Tischtennis: Entspannung nach dem Meisterschaftsstress

Tischtennis : Entspannung nach dem Meisterschaftsstress

27. Weihnachtsturnier des TV Voerde in der Mehrzweckhalle an der Steinstraße mit 600 Teilnehmern aus ganz Westdeutschland.

Jan Robin Rybienski versuchte sich zu konzentrieren, immer wieder in die Knie gehen, den Ball fokussieren, den Schläger zum Anschlag bereit halten. Als der Ballwechsel durch den Aufschlag begonnen wird, fällt es schwer, dem kleinen weißen Ball zu folgen, so schnell wie die beiden Kontrahenten ihn über die Platte peitschen. Der Punkt geht an Rybienskis gegenüber Niklas Hülskamp. Mit einem kurzen Kopfschütteln quittiert Rybienski den verlorenen Punkt, dann geht es auch schon wieder hin und her.

Gemütlich machten es sich die Akteure auf der Tribüne. Foto: Jochen Emde / Funke Medien NRW G

Beim 27. Weihnachtsturnier des TV Voerde in der Mehrzweckhalle am Schulzentrum Süd gaben sich die Spieler des Westdeutschen Tischtennis-Verbandes vor Weihnachten mal wieder die Ehre. "Ich glaube, das Turnier ist im Laufe der Jahre auch einfach so beliebt geworden, weil sich die Spieler vor den Feiertagen hier noch mal auspowern können, nachdem sie die Weihnachtsgeschenke besorgt haben", glaubt Voerdes Turnierorganisator und Abteilungsleiter Christian Tekolf. Angefangen hat es 1989 mit Andreas Priwitzer und Dirk Grah. "Wir haben im Sommer im Garten gesessen und überlegt, wie wir die Mitgliederzahl in der Tischtennisabteilung des TV Voerde verbessern können, und da kam uns die Idee mit dem Weihnachtsturnier", erklärt Dirk Grah, der selbst auch noch bei den Herren C im Turnier antritt. Andreas Priwitzer wohnt heute in Dorsten und kommt immer beim Weihnachtsturnier seinen alten Verein besuchen. "Ich komme jedes Jahr hier vorbei, immerhin ist das ,mein Baby', und da freut man sich, was das für eine Entwicklung genommen", erklärt er.

In diesem Jahr sind es 600 Meldungen, die der TV Voerde verbuchen konnte, längst hat sich das Turnier zu einer festen Größe im Westdeutschen Tischtennisverband entwickelt. "Wir haben hier Leute, die melden sich während des Turniers schon immer für das nächste Jahr an", erklärt Tekolf. Insgesamt gingen fünf Herrenklassen, eine Damenklasse und zwei Schülerklassen sowie zwei Jungenklassen im Doppel und Einzel an den Start. Eingeteilt wurden die Spieler und Spielerinnen nach ihren so genannten TTR-Punkten.

"Hauptsächlich bin ich hier, weil man Spieler sieht, die man schon ewig kennt, aber im Ligabetrieb nicht mehr trifft. Natürlich lockt einen auch der Ehrgeiz, hier mal was zu gewinnen", erklärt Jan Robin Rybienski, der in der Landesliga für den TV Voerde aktiv ist. Sein Doppelpartner Björn Wensing ergänzt: "Auf solchen Turnieren probiert man auch schon mal was aus, zum Beispiel den Schlägerbelag. Und der Spaß am Tischtennis ist glaube ich auch ausschlaggebend, dass man hier mitmacht."

"Wir haben insgesamt 1250 Euro in Preisgeld investiert, das ist für unseren Sport schon eine ganze Menge und ich glaube, dass wir damit in den höheren Klassen auch einige Spieler nach Voerde locken", glaubt Tekolf. Auch Mathias Durczak von der SGP Oberlohberg ist Dauergast beim Weihnachtsturnier. "Das ist hier eine super Atmosphäre und das Preisgeld reizt auch. Trotzdem habe ich mein erstes Spiel bei den Herren B verloren. Ich hoffe, dass ich im zweiten besser werde", erklärt Durczak. Auch sein Mannschaftskollege Karim Heni schaut immer wieder gerne in Voerde vorbei. "Ich nutze das hier schon auch als Vorbereitung für die Rückrunde und gleichzeitig als Jahresabschluss", meint Heni. Bei den Damen wurde Heike Luckmann vom TV Voerde von ihren Teamkameradinnen als Favoritin für das Dameneinzel eingeschätzt. "Wir nehmen das Turnier nicht auf die leichte Schulter, aber es ist auch schon Tradition, sich beim Weihnachtsturnier anzumelden", beschreibt Luckmann ihre 15-jährige Turniererfahrung. Aber auch Spieler aus der Regionalliga fühlen sich in Voerde wohl. "Ich bin jetzt das sechste oder siebte Mal hier und im Gegensatz zu vielen anderen Turnieren wird hier pünktlich mit den Spielen begonnen. Es gibt auch keine Nachmeldungen, die den Spielverlauf erheblich verzögern würden", meint Paul Freitag, der für Bayer Uerdingen an die Platte geht.

Bei den Schülern A konnte sich Nico Busch den Titel sichern. Er gewann auch mit David Busch das Doppel. Bei den Schülern B gewann Julius von Bandemer. Im Doppel holten David Jevtic und Ben Lücker den Titel. Bei den Jungen A gewann Jan Reuther, im Doppel waren es Justus von Bandemer und Fabian Sneider. Bei den Jungen B war es Fabian Nühnen, der den Titel gewann. Bei den Herren B konnte Arja Hosseini gewinnen. Im Doppel waren es Nemanja Gambiroza und Sascha Schwarz, die siegten. Im Einzel bei den Herren D gewann Robin Tepasse, der im Doppel mit Marvin Wrobel zu überzeugen wusste. Bei den Herren E war es Finn Pribil, der sich im Einzel durchsetzen konnte. Im Doppel gewannen Albert Trausch und Lukas Glowig.

(RP)
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