Erfolgreiche Hinrunde des MTV Dinslaken in Handball-Regionalliga

Handball : MTV Rheinwacht Dinslaken beendet eine grandiose Hinrunde

Der Regionalligist, der am Donnerstag die Tabellenspitze übernommen hat, kann sein Glück kaum fassen. Der 31:30-Erfolg gegen den TSV rrh. ist das i-Tüpfelchen auf eine starke erste Saisonhälfte.

Der Mundwinkel zuckte schon, bevor Harald Jakobs seinen Gedanken aussprach. „Jetzt sind es sogar zwölf Punkte Vorsprung auf den Drittletzten“, sagte der Trainer des Handball-Regionalligisten MTV Rheinwacht. Wenngleich der 58-Jährige in den vergangenen Wochen mantra-artig wiederholt hatte, dass es für sein Team vorrangig um den Klassenerhalt gehe, war das Thema Abstieg an diesem denkwürdigen Abend tatsächlich so weit weg, wie es die Tabelle derzeit ausdrückt. Es galt, den Moment zu genießen, und das taten die Dinslakener auch. Nach dem 31:30-Sieg über die TSV Bonn am Donnerstagabend, bei dem sich die begeisterten Zuschauer anschickten, dem mittelfristig bevorstehenden Abriss der in die Jahre gekommenen Douvermannhalle zuvor zu kommen, wurde die Herbstmeisterschaft noch bis spät in die Nacht gemeinsam mit den Anhängern gefeiert.

Direkt nach dem Spiel spendierte die Mannschaft dem Publikum in der Halle Glühwein, danach ging’s, begleitet von vielen Fans, weiter zur Traditionsgaststätte „Maaß“, wo sich die Akteure mit weiteren Runden für die Unterstützung bedankten. Den harten Kern zog es nach dem Zapfenstreich noch auf einen Absacker in die Wohnung von Spieler Jonas Höffner. Am gestrigen Freitagabend ging es dann mit der gemeinsamen Weihnachtsfeier aller Seniorenmannschaften auf den Kegelbahnen der Eissporthalle weiter.Zwischen all den Feierlichkeiten geriet auch Heinz Buteweg ins Schwärmen. „Es war ein tolles Erlebnis und ein großartiges Spiel. Bonn hat uns alles abverlangt, aber die Zuschauer haben uns nach vorne getrieben“, sagte der langjährige MTV-Obmann, der nicht genau sagen konnte, jemals in der Douvermannhalle solch eine Stimmung erlebt zu haben. „Vielleicht nur damals, als wir in die Dritte Liga aufgestiegen sind.“

Übrigens zeigte sich offenbar auch der Kontrahent aus Bonn angetan von der großartigen Atmosphäre. Auf der Vereinshomepage des TSV fand sich ein regelrechtes Loblied auf das Dinslakener Ambiente – verbunden mit dem Eingeständnis, die Begegnung verdient verloren zu haben. Ein kurzer Blick zurück: Als Heinz Buteweg nach der Oberliga-Meisterschaft bei der Teamvorstellung auf der Dinslakener Trabrennbahn im Sommer öffentlich ankündigte, auch in der neuen Klasse ganz oben mitspielen wollen, da wurde er von den eigenen Spielern eigentlich nur belächelt.

Im Wissen um das hohe Niveau der Regionalliga ging das Team seine Aufgabe mit viel Demut an, wurde auch, nachdem es zu Beginn gleich richtig gut lief, nie überheblich. Nur bei der überraschenden Niederlage in Königshof musste sich der MTV hinterher den Vorwurf gefallen lassen, vielleicht nicht mit allerletzter Konsequenz zu Werke gegangen zu sein. Sonst stimmten Einsatz und Konzentration bislang eigentlich immer. Auch bei den Niederlagen gegen Aldekerk (die eizige Heimniederlage ohne den verletzten Max Reede) und in Opladen (ohne Rückhalt Marco Banning) stimmte eigentlich ganz viel.

MTV Rheinwacht Dinslaken vs. TSV Bonn am Donnerstag, den 20.12.2018 in Dinslaken. Spiel der Handball Regionalliga in der Douvermannhalle. Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Services. Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Services/Heiko Kempken

Auch wenn die Dinslakener nun als Spitzenreiter ins neue Jahr und in die Rückrunde gehen, spricht viel dafür, dass sie die Bodenhaftung nicht verlieren und einfach weiter in jeder Partie ihr Bestes versuchen. „Wir haben bislang auch häufig Glück gehabt, und in der Rückrunde warten viele schwierige Auswärtsspiele auf uns“, sagt Jakobs. Buteweg bläst ins gleiche Horn: „Die Liga ist so eng, da kann es schnell ein paar Plätze nach unten gehen. Wenn es richtig gut läuft, können wir am Ende vielleicht unter die ersten Fünf kommen.“ Der Obmann hat in den Tagen vor dem Bonn-Spiel bereits damit begonnen, über die aktuelle Saison hinaus zu planen. Und wie könnte es in diesem so blendend funktionierenden Kollektiv derzeit anders sein? Fast alle Stammspieler haben bereits mündlich ihre Zusage für einen Verbleib gegeben. Viele davon werden bald sogar Zwei-Jahres-Verträge unterschreiben. Auf dem Transfermarkt muss und will Buteweg da offenbar gar nicht großartig tätig werden: „Natürlich suche ich immer noch einen Linkshänder für den Rückraum, aber ansonsten sehe ich da kaum Bedarf. Wir haben ja auch noch unsere zweite Mannschaft, in der einige Spieler aus meiner Sicht das Zeug dazu haben, auch oben zu spielen.“ Beim MTV stehen entspannte Feiertage vor der Tür.

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