Energy Run in Dinslaken geht erfolgreich über die Bühne

Leichtathletik : Der Energy Run ist wieder ein großer Erfolg

Das Laufspektakel in Dinslaken zieht rund 2900 Athleten an. Eyob Solomun gewinnt über die 10.000 Meter. Bei den Frauen ist Christl Dörschl nicht zu schlagen. Die Läufer loben die Atmosphäre an der Strecke.

Eyob Solomuns linke Wade wirkt nicht viel stabiler als eine zu groß geratene Salzstange. Und doch stand genau jener Muskel in den vergangenen zwei Jahren viel zu oft im Blickpunkt des Spitzenläufers aus Eritrea. Der 25-Jährige, der für die SG Wenden aus dem Südsauerland startet, musste gleich zwei Jahre wegen eines komplizierten Muskelrisses pausieren. Am Sonntagmittag gab Solomun sein Comeback –ausgerechnet in Dinslaken. Und der Streckenrekordhalter über zehn Kilometer war beim 2. Energy Run, dem 14. Dinslakener Citylauf, nicht einzufangen.

Seine Siegerzeit von 32:10 Minuten lag aber deutlich über der Streckenbestzeit aus dem Jahr 2015 von 29:26 Minuten. Mit Distanz folgten der Dorstener Lutz Holste (33:23) und der Dortmunder Vorjahressieger Patric Meinike (33:39). „Ich bin trotzdem sehr, sehr glücklich. Der Lauf war gut, meine Wade hat gehalten“, sagte Solomun. Hält die Wade weiter, würde der Ostafrikaner gern auf die ganz großen Ziele zusteuern, wie er verriet.

Eyob Solomun war über 10.000 Meter nicht zu schlagen. Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Services

„Mein Training in den nächsten Wochen und Monaten ist darauf ausgelegt, im Sommer den Halbmarathon zu laufen und später dann den Marathon. Das große Ziel sind die Olympischen Spiele 2020 in Tokio. Da will ich Marathon laufen. Für Deutschland“, sagte Solomun, der Anfang 2014 aus Eritrea in seine neue Heimat ins sauerländische Finnentrop im Kreis Olpe fand.

Über die halbe Distanz steht bei ihm 1:04,57 Stunde aus Berlin im April 2016 in der Statistik. „Da will ich wieder hin, dann kann es auch mit Olympia klappen.“ Bis dahin wartet eine Menge Arbeit. Und es braucht die Hoffnung, dass die Wade nicht wieder Ärger macht.

Schnellste Frau: Christl Dörschel (links) feierte in Dinslaken ein gutes Comeback. Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Services

Eine der ersten Gratulanten am Sonntagmittag vor dem Theodor-Heuss-Gymnasium war Clubkollegin Christl Dörschel. Die 43-Jährige hängte über die lange Distanz alle Kolleginnen ab und siegte in guten 38:15 Minuten.

Auch Senioren-Europameisterin Dörschel kennt das frustrierende Gefühl, eine Verletzungspause einlegen zu müssen. Ein Sehnenanriss im hinteren Oberschenkel beim Ratinger Silvesterlauf Anfang Januar zwang die Athletin zu Aqua-Jogging – und Straßenlaufverbot. „Mein Ziel war es, in unter 40 Minuten anzukommen und locker zu bleiben. Das habe ich geschafft, auch wenn es auf der recht eckigen Strecke etwas windig war“, schilderte Dörschel ihre Eindrücke. „Mit der Samba-Band und viel Applaus der Zuschauer im Rücken lief es sich unerwartet gut“, so Dörschel.

Die Sauerländerin hat vor allem die Titelverteidigung im September über 10.000 Meter bei der EM in Venedig im Visier. Auf den Marathon schielt Dörschel im Gegensatz zu Eyob Solomun nicht mehr. „Die Vorbereitung darauf ist immer umfangreich, das ist bei einem normalen Job und zwei Kindern zu Hause kaum zu schaffen“, sagt Dörschel. Deren Zeit vom Essener Marathon steht bei guten 2:43,07 Stunden.

Der Organisator des Energy Runs, Manfred Feldkamp von marathon Dinslaken, war nicht nur froh darüber, mit Dörschel und Solomun zwei Spitzenläufer am Start gehabt zu haben: „Alles ist reibungslos verlaufen. 2876 Starter ist eine gute Zahl, wenn man bedenkt, dass es in Venlo parallel eine große Laufveranstaltung gegeben hat. Und das Wetter hat auch gestimmt.“

Ob es 2020 wieder im April durch die City geht, steht derzeit noch nicht fest. Diesmal war Marathon Dinslaken dem verkaufsoffenen Sonntag ausgewichen und eine Woche früher dran.

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