Erneute Niederlage für den MTV Rheinwacht Dinslaken in der Handball-Regionalliga

Handball : Die Misere des MTV Rheinwacht Dinslaken hält an

Der Regionalligist verliert beim HC Weiden mit 28:34 und muss auch noch auf Christoph Enders verzichten. In der Abwehr tun sich zu große Lücken auf. Zudem werden einfache Chancen nicht genutzt.

Bei der ersten Frage, die Harald Jakobs bei der anschließenden Pressekonferenz nach der 28:34 (16:18)-Niederlage des Handball-Regionalligisten MTV Rheinwacht Dinslaken beim HC Weiden gestellt wurde, ging es nicht um die Spielanalyse. Der Trainer des amtierenden Meisters und nunmehr Tabellenvorletzten wurde vielmehr auf die Verletzungsmisere angesprochen. Doch Harald Jakobs wollte keinesfalls jammern, obwohl ihn am späten Freitagabend vor der Partie am Samstag noch eine weitere Hiobsbotschaft erreicht hatte.

Denn neben den Langzeitverletzten Philipp Tuda, Dennis Backhaus, Nils Kruse und Marco Banning musste auch Kreisläufer Christoph Enders erkrankt passen. Jakobs jedoch machte die erneute Niederlage vor allem an der Tatsache fest, dass seine Mannschaft das Tempo der Weidener in der uralten, aber doch einen gewissen Charme ausstrahlenden Halle in Würselen nicht mitgehen konnte, in der Abwehr viel zu anfällig war und große Lücken offenbarte.

„Ich hatte mir von unserer offensiven Deckung doch etwas mehr versprochen, und eigentlich hat das bis zur Halbzeit ja auch ganz gut funktioniert“, sagte der MTV-Trainer, der damit den gefährlichsten Weidener Angreifer, Simon Bock, zumindest in seinem Aktionsradius etwas einschränken wollte. Doch Bock ließ sich kaum aufhalten, brachte es am Ende auf acht Treffer, davon drei Siebenmeter, und schuf auch noch Raum für den siebenfachen Torschützen Jonas Scheidtweiler. „Wir haben in der Mitte auch viel zu viel Platz für die Weidener Kreisläufer gelassen“, so Jakobs.

Da lag die ganze Last auf den Schultern von Trainersohn Robert Jakobs, der zudem auch noch zeitweise als Kreisläufer im Angriff aushelfen musste. Verständlich, dass es da große Lücken vor dem oft überforderten Nils Ahlendorf im MTV-Tor geben musste. Die konnte auch Yannick Pieper aus der zweiten Mannschaft bei seinem ersten Einsatz in der Regionalliga nicht schließen. Zudem fand der in den Wochen zuvor so starke Jonas Höffner weder hinten noch vorne zur gewohnten Form. „In der zweiten Halbzeit waren wir auch vorne nicht mehr in der Lage, die von Weiden vorgelegten Tore zu kompensieren“, sagte Jakobs und bescheinigte dem Gastgeber später einen verdienten Sieg.

Er hatte aber auch gesehen, dass seine Spieler neben der Tatsache, dass einige Male nur der Pfosten oder die Latte getroffen wurden, auch eine Reihe von guten Möglichkeiten einfach liegen ließen. So wurde zweimal bei Überzahl und Ballgewinn das leere Tor der Weidener verfehlt. Während aus dem linken Rückraum auch diesmal einfach zu wenig kam, weil Maximilian Reede es nur auf einen mageren Treffer brachte, als die Partie schon entschieden war, gab es auch Lichtblicke. So bei Luca d’Auria, der seine Chancen auf der linken Seite konsequent nutzte, oder bei Mirco Krogmann, der auf Halbrechts immerhin viermal traf. Außerdem verzeichnete Fabian Gorris eine deutliche Leistungssteigerung und verwandelte zudem drei von vier Siebenmetern.

Im letzten Drittel kamen dann auch noch die zuvor fast ausschließlich auf der Bank sitzenden Spieler der Dinslakener zum Einsatz. Luca Steffel hatte zwischen den Pfosten ebenso wenig Chancen wie zuvor Ahlendorf. Marc Pagalies mühte sich auf der linken Seite und verzeichnete auch einige gute Aktionen, während Jonas Ahls den zuvor keinesfalls schwachen, aber doch einige Chancen auslassenden Steffen Hahn auf der rechten Anfriffsseite vertrat.

Am kommenden Sonntag empfängt der MTV den BTB Aachen. Vielleicht ist ja wenigstens Christoph Enders wieder dabei. Und auch Marco Banning hat signalisiert, dass er wieder im Tor stehen könnte. Doch Aachen, in der vergangenen Saison eine der schwächeren Teams, feierte zuletzt in Weiden und gegen Köln zwei Siege hintereinander und kommt mit entsprechendem Selbstbewusstsein nach Dinslaken.

MTV Rheinwacht Dinslaken: Ahlendorf, Steffel – Krogmann (4), d’Auria (6), Pagalies (2), Höffner (1), Gorris (6/3), Reede (1), Hahn (5), Ahls (1), Tomke (1), Pieper, Jakobs (1).