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Boxen: Eine Pause gibt es nur über Weihnachten

Boxen : Eine Pause gibt es nur über Weihnachten

Wer beim Boxen erfolgreich sein möchte, der muss Disziplin und Fleiß mitbringen. Der Nachwuchs des BuS Dinslaken ist ehrgeizig und hört deshalb auf seinen Trainer Franjo Tatai: "Es sind talentierte Jungs und harte Knochen dabei."

Wenn Franjo Tatai meint, dass er sehr großen Wert auf Disziplin legt, dann ist das nicht nur so dahergesagt. "Weiter, immer weiter. Nicht nach Luft schnappen", lautet die klare Ansage des Trainers des Box- und Sportvereins Dinslaken, als er beim Sparring seinen jungen Schützlingen zuschaut und Kommandos gibt. "Wenn man später erfolgreich sein will, dann muss man nun einmal mindestens drei Mal in der Woche hart trainieren. Viel hängt von der Disziplin ab. Wer die nicht mitbringt, kann gleich wieder gehen. Sonst ist es geklaute Zeit für mich."

Das intensive Training für Jungen und Mädchen findet in der alten Johannesschule in Lohberg statt, in der sich der BuS in Eigenregie ein kleines Studio eingerichtet hat. Franjo Tatai betreut nicht nur die Männer-Staffel, die gerade erst Meister in der Oberliga wurde, sondern auch den Nachwuchs, den er bestens im Griff hat. "Es sind talentierte Jungs und harte Knochen dabei", sagt der Übungsleiter mit dem Trainer-B-Schein. Er versucht stets, die richtige Balance zwischen Zuckerbrot und Peitsche zu finden: "Man muss die Jungs biegen, aber manche Trainer neigen dazu, sie zu brechen. Man darf sie auch nicht verheizen."

Manche Nachwuchsboxer schwitzen fünfmal in der Woche an den Sandsäcken, an den Fitnessgeräten oder bei den Sparringseinheiten im Ring. Dazu stehen Meisterschaftskämpfe, Sparringsveranstaltungen mit anderen Vereinen oder Trainingslager auf dem Programm. Die boxerische Ausbildung ist jedoch nur eine Sache, die der Coach vermitteln möchte. Den Auftrag eines Vereins nimmt er auch wahr. "Beim Boxen muss eine gesunde Aggressivität schon dabei sein. Aber das Soziale und der faire Umgang miteinander steht bei uns an erster Stelle. Wenn dann noch der Erfolg dazu kommt, ist es umso schöner", sagt Franjo Tatai. Für den Erfolg gönnt er seinen Schützlingen jedoch kaum eine Pause - nur über Weihnachten gibt es drei freie Tage: "Gewichtsbedingt muss es weitergehen. Die Jungs nehmen sonst automatisch zu. Aber hoffentlich achten sie auch selbst darauf, dass das über die Festtage nicht passiert."

Zu den größten Talenten des Clubs gehört Frederik Fröde. Trotz seiner gerade einmal 15 Jahre ist er schon baumlang und trainiert mit einem festen Ziel vor Augen seit zwei Jahren fast jeden Tag. "Die Deutsche Meisterschaft muss man erreichen. Wenn ich einmal keine Lust habe, dann quäle ich mich halt zum Training", sagt "Freddy", der seinen Tagesablauf schnell zusammenfassen kann: "Schule, Training, Essen, Schlafen."

Ähnlich sieht es auch bei Mert Caliskan aus. Der 14-Jährige ist ebenfalls sehr fleißig und seit zwei Jahren dabei. "Ich hatte Übergewicht. Mittlerweile habe ich 14 Kilogramm abgenommen und bin beim Boxen geblieben, weil es mir großen Spaß macht." Der elfjährige Julien Ashraf konnte sich nicht recht für Fußball begeistern und kam so zum BuS: "Ich habe mir das Training mal angeschaut und bin jetzt auch fast jeden Tag hier. Das Sparring macht mir am meisten Spaß, weil man da ausprobieren kann, was man gelernt hat."

Dank seines Bruders steht auch Baran Seyrek regelmäßig im Ring. "Er hat mich damals zum Training mitgenommen. Jetzt ist das Boxen ein großes Hobby von mir geworden. Die Schule geht natürlich vor, aber ein guter Boxer möchte ich später schon werden", sagt der 15-Jährige. Der 13 Jahre junge Marcel Strauß bestritt zwar noch keinen Kampf, präsentiert sich aber im Training so gut, dass auch er für Franjo Tatai großes Talent mitbringt. "Er ist regelmäßig da und ich bin ganz begeistert von ihm", lobt ihn der Coach. Der junge Boxer hört das gerne. "Ich habe schon Handball gespielt und Taekwondo gemacht. Aber dann hatte ich Lust zu boxen und bin dabei geblieben", sagt er.

Ob es für Deutsche Meisterschaften oder einen Einsatz in der Oberliga für den Nachwuchs einmal reichen wird, steht jetzt noch in den Sternen. Der Coach sieht seine talentierten Jungs aber auf dem richtigen Weg. "Wenn sie mit der nötigen Disziplin am Ball bleiben, können sie es vielleicht schaffen. Als Verein würden wir es uns natürlich sehr wünschen."

(gaa)