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Handball: Eine etwas andere Engländerin

Handball : Eine etwas andere Engländerin

Yvette Frings ist englische Nationalspielerin, spricht aber kein Englisch. Und musste zu ihrem Glück erst gezwungen werden. Nun fiebert die Rückraumspielerin in Diensten des TV Bruckhausen Olympia 2012 in London entgegen, will dort mit den "Three Lions" unter die ersten Acht.

Andere Menschen würden bei solch einer Serie fluchen: Zunächst einmal schwächte ein Virus Yvette Frings derart, dass sie eine Nacht im Krankenhaus am Tropf verbringen musste. Zudem litt sie unter starken Schmerzen, so dass die Handballerin das nachfolgende Trainingslager der englischen Nationalmannschaft nur unter der Einnahme von Schmerzmitteln überstand. In Dänemark herrschte dann noch das größte Schneechaos seit 1978 — und Frings einzige Sorge war, dass sie nicht rechtzeitig zum Spiel ihres TV Bruckhausen wieder zurück in Deutschland sein würde. RP-Mitarbeiter Sebastian Mühleis sprach mit der "positiv verrückten" Rückraumspielerin über Vergangenheit und Zukunft und über ihre Ziele mit den "Three Lions".

Nach dem letzten Heimspiel waren Sie nach eigenem Bekunden einfach nur noch platt und ausgelaugt, hatten starke Schmerzen — trotzdem zufrieden mit dem Heimdebüt?

Frings Ich habe mich etwas geärgert, dass ich an meiner Gegenspielerin nicht so oft vorbeigekommen bin, kann mich auch an kein Spiel in meiner Laufbahn erinnern, in dem ich kein Tor gemacht habe. Doch die Defensivleistung war schon ganz in Ordnung, außerdem habe ich die letzte Woche und auch dieses Spiel nur mit Schmerzmitteln überstehen können.

Was verschlägt denn eine Nationalspielerin überhaupt zum TV Bruckhausen?

Frings Wilfried Zeh hat mich bereits in der Jugend der Sportfreunde Hamborn 07 trainiert. Ich hatte aber auch bei einigen anderen Vereinen, unter anderem Kempen, trainiert.

Und warum entschieden Sie sich dann ausgerechnet für den TVB?

Frings Nachdem ich zuletzt "nur" in der Kreisliga gespielt habe, brauchte ich nach den Anforderungen des Verbandes unbedingt Spielpraxis in einer höheren Liga — und habe die besten Chancen dafür beim TVB gesehen.

Und in der kommenden Spielzeit?

Frings Ich habe mit noch niemanden gesprochen, mir noch keine näheren Gedanken gemacht.

Wie kam der Kontakt zur Nationalmannschaft denn zustande?

Frings Über meinen Bruder Craig. Zunächst hatte ich ehrlich gesagt keine Lust, doch mein Bruder, meine Tante aus Australien, die wegen meiner Hochzeit da waren, und die Mitspielerinnen von Hamborn 07 haben mich überzeugt.

Wie steht Ihr Mann zu den hohen Anforderungen, die der Verband stellt?

Frings Er unterstützt das voll und ganz. Zum Glück ist es so, dass er 24-Stunden-Schichten hat, daher während eines Lehrgangs auch mal gut eine Woche frei nehmen, und sich um Joleen, unsere Tochter, kümmern kann.

Was sind Ihre Ziele mit der Nationalmannschaft?

Frings Natürlich sind die Olympischen Spiele 2012 das große Ziel, dort wollen wir unter die ersten acht Mannschaften kommen.

Ist dieses Ziel im Damenbereich einfacher zu realisieren?

Frings Definitiv. Für meinen Bruder wird es da deutlich schwerer die Vorrunde zu überstehen.

Zahlen sich die Strapazen aus?

Frings Auch ohne bei den Olympischen Spielen gewesen zu sein, muss ich das bejahen.

(RP)