Weise", gab der -Coach später zu Protokoll.

Im zweiten Spiel gelobten die Hausherren Besserung, hinkten zu Beginn des Spiels aber erneut den eigenen Erwartungen hinterher. Der erste Satz ging sang- und klanglos mit 6:11 verloren.

Als sich dann im zweiten Satz auch noch Luca Rother an der Schulter verletzte, musste Pynappel improvisieren. Er stellte Jan-Niklas Wolff nach vorne und brachte mit Markus Evers seinen letzten Reservisten ins Spiel. Nach einem knappen 9:11 im zweiten Satz dann ein Lebenszeichen vom TVV. Die Gastgeber kämpften um jeden Ball und entschieden den dritten Satz mit 11:9 für sich.

Im vierten Satz führten die Hausherren zunächst mit 8:7. Als die Gäste dann zwei Punkte in Folge erzielten, nahm Pynappel erneut eine Auszeit. Doch auch diese Ansprache half nicht mehr, die Mannschaft aus Coesfeld markierte nochmals drei Punkte in Folge und ging letztendlich auch als verdienter Sieger vom Platz.

Pynappel war sichtlich erschöpft nach der zweiten Niederlage: "Ich kann den Jungs beim zweiten Spiel keinen Vorwurf machen. Momentan ist bei uns einfach nicht mehr drin. Wir haben gut gekämpft, aber es hat einfach nicht gereicht."

(RP)
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